Kodak Momente
Vom Marktführer zum Auslaufmodell

Kodak, einst als gelber Riese den Fotomarkt dominierend, gerät wirtschaftlich zunehmend in Schieflage. Eine Vielzahl der einst bahnbrechenden Patente steht bereits länger zum Verkauf, seit Ende Januar ist Kodak unter Gläubigerschutz. Zeit für einen wehmütigen Rückblick und einen spekulativen Ausblick auf eine Fotowelt ohne die 130 Jahre alte Fotoikone.


Das wollten wir wissen:

1.    Was verbinden Sie mit Kodak?
2.    Kodak hat die traditionelle Fotografie entscheidend geprägt und kann sich sogar die Erfindung der Digitalkamera auf die Fahnen schreiben. Außerdem stand der Name Kodak für ein breit gefächertes kulturelles Sponsoring. In welchem Bereich wird man Kodak und sein Engagement am ehesten vermissen?
3.    Wie erklären Sie sich die Schieflage des ehemals weltweit größten Fotounternehmens?
4.    Und wenn der schlimmste Fall eintritt? Wie sieht eine Fotowelt ohne Kodak aus?


Olff Appold
Fotograf und BFF Vorstand


1.    Kodak war und ist in professioneller Hinsicht immer ein verlässlicher Partner für die Berufsfotografie. In den Zeiten der Analogfotografie von 4 x 5 inch und 8 x 10 inch habe ich immer mit den legendären EPP, EPR und EPY Filmen gearbeitet, die den damaligen berufsspezifischen technischen Anforderungen mehr als gerecht wurden. Hervorragende Filmentwicklungen der Q-Labs sowie Color Negativ Verarbeitung mit sehr schöner zielgerichteter Farbwiedergabe und Kontrast, Feinkorn und Schärfe waren sehr verlässliche Aufnahmemedien, die vor allem den Anforderungen der Archive entsprachen.
2.    Kodak hat sich immer enorm in den Bereichen Fotokultur und Nachwuchsförderung auf vorbildliche Weise engagiert. Man kann nur hoffen, dass dieses auch in Zukunft irgendwie möglich sein kann. Im Bereich der Digitalfotografie war Kodak ein großer Wegbereiter, ich habe selbst als Testimonial mit Kodak zusammengearbeitet. Die Kodak D-SLR war seinerzeit die erste Kleinbild-Digitalkamera mit Vollformatsensor, dessen Möglichkeiten und Vorzüge dieser Technik bei der Arbeit schon damals deutlich spürbar waren, und heute in der ganzen Welt von allen Fotografen mit den diversen Kamerasystemen ganz selbstverständlich täglich eingesetzt werden.
3.    Das ist sicherlich nicht in ein paar Sätzen zu erklären. Ich denke aber, dass grundsätzlich der Wandel der Aufzeichnungsmedien der analogen Welt zur Digitalisierung der Welt einer der Hauptgründe ist. Die weltweiten Umsätze in den Bereichen Filmverkauf, Fotopapier und Fotochemie waren die Grundlage des gesamten produzierenden Gewerbes der visuellen Kommunikation. Möglicherweise ging der technische Wandel am Markt zu schnell, um mit dem globalen Unternehmen Kodak sukzessive einen ebensolchen wichtigen Wandel zu vollziehen.
4.    Inzwischen haben wir am 19. Januar 2012 aus den Medien erfahren, dass Kodak USA Insolvenz angemeldet hat. In den Nachrichten wird von einer Weiterführung berichtet, die durch enorme Kreditvergaben möglich sein wird. Ich hoffe sehr, dass es gelingen wird, Kodak nach dem Insolvenzverfahren wieder neu auszurichten, denn die Kompetenzen des Unternehmens mit all seine Facetten auch durch die Mitarbeiter sind schon sehr lobenswert und vor allem erhaltenswert.

Weitere Meinungen, unter anderem von Dietmar Henneka (Fotograf), Thomas Kellner (Fotokünstler) und Professor Gerhard Vormwald (FH Düsseldorf) gibt es in ProfiFoto Ausgabe 3/12.

Hier geht es zum Shop.

ProfiFoto Ausgabe 5/12

  • Test: Nikon D4 vs. Canon EOS-1D X - Gipfelstürmer
  • Test: Canon EOS 5D Mark III vs. Nikon D800 - Duell der Auflösungsgiganten
  • Spezial: Filmen mit Systemkameras
  • BFF-Jahrbuch & -Award 2012
  • J. Konrad Schmidt - Waves
  • Photography Selection 2012
  • u.v.m.

» E-Reader
» Artikel der aktuellen Ausgabe

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

CPFP iPhone App

Die Gewinnerarbeiten des Canon Profifoto Förderpreises zum virtuellen Durchblättern auf dem iPhone. Jetzt kostenlos bei iTunes verfügbar!

Facebook

FotoTV

WhiteWall