Beim insolventen Film- und Laborgerätehersteller Agfa Photo bleiben deutlich weniger Arbeitsplätze erhalten als erwartet. Dies teilt die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer aktuellen Ausgabe von heute mit. Alle Varianten würden darauf hinaus laufen, dass langfristig rund 500 Arbeitsplätze erhalten blieben, äußerte ein Firmen-Insider gegenüber der FTD. Zu Beginn des Insolvenzverfahrens hatte Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier noch angekündigt, von den ursprünglich 1.800 Arbeitsplätzen könnten 850 bis 1.000 langfristig erhalten werden.
In einem Rundbrief kündigte Ringstmeier in der vergangenen Woche den bevorstehenden Verkauf an: Man befinde sich in der „entscheidenden Phase der Verhandlungen mit einem strategischen Investor und einer Gruppe von Finanzinvestoren", so ein Zitat aus dem Rundschreiben. Der Verwalter möchte einen möglichst schnellen Abschluss herbeiführen, damit auf der für den 11. Oktober anberaumten Gläubigerversammlung eine Lösung präsentiert werden kann.
Zwei Interessenten verhandeln nach Informationen der Financial Times derzeit über die Übernahme der gesamten Aktivitäten. Ein aus dem europäischen Ausland stammender Investor plane aber in erster Linie die Fortführung der Segmente Foto- und Filmpapier. Ein anderes Konsortium aus Finanzinvestoren setze dagegen auf die Laborgerätesparte. Beide Konzepte gehen von jeweils rund 500 verbleibenden Arbeitsplätzen – jedoch an unterschiedlichen Standorten – aus. Für kleinere Firmenteile soll es außerdem weitere Interessenten geben.
Bisher wechselten jeweils gut 200 Mitarbeiter aus den Werken München, Windhagen und Leverkusen in die Beschäftigungsgesellschaft BQG Connect, die sie für ein Jahr ohne Gehaltseinbußen weiter beschäftigt. Die Beschäftigungsgesellschaft wird je zur Hälfte aus Mitteln der öffentlichen Hand und der Insolvenzmasse finanziert, die dafür bis zu 50 Mio. Euro bereitstellt.
Link: www.agfaphoto.de
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