Die Ausstellung "Industriezeit" mit 150 Fotografien von 1845-2010 zeichnet die Entwicklung der Industriefotografie von den Anfängen bis zur Gegenwart nach.
Im Zeitalter der Industrialisierung hat sich mit der Industriefotografie ein neues Genre entwickelt, dem sich viele bedeutende Fotografen zuwandten. Ab 1855 entstanden fotografische Dokumentationen, zu Teil über mehrere Jahre hinweg, im Eisenbahn-, Straßen- und Brückenbau. Immer wieder übernahmen Fotografen die Aufgabe, den technischen Fortschritt und die gewaltigen Eingriffe in die Natur zu dokumentieren. Zu den industriellen Großprojekten im 19. Jahrhundert zählte auch der Ausbau von Flüssen zu Wasserstraßen. Nach 1918 treten der Bergbau und die Stahlgewinnung als Sujets in Fotografien zunehmend in Erscheinung. Ende der 1920er Jahre schuf Heinrich Hauser erste zusammenhängende Fotoreportagen über das Ruhrgebiet. Die Vertreter der neusachlichen Fotografie entdeckten die Schönheit nüchterner Fabrikanlagen, technischer Zweckbauten und industriell hergestellter Produkte als Sujet für ihre direkten, sachbezogenen Aufnahmen, die ab 1959 Bernd und Hilla Becher als Vorbilder für ihre systematische Erfassung von Industriebauten des 19. und 20. Jahrhunderts dienen sollten. Den Ausstellungsparcours beschließen zeitgenössische Positionen von Jürgen Nefzger oder Joachim Brohm.
Foto: Franz Hanfstaengl, Belastungsprobe der Großhesseloher Brücke, München 1857 © Münchner Stadtmuseum
Link: www.stadtmuseum-online.de
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