Der Siegeszug der digitalen Bildaufzeichnung fordert Opfer auf Seiten der Analogen. Jüngstes Beispiel: der Polaroid-Sofortbildfilm. Polaroid wird die Produktion desselbigen einstellen und sich auf andere Geschäftsfelder konzentrieren. Ganz ohne Werksschließungen und Stellenabbau wird das nicht vonstatten gehen. 450 Arbeitsplätze in Mexico, den USA und in den Niederlanden werden wohl verloren gehen. Damit umfasst die Belegschaft von Polaroid noch ungefähr 150 Mitarbeiter. 1978 in den Boomzeiten des Sofortbildfilmes waren es fast 21.000. Die Produktion von Sofortbildkameras wurde bereits vor zwei Jahren eingestellt. Stattdessen nahm Polaroid digitale Kompaktkameras, MP3-Player, Fernseher und DVD-Spieler in sein Produktportfolio auf.
Mit dem Polaroid-Sofortbildfilm geht ein Stück Filmgeschichte zu Ende. Edwin Land erfand den Sofortbildfilm, der 1948 auf den Markt kam. Der Sofortbildfilm wurde immer beliebter und Polaroid erwirtschaftete 1991 einen Spitzenumsatz von drei Milliarden Dollar. Zuletzt allerdings sank der Umsatz jährlich um 20 bis 30 Prozent. Der Polaroidfilm wurde zum Nischenprodukt für einige Fotoenthusiasten und Fotokünstler wie Stefanie Schneider und Jan Hnizdo. Die müssen sich nun allerdings Sorgen um Nachschub machen. Die Lagerbestände sollen noch für gut ein Jahr reichen und eine amerikanische Firma soll größere Mengen an Filmmaterial aufgekauft haben, doch der Polaroid-Film hält nur begrenzt. Bleibt eigentlich nur der Wechsel zum letzten im Markt verbliebenen Sofortbildhersteller Fujifilm.
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