Der erste Canon Profifoto Förderpreis für Nachwuchsfotografen ist entschieden. Insgesamt lagen 2.049 Arbeiten von 266 Teilnehmern zur Jurierung vor. Zur Förderung ausgewählt wurden fünf Projekte, die unter anderem mit Canon Equipment im Gesamtwert von 10.000 Euro unterstützt werden.
Gewinner des Canon Profifoto Förderpreises 07/1 sind Juliane Eirich (München), Anja Pietsch (Berlin), Michael Hauri (Hannover), Michael Kunze (Frankfurt/Oder) und Hannes Woidich (Dortmund).
Die Jury traf sich Mitte Januar in den Räumen der international führenden Bildagentur Corbis im Düsseldorfer Medienhafen. Zuvor hatten die Jurymitglieder anhand der Online-Galerie (www.canon-profifoto-foerderpreis.de) 70 Bewerbungen zur Teilnahme an der Endauswahl nominiert.
Siri Vorbeck, Creative Director of Photography EMEA bei Corbis: „Spannend, interessant, engagiert - es war sehr inspirierend, die Arbeiten junger Fotografen zu sehen und deren Interessen und Konzepte kennenzulernen. Und es wird spannend bleiben, wie die Preisträger ihr Projekt abschließen und vervollkommnen werden.“
Denn prämiert werden bei dem Wettbewerb keine fertigen Arbeiten, sondern Konzepte, die erst noch realisiert werden sollen:
Juliane Eirich überzeugte die Jury mit ihrem Projekt „Dogil Maeul“, in dem sie sich mit dem Thema Heimat und der Beziehung zwischen Menschen und der Architektur, die sie umgibt, auseinandersetzt. Sie realisiert mit Unterstützung des Förderpreises eine Reportage über ein Dorf in Südkorea, das ehemalige Gastarbeiter nach ihrer Rückkehr aus Deutschland errichtet haben.
Anja Pietsch geht auf eine fotografische Entdeckungsreise in die zeitgenössische russische Kunst- und Kulturszene und will so ein authentisches Bild vom heutigen Russland zeichnen.
Die Arbeiten von Hannes Woidich entstehen nachts an öffentlichen Plätzen im großstädtischen Raum und zeigen dem Betrachter seine gewohnte Welt in einem fremden Licht. Konstruierte Alternativen zu dieser schafft Michael Kunze, indem er unsere erlernte Wahrnehmung von Räumlichkeit in zweidimensionalen Abbildungen auf den Kopf stellt.
Hart an der Realität bleibt dagegen Michael Hauri, der in einer klassischen Schwarzweiß-Reportage die sozialen, ökonomischen und kulturellen Verhältnisse in der Maramure, einem Bezirk im Nordwesten Rumäniens dokumentieren wird. Er überzeugte die Jury mit seiner lebendigen, zeitlosen fotografischen Sprache, die nicht von aktuellen Modeströmungen beeinflusst ist.
Die Resultate werden nach ihrer Fertigstellung in ProfiFoto präsentiert und haben die Chance zur Vermarktung durch Corbis und Lumas, die als Kooperationspartner den Wettbewerb unterstützen.
Rund die Hälfte der Bewerbungen um den Förderpreis kam von Studenten, die andere Hälfte von Azubis, Assis und anderen jungen Senkrechtstartern. Das Durchschnittsalter der Bewerber lag bei 25 Jahren. Dabei war das Teilnehmerfeld mit Talenten unter anderem aus Bulgarien, Großbritannien, den Niederlanden, Ungarn und den USA auch international besetzt.
Jury Mitglied Guido Krebs, Canon Deutschland: „Überrascht war ich von der stilistischen Vielfalt. Hier wurden nicht aktuelle Trends kopiert, sondern eine eigene Bildsprache entwickelt. Auch waren viele Konzepte sehr ausgereift, so dass sie sich auch mit denen etablierter Profis messen können. Der fotografische Nachwuchs muss sich nicht verstecken."
Weitere Mitglieder der kompetent besetzten Jury unter Vorsitz von ProfiFoto Chefredakteur Thomas Gerwers waren die Fotografie-Expertin Claudia Leiendecker, die Leiterin der Lumas Galerien Andrea Scholtyssek, BFF Geschäftsführer Norbert Waning und Andrea Gothe, Photodirector stern: „Das Niveau der zur End-Auswahl eingereichten Fotoarbeiten war durchgehend gut, was wahrscheinlich der online-Vorauswahl der Jury zu verdanken ist“, so Andrea Gothe.
Andrea Scholtyssek: „Ich war überrascht von der Vielschichtigkeit der Einsendungen. Auffallend war für mich, dass in vielen Bildserien das Thema „Verunsicherung“ aufgegriffen wurde. Dem Gefühl der Verlorenheit wurde mit Witz begegnet, teilweise mit der Visualisierung von Traumwelten...“.
„Allerdings verstehe ich nicht“, so Andrea Gothe, „warum so wenig gewagt wird. Gerade für Stipendien und Förderpreise hat man doch die Chance, Dinge umzusetzen, für die man nie einen Auftrag bekommen würde. Warum so konventionell?! Mut ist gefragt!“,
Norbert Waning: „Umso erfreulicher waren rund ein Dutzend Projekte, die alle eine Förderung verdient hätten. Auch diesen, die es nicht geschafft haben, zu den fünf Preisträgern zu zählen: Großes Kompliment, realisieren Sie Ihr Projekt, es lohnt sich“ appelliert der BFF Geschäftsführer an die Teilnehmer auch des nächsten Canon Profifoto Förderpreises, der zweimal jährlich vergeben wird. Der nächste Wettbewerb wird in Kürze ausgeschrieben und wird im Sommer entschieden.
Weitergehende Informationen, Teilnahmebedingungen und Registrierung unter www.canon-profifoto-foerderpreis.de.
Link: www.canon-profifoto-foerderpreis.de
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