PPS-Insolvenz – Die offizielle Stellungnahme der Geschäftsführung

05.08.2004

Bereits zuvor wurde an dieser Stelle über die Insolvenz der PPS-Handesgruppe berichtet. Nun hat uns die offizielle Stellungnahme der PPS-Geschäftsführung erreicht, die wir hier im Wortlaut ins Netz stellen.

„Ein offenes Wort von PPS.

Wie bereits berichtet, wurde für drei der sieben operativen Gesellschaften der PPS Handelsgruppe ein Insolvenzantrag gestellt. Alle Betriebe werden weitergeführt, die vom Insolvenzeröffnungsverfahren betroffenen Gesellschaften werden von dem Hamburger Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder als vorläufigem Insolvenzverwalter begleitet. Nicht betroffen sind Kleffel + Aye Köln GmbH, Foto Elgas und Film Art München sowie Hansephot GmbH Rostock.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Schröder gibt es bereits konkrete Gespräche mit neuen möglichen Investoren, die den seit Monaten von der PPS Geschäftsführung eingeleiteten weit fortgeschrittenen Restrukturierungsprozess der Handelsgruppe abschließen und den Geschäftsbetrieb dauerhaft erfolgreich weiterführen wollen.

Der Fotomarkt hat als einer der wenigen Märkte im letzten Jahr ca. 5% zugelegt. Das Geschäft mit Digitalkameras und Zubehör wächst kräftig. Lediglich die analoge Technik und der damit verbundene Filmumsatz und in der Folge die Labors verzeichnen Rückgänge.

Durch immer preiswerter werdende High-End-Kameras, mit stetig steigender Ausstattung, werden auch Fotografen und Hobbyfotografen vermehrt mehr investieren. Dies wird nach Branchenmeinung eine stark wachsende Nachfrage nach Zubehör und Objektiven zur Folge haben.

Die Märkte werden sich weiter polarisieren. Bei den Anwendern werden die Grenzen zwischen Profi- und anspruchsvollem Hobbyfotografen bezüglich der Ausrüstung verschwinden. Anspruchsvolle Kunden suchen kompetente Beratung. Der Preis wird natürlich im Fokus stehen, aber anspruchsvolle Technik und damit erforderliche Dienstleistungen wurden und werden von Großvertriebsformen noch nie erfolgreich angeboten. Die gute und vertrauensvolle Beziehung vom Kunden zu seinem Berater war immer schon und bleibt künftig ein tragfähiges Erfolgskonzept.

Seit über 30 Jahren stehen die drei Buchstaben PPS für Professionalität und Service rund um die Fotografie. Speziell, wenn es um das geht, was Fotografen neben ihrer eigentlichen Aufgabe auch noch für eine erfolgreiche Arbeit benötigen.

Die Kleffel + Aye/Bremaphot Gruppe hat – noch länger als PPS – den Fotografen, verstärkt in den außerstädtischen Regionen, im Fokus. 2001 wurde diese Gruppe im Zuge der Konzentrationsprozesse im Handel in die PPS Handelsgruppe integriert. Damit verbunden war eine nicht leichte Aufgabe der Integration und Reorganisation.

Ziel war und ist

• Fokussierung auf die unterschiedlichen Anforderungen der Bereiche Anwender (berufliche und anspruchsvolle Amateure/Prosumer) und Wiederverkäufer sowie konsequente Trennung der beiden Geschäftsbereiche

• Konzentration des Profigeschäftes auf Standorte mit einem großen regionalen und/oder überregionalen Marktpotential. Versorgung des Marktes über Pro-Shops, Technischen Außendienst und Versandhandel

• Konzentration des Großhandels mit bundesweiter Distribution. Kundennähe über Außendienstmitarbeiter und Belieferung ab Zentrallager. Aufbau strategischer Kooperationen mit interessierten Industriepartnern und Konzentration auf deren Produkte, um deren Marktdurchdringung bei Einführungsaktionen und Produktpflege zu unterstützen und zu verbessern.

Dieser Prozess der Reorganisation hat ein höheres finanzielles Engagement erfordert, als alle Marktteilnehmer annahmen, da sich zeitgleich die Marktsituationen schneller veränderten. Dennoch konnten wir diesen Prozess weitgehend zu Ende führen, so dass mit neuen Investoren ein Neustart gesichert ist.

Die Labor/Imaging Service Betriebe wurden im Februar 2004 an einen österreichischen Investor verkauft, nachdem diese über die letzten Jahre keine positiven Beiträge mehr brachten und dem Handelsbereich seine Restrukturierungsbemühungen zusätzlich erschwerten und verzögerten. Die Ursachen liegen im Wandel der Bedürfnisse unserer Kernzielgruppe Fotografen und dem sich verschärfenden Wettbewerb im Bereich Großbild, Messe-und Werbetechnik. Der Imaging Bereich hat sich seinerseits auf die neuen Marktanforderungen eingestellt und tritt heute unter dem Namen PPS Imaging Group im Markt auf, sie ist nicht mehr mit der PPS Handelsgruppe verbunden.

Wir werden alle Anstrengungen daran setzen, die derzeitige Situation schnellstmöglich zu normalisieren. Neben den Gesprächen mit den Investoren beginnen bereits Gespräche mit den wichtigsten Lieferanten. Die Lieferanten stehen nach wie vor voll hinter PPS und arbeiten mit der Geschäftsleitung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder an Möglichkeiten, kurzfristig PPS wieder voll lieferfähig zu machen, damit die Unternehmen ihre im Markt wichtige Funktion wieder in gewohnter Weise uneingeschränkt fortführen können.

Die Mitarbeiter haben zum Ausdruck gebracht, dass sie uneingeschränkt zum Unternehmen stehen. Schon in der Vergangenheit haben alle 170 Mitarbeiter bewiesen, welch ungewöhnlich hohe Bindung sie zu ‚ihrem‘ Unternehmen haben. Nicht zuletzt dadurch, dass die Führungskräfte die verschiedenen Standorte, wie ‚ihr‘ Unternehmen führen und dadurch eine hohe Loyalität aller Mitarbeiter geschaffen haben, ist der gemeinsame Erfolg der Gruppe begründet und gesichert.“

Ralf Schöpker Christof Bergmann

Geschäftsführer Geschäftsführer

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