Roger Ballens Fotografien von 1973 bis 2010 werden vom 12. November bis zum 27. Februar in einer großen Retrospektive im Münchner Stadtmuseum gezeigt. Seit mehr als drei Jahrzehnten porträtiert der aus New York stammende, heute in Johannesburg lebende Fotograf Roger Ballen die verarmte weiße Landbevölkerung in Südafrika: Menschen, die auf dem "Platteland" ein kärgliches Dasein fristen. Schauplätze der theatralischen Inszenierungen sind die einfachen Behausungen, deren Innenräume sich in eine klaustrophobische Bühne verwandeln, auf der die Akteure mit beunruhigender Expressivität agieren. Den Kompositionen wohnt etwas Absurd-Groteskes und zugleich Bedrohlich-Bedrückendes inne. Requisiten wie Drähte, verschlissenes Mobiliar oder "primitive" Bilder, die an die Gegenstandswelt der Arte Povera erinnern, entwickeln im surrealen Zusammenklang mit den Personen ein seltsam bizarres Eigenleben. Im Geist der Art Brut verwandt, repräsentieren die im dokumentarischen Stil hergestellten Aufnahmen eine hermetische Welt, dieals verstörendes Abbild psychotischer Energien gelesen werden kann: Ein existentialistisches Panoptikum, das Assoziationen an Diane Arbus`Porträts gesellschaftlicher Randgruppen weckt.
Foto: Cut loose, 2005 © Roger Ballen
Link: www.stadtmuseum-online.de
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