Der Band versammelt Fotografien des Malers Matthias Holländer, die über Jahrzehnte hinweg in Tempeln der Naturgeschichte und Anatomie entstanden sind.
Seit über 25 Jahren erkundet der Maler Matthias Holländer mit seiner Kamera die Tempel der alten Museen für Naturgeschichte und Anatomie. Eigentlich beginnt alles harmlos – eine Recherchearbeit für seine Malerei, ein fotografisches Notizbuch. Aber dann taucht er – bevorzugt in Wien und Paris – ein in eine Welt aus von Präparaten bewohnten Vitrinen, die im Licht oft kathedralenartiger Schauräume über Spiegelungen und Reflexe rätselhaften Kontakt miteinander aufzunehmen scheinen. Oder er entdeckt, wie ein einziger Lichtstrahl eine unscheinbare Vitrine im Halbdunkel einer Asservatenkammer in einen Diamanten verwandelt und ihren Inhalt in eine Reliquie. In diesem Buch ermöglicht Holländer erstmals Einblicke in sein fotografisches Paralleluniversum und bringt einige ausgesuchte Negative und Dias aus seinem Fundus zu Papier. So legt der Künstler bei seiner digitalen Ausarbeitung des ursprünglich durchweg analogen Materials besonderen Wert auf die zeichnerische Feinheit, die Linien und Strukturen in seinen meist schwarzweißen Fine Art Prints auf edlen Papieren: ein analytisches Schauen in sein Archiv-Material wie in die Kindheit der Bilder, ein Blick auf das bildnerische Fundament, wie es erst die digitale Distanz ermöglicht. Bereits 1996 bemerkte Adolf Muschg in seinem Essay „Im Spiegel der Klinge“: „Holländer ist keineswegs nebenbei Fotograf, er zeigt auch, dass er es ist, wenn er malt, aber er malt keine Fotografie.“ Kaden Verlag, 108 Seiten, 70 Abb. in SW und Farbe, 37,40 Euro, Deutsch, gebunden, ISBN 978-3-922777-97-7.
Link: kaden-verlag.de
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