
Fotoakademie-Koeln
Ausbildung für Quereinsteiger
Die private Fotoakademie-Koeln bietet vor allem Quereinsteigern in die professionelle Fotografie eine interessante Alternative zu den üblichen Ausbildungswegen. ProfiFoto vergibt in diesem Jahr ein Stipendium im Wert von rund 7.000 Euro für die zweieinhalbjährige Ausbildung.
Bereits Ende der 90er Jahre gründeten Oliver Rausch und Frank Dürrach die Fotoschule-Koeln, die 2008 durch die Fotoakademie-Koeln ergänzt wurde. Die Schule am Eigelstein 80-88 liegt zentral zwischen Dom /Hauptbahnhof und Ebertplatz und richtet sich als zusätzliche Qualifikation an alle, die in Medienberufen tätig sind oder sein wollen, angehende und aktive Künstler und Teilnehmer, die sich selbständig im Berufsfeld Fotografie etablieren wollen.
Die Macher
Oliver Rausch wurde 1969 in Köln geboren und hat Fotografie an der „Royal Academie“ in Den Haag und an der „Rijksakademie“ in Amsterdam studiert. In den Jahren 1997 bis 2004 war er Dozent für Fotografie an der bekannten „Fotoacademie Amsterdam“, deren Ausbildungssystem er auch reorganisierte. Er arbeitete kommerziell für Werbung und Magazine und macht als freier Fotograf künstlerische und experimentelle Fotos, für die er verschiedene Preise und Nominierungen erhielt. Neben seiner Tätigkeit als Dozent für elektronische Bildbearbeitung und für Bildgestaltung ist Frank Dürrach, Jahrgang 1966, Ansprechpartner für organisatorische Fragen. Zu Fotografie und Gestaltung kam er früh durch die Werbeagentur seiner Eltern. Vor der Gründung der Fotoschule arbeitete er in Köln für Fernsehproduktionen. Er interessiert sich besonders für Reportagefotografie, Street Photography (als Praktizierender), Fotokunst und die Geschichte der Fotografie. Weitere Dozenten der Fotoakademie-Koeln sind Jamari Lior, Jasmin Awad und Wolfgang Zurborn.
Die Ausbildung 
Seit der Gründung der Akademie vor vier Jahren schrieben sich 64 Studenten für den angebotenen Ausbildungsgang ein, dessen Ziel es ist, die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Ausübung des Berufs des Fotografen zu vermitteln. Dazu erstreckt sich der Lehrgang zunächst grundlegend auf die Bereiche Porträt, Illustration, Fotoreportage, dokumentarische Fotografie, Kunst, Werbung, Landschafts- und Architekturfotografie. Zwei dieser Bereiche werden im zweiten Jahr nach Wahl der Teilnehmer zu Ausbildungsschwerpunkten. Hinzu kommen Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop und professionelles Farbmanagement. Thematisch ausgenommen bleiben die speziellen Anforderungen der Modefotografie und die traditionelle (analoge) Dunkelkammertechnik. Weiter werden konkrete Aufgabenstellungen und praktische Probleme der beruflichen Fotografie behandelt, wie die verschiedenen fotografischen Tätigkeitsfelder, die Recherche, das Fotorecht, die Beschaffung von Requisiten oder die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Auftraggebern. Übergreifend liegen die Fragen der Bildgestaltung, der Bildfindung und der kommunikativen und inhaltlichen Seite von Bildern im Fokus des Ausbildungslehrgangs. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt zweieinhalb Jahre. Am Ende des ersten Jahres steht eine Zulassungsprüfung zum zweiten Jahr, an dessen Ende die Zulassungsprüfung zur halbjährigen Diplomphase. In dieser entsteht die Abschlussarbeit. Eine einmalige Verlängerung um ein Jahr ist möglich.
Sonntagsschule
Kurse, Praxisworkshops und die Besprechung der Arbeiten finden wöchentlich – außer in den Schulferien – an vier Stunden sonntags statt. Jede Klasse hat maximal 15 Teilnehmer/innen. Oliver Rausch: „Der Sonntag wurde als Termin für den Kurstag so gewählt, weil sich das Angebot an Berufstätige und an (noch) nicht Berufstätige gleichermaßen richtet.“ Die Inhalte werden aber nicht nur durch die Workshops vermittelt, sondern außerdem durch die Erledigung fotografischer Arbeitsaufträge. Dazu erhalten alle Studenten am Anfang des Semesters ein Auftragspaket. Diese fotografischen Aufträge werden selbständig ausgeführt, aber bis zu den Präsentationsterminen durch die Dozenten begleitet. Der sonntägliche Kurstag teilt sich also auf in die Besprechung der neu entstandenen Fotoarbeiten, in praktische Workshops und kleinere Fachvorträge. Zu bestimmten Themen halten externe, hierzu besonders qualifizierte Dozenten Gastworkshops ab. Über die Homepage der Akademie kann man an Wochentagen zusätzlich individuelle Studiotermine mit Betreuung durch Dozenten buchen. Oliver Rausch: „Außerdem sucht man sich frei wählbare grundlegende Kurse und Workshops aus, etwa zur Bildgestaltung, zu Photoshop oder zum Farbmanagement“. Als Ausrüstung wird lediglich eine digitale Spiegelreflexkamera, ein Stativ, ein Blitzgerät, ein Computer mit Photoshop und ein Drucker von den Teilnehmern erwartet. Sofern für die Aufträge eine besondere Ausrüstung nötig ist, wird diese von der Akademie gestellt. Dort stehen unter anderem digitale und analoge Mittel- und Großformatkameras mit den dazugehörigen Fachobjektiven, Kompaktblitzanlagen, Studiolicht, Rechner mit Photoshop und Ausrüstung zur Farbkalibrierung zur Verfügung. Eine umfangreiche Bibliothek mit Lehrbuchsammlung und Monografien ist ebenfalls vorhanden. Frank Dürrach: „Der Lehrgang kann also haupt- oder nebenberuflich besucht werden. Neben den vier Stunden am Akademietag sind erfahrungsgemäß wöchentlich – je nach Arbeitsweise und Schwerpunkt – für die Abarbeitung der Arbeitsaufträge, für Studiotermine und Abendworkshops durchschnittlich etwa weitere zehn Stunden Zeit zu investieren. Allerdings sind die verschiedenen Projekte jeweils im Verlauf mehrerer Wochen zu erledigen, so dass man hier gut zu einem eigenen Arbeitsrhythmus kommen kann. Zudem können die Ferien genutzt werden“, so der Dozent. Als privat geführte Ausbildungsstätte ist das Angebot der Fotoakademie-Koeln allerdings kostenpflichtig. Der Preis für die Ausbildung beträgt monatlich 279 Euro. Oliver Rausch: „Bei jährlicher Zahlung gewähren wir 15 Prozent Rabatt; der Preis ermäßigt sich dann umgerechnet auf einen Monat auf 237 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Die Ausbildung kann staatlicherseits einmalig durch einen Bildungsscheck in Höhe von 500 Euro gefördert werden. Die Kosten können außerdem bei der Steuererklärung steuermindernd geltend gemacht werden.“ In der halbjährigen Phase der Examensvorbereitung nach zwei Jahren ermäßigt sich der Preis auf 69 Euro monatlich.
Der Abschluss
Am Ende der Ausbildung steht nach bestandener Abschlussprüfung ein Diplom der Fotoakademie-Koeln, das allerdings keinen staatlich anerkannten Abschluss darstellt. Frank Dürrach: „Ein offizieller Hochschulabschluss ist für Selbständige oder für die Bewerbung als fest angestellter Fotograf von untergeordneter Bedeutung. Hier zählen Kontaktfreudigkeit, der Aufbau eines Netzwerks, Organisationstalent und vor allem die eigene fotografische Handschrift. Bei der Bewerbung bei Printmedien, Agenturen oder Galerien ist eine aussagekräftige Mappe, die die Schwerpunkte und die Vorzüge eines Fotografen deutlich zeigt, von überragender Bedeutung. Daher legen wir großen Wert auf das Entstehen eines aussagekräftigen Portfolios im zweiten Ausbildungsabschnitt“.
www.fotoakademie-koeln.de
Das ProfiFoto Stipendium
ProfiFoto vergibt ein Stipendium im Wert von rund 7.000 Euro für die Teilnahme an der neuen Klasse der Fotoakademie-Koeln, die am 26. August 2012 startet.
Bewerbungsschluss für das ProfiFoto Stipendium ist der 12. April 2012. Die Bewerbung erfolgt durch Einsendung einer Mappe mit 15 bis 25 eigenen Fotoarbeiten in etwa Größe A4, darunter ein Selbstporträt. Wichtig ist ein kurzes Anschreiben zu folgenden Punkten: „Warum möchte ich eine Ausbildung im Bereich Fotografie erhalten? Warum will ich das Stipendium? Was sind meine persönlichen Ziele in der Ausbildung? Kann ich die notwendige Zeit für die Akademietreffen und für die Bearbeitung der Arbeitsaufträge aufbringen?“
Außerdem ist ein knapper tabellarischer Lebenslauf mit entsprechenden Zeugnis-Kopien ebenso gefragt wie ein kurzer Überblick über die vorhandene Fotoausrüstung. Bewerbungen bitte an: ProfiFoto, Mürmeln 83b, 41363 Jüchen
Fotos: Quelle, Fotoakademie-Koeln


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