Den Spekulationen und Gerüchten über etwaige Finanztricksereien im Zuge der Insolvenz von AgfaPhoto im Juni 2005 sind heute Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier und Geschäftsführer Hans-Gerd Jauch entgegengetreten: In einem Interview mit der Rheinischen Post vom 3. August sagte Ringstmeier: „Es ist definitiv kein Geld verschwunden. Wir haben beachtliche Vermögenswerte, Grundstücke, Erbbaurechte, Anlagen und Umlaufvermögen. Aber damit können Sie keine Schulden bezahlen.“ Und Jauch ergänzte: „Der Insolvenzantrag ist wegen Zahlungsunfähigkeit, nicht wegen Überschuldung gestellt worden.“
Befragt, wieso das erfahrene Management mit offenen Augen in die Katastrophe gelaufen wäre, antwortete Ringstmeier: „Die Planungen Anfang November 2004 gingen von weiter abnehmenden Umsätzen aus. Gegensteuern wollte man einerseits mit der Einführung der digitalen Agfa-Speicherkarte, und andererseits hatten die Manager bei den Minilaboren eine erhebliche Umsatzsteigerung prognostiziert. Beides lief nicht so wie erwartet.“ Mittlerweile, so Ringstmeier, zeichne sich im Bereich Minilabs eine Lösung für einen dauerhaften Erhalt der Sparte ab. Und auch die Fortsetzung der Filmproduktion werde derzeit noch intensiv geprüft.
Agfa will bis Ende des dritten Quartals 2005 707 der insgesamt 1787 Arbeitsplätze abbauen. Ringstmeier: „Alle, die gehen müssen, erhalten die Chance, für zwölf Monate in eine Beschäftigungsgesellschaft zu gehen. Dafür hat uns die ehemalige Mutter Agfa-Gevaert 50 Millionen Euro vorfinanziert.“
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