Mit dem 1957 in Bern geborenen Michael von Graffenried ehrt die DGPh einen der eigenständigsten und engagiertesten europäischen Photographen, der seit über 30 Jahren ein konsequenter Grenzgänger des Mediums ist. Michael von Graffenried lebt und arbeitet seit zwanzig Jahren in Paris und ist kein Fotojournalist im klassischen Sinn. So hat er es von Anfang an abgelehnt sich an eine Redaktion oder einer Agentur zu binden und wählt seine Reiseziele, Themen und Präsentationsformen selbst. Viele sprechen von einer Kontroll-Obsession, er nennt es lieber Kohärenz. Wie für eine zunehmende Anzahl seiner Kollegen verwischen sich für ihn die Grenzen zwischen Fotojournalismus und Kunst immer mehr. Als einer der ersten publizierte er seine Langzeitprojekte medienübergreifend und präsentiert sie immer öfter auch im öffentlichen Raum. Auch im Einsatz der fotografischen Technik hat Graffenried buchstäblich Grenzen erweitert, als erster Fotograf setzt er eine Panoramakammera systematisch für Reportagen ein. Seit dem algerischen Bürgerkrieg photographiert er einen großen Teil seiner Arbeiten im Panoramaformat und präsentiert sie, abgezogen auf klassischem Baryth-Papier und fast drei Meter groß, dem Publikum auf Augenhöhe. Diese Ausstellungsform im Cinemascoop-Format ermöglicht es ihm, den Betrachter direkt ins Bildgeschehen einzubeziehen.
Der Dr.-Erich-Salomon-Preis 2010 wird im Rahmen der diesjährigen photokina verliehen. Dort wird Michael von Graffenried in der Visual Gallery auch Arbeiten aus seinem umfangreichen Werk zeigen.
Link: www.dgph.de
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Michael von Graffenried erhält Dr.-Erich-Salomon-Preis 2010 der DGPh
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