Selten geht ein Buch so unter die Haut wie Come Bury Me, mit dem Andrej Krementschouk die Geschichte einer Gruppe von Obdachlosen in einer russischen Kleinstadt erzählt. Andrej Krementschouks Fotografie vermag den großen Fragen nach Heimat, Heimatlosigkeit und Identität eine neue Dimension zu verleihen. Schauplatz ist eine baufällige Hütte im Zentrum einer russischen Kleinstadt. Hier hatte sich eine Gruppe von Obdachlosen, aufgewachsen in Waisenhäusern, ein Zuhause am Rande der Gesellschaft geschaffen. Als Krementschouk 2006 zufällig auf die Gruppe stieß, wurde er eingeladen und es gelangen ihm anrührende Beobachtungen von Verzweiflung und Sucht auf der einen sowie Wärme und Zärtlichkeit auf der anderen Seite. Mit den Worten "Come bury me" verabschiedete sich eine der Frauen des Hauses von Krementschouk als er versprach im nächsten Jahr wiederzukommen. Bei seiner Rückkehr im Winter 2008 fand er nur noch eine Brandruine vor und erfuhr von der einzigen Überlebenden der Gruppe, dass das Haus und seine Bewohner einer Brandstiftung zum Opfer gefallen waren. Heute wird dort gebaut. Kehrer Verlag, 104 Seiten, 47 Abb. in Farbe, Schweizer Broschur mit Fadenheftung, 36 Euro, ISBN 978-3-86828-120-0.
Link: www.art-books-heidelberg.de
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