"Photographien seit 1982" versammelt zwanzig Bildreihen mit Porträts, die ein amerikanisches Gesellschaftspanorama entwickeln.
Judith Joy Ross hat im Laufe der letzten 30 Jahre ein beeindruckendes Oeuvre geschaffen, innerhalb dessen autobiografische Bezüge und übergreifend gesellschaftliche Fragestellungen im Vordergrund stehen. Die Fotografin entwickelt ihre Bildserien von verschiedenen Personenkreisen stets über einen längeren Zeitraum an unspektakulären Orten wie dem Stadtpark ihrer Heimatstadt, den Straßen der Nachbarschaft, in Schulen und auf Spielplätzen, im Wahllokal oder der Stadtbücherei. Die einfühlsamen Porträts filtern das Individuelle im Provinzalltag heraus. Mit ihrem Werk steht Judith Joy Ross in der Tradition eines August Sander oder des „dokumentarischen Stils“ von Walker Evans. Mit den Themen Identität, Erwachsenwerden, gesellschaftliches Miteinander und den Entfaltungsmöglichkeiten des Einzelnen trifft die Fotografin den Nerv der Zeit. Die Protagonisten stammen aus unprätentiösen Lebenskontexten fern des amerikanischen Traums. In der Zusammenschau vereinen sich die Aufnahmen zu einem fotografischen Gesellschaftspanorama, das im Spiegel aktueller amerikanischer Befindlichkeiten aktueller ist denn je. Schirmer Mosel Verlag, 144 Seiten, 83 Abb. in Tritone, 39,80 Euro, Deutsch/Englisch, gebunden, ISBN 978-3-8296-0565-6.
Link: www.schirmer-mosel.de
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