» E-Reader - Jetzt virtuell blätternFreemask ist ein von Hensel und der Schoepe GmbH entwickeltes fotografisches Verfahren zur Herstellung digitaler Freistellmasken für den alltäglichen Studioeinsatz. Innerhalb von Sekunden lassen sich beliebige im Studio aufgenommene Objekte aus der Produkt- bis hin zur Modelfotografie perfekt freistellen. Dabei übertrifft Freemask viele der bisherigen Verfahren in punkto Geschwindigkeit, Anwenderfreundlichkeit und Passgenauigkeit.
Der ProfiFoto-Testaufbau besteht aus zwei Hensel Expert Pro 500 Blitzköpfen als Motivlicht und zwei Hensel Expert Pro 500 plus Freemask-Blitzköpfen für die Hintergrundbeleuchteung. Per Hensel Freemask Fernauslöser wurde das Motivlicht ausgelöst. Die beiden Hintergrundlichter folgten dem zweiten Auslöseimpuls entsprechend Sekundenbruchteile später. Da die Kamera auf schnellste Serienbildgeschwindigkeit und zwei Ausnahmen in Folge eingestellt war, können beide Aufnahmen mit dem einmaligen Druck auf den Auslöser in kürzester Zeit hintereinander aufgenommen werden










Für die schnelle Maskierung mit Freemask sind zwei Aufnahmen notwendig. Eine korrekt belichtete und eine Aufnahme lediglich mit Hintergrundbeleuchtung, die das Motiv scherenschnittartig vom Hintergrund löst. Diese Technik kommt bereits bei Stillaufnahmen zum Einsatz, bei denen zwischen den Aufnahmen genug Zeit bleibt zwischen der Motiv- und der Hintergrundbeleuchtung umzuschalten. Bei bewegten Motiven müssen die beiden Aufnahmen mit den unterschiedlichen Beleuchtungen aber in Sekundenbruchteilen hintereinander aufgenommen werden, um das bewegte Motiv deckungsgleich zu fotografieren. Schließlich soll der Scherenschnitt in der Bildbearbeitungssoftware als Maskenvorlage dienen und das gelingt nun dank der Freemask Technologie. Das Verfahren funktioniert mit Spiegelreflexkameras, die mit Hilfe ihrer Serienbildfunktion mindestens drei Bilder pro Sekunde aufnehmen können. Wie schnell sich dabei die Motive bewegen dürfen ist kameraabhängig. Mit der Nikon D3 beispielsweise so schnell, als wenn mit ca. einer 1/10 Sekunde Belichtungszeit gearbeitet werden müsste. Die Weiterentwicklung der Kameratechnik wird laut Einschätzung der Freemaskentwickler dazu beitragen, die bestehenden Einschränkungen hinsichtlich schnell bewegter Objekte, zu reduzieren. Hensel Studiotechnik konzipierte gemeinsam mit der Schoepe GmbH entsprechendes Blitzequipment, um die für die schnelle Maskierungstechnik notwendigen unterschiedlichen Beleuchtungen zu steuern. Die neuen Hensel-Blitzgeräte wie der Expert Pro 500 plus Freemask und der dazugehörige Transmitter automatisieren und synchronisieren die für die Freemask-Technik notwendigen Blitzgruppen für Motiv und Hintergrund. Die Bilder für die Freistellmaske werden also automatisch bei der Aufnahmesequenz erzeugt.
Wenn möglich sollte an der Kamera der Highspeedmodus mit höchster Bildrate und Einstellung der maximalen Bildanzahl pro Serie auf zwei Belichtungen eingestellt werden. Dann werden mit einem Druck auf den Auslöser zwei Belichtungen mit höchster Aufnahmefrequenz erfolgen. Die Blitzgruppe für die Maskierungsbelichtung reagiert nur auf den zweiten Auslöseimpuls.
Bevor die neue Aufnahmesequenz mit zwei weiteren Aufnahmen startet sollten 200ms (1/5 Sek.) dazwischen verstreichen. Das ist die voreingestellte Zeit, nach der sich der Sender automatisch wieder zurücksetzt, damit gewährleistet ist, dass die nächste Sequenz wieder automatisch mit der ersten Aufnahme anfangen kann.
Für die Ausleuchtung kleinerer Objekte reichen in der Regel zwei Expert Pro plus Blitzköpfe, für größere Objekte ab 1,50 Meter Größe sind mindestens vier Köpfe nötig. Der EH Pro Mini Generator soll ebenfalls mit der Freemask-Funktion ausgerüstet werden. Damit können dann zwei bzw. vier Lampenköpfe als Maskierungsblitz angeschlossen werden und die Leistung kann bequem am Generator geregelt werden. Dabei muss der Hintergrund nicht zwingend weiß sein, ein helles Grau reicht aus, um keine unnötigen Überstrahlungen zu erzeugen. Mit einer Tonwertkorrektur kann dann für die Maske Weiss für den Hintergrund und Schwarz für das Motiv eingestellt werden.
Die neuen Freemask-Blitzgeräte können selbstverständlich auch für den normalen Betrieb genutzt werden, wenn keine Freistellarbeiten gefordert sind. Sie sind ohne Einschränkung wie die normalen Expert-Kompaktblitzgeräte einsetzbar und wie gewohnt über die Kanäle C1, C2 und C3 fernsteuerbar. Zusätzlich gibt es beim Freemask Expert die neuen Kanäle F1, F2, F3 damit nicht zwischen Motivbeleuchtung und Maskierungsblitz von C1 nach C2 umgeschaltet werden muss wodurch eine Trennung von verschiedenen Arbeitsplätzen in einem Studio eingeschränkt werden würde und die Fernsteuerung der Motivbeleuchtung nicht mehr möglich ist.

Mit Freemask, einem fotografischen Aufnahmeverfahren für Freisteller, lassen sich komplexe Motive in kürzester Zeit freistellen
Die mit Freemask produzierten freigestellten Studioaufnahmen sind medienneutral für alle Print- und Web-Anwendungen einsetzbar – ohne Mehraufwand und Zusatzkosten. Fotografen werden in die Lage versetzt, Hintergründe sofort einzuziehen und die Lichtführung auf Natürlichkeit und Logik zu überprüfen. Unter Umständen aufwändige Nachproduktionen können vermieden werden und der Auftraggeber kann die Ergebnisse einer Fotostrecke ohne Verzögerung und Nachbearbeitungsaufwand erhalten. In der Profifoto Videothek auf www.profifoto.de findet sich ein Tutorial zur Funktionsweise von Freemask.