Spectaris

"Made in Germany" in Gefahr

29.01.2012

Der Branchenverband Spectaris warnt vor den massiven Auswirkungen einer Verschärfung der Kriterien für das „Made in Germany“-Label auf die Imaging- und Fotoindustrie.

Bisher richtet sich die Auszeichnung mit dem Label nach dem letzten wesentlichen Be- oder Verarbeitungsort. Die Europäische Union plant nun, von diesem Vorgehen abzuweichen und einen in Deutschland gefertigten Anteil von mindestens 45 Prozent zu fordern. Dabei ist für das Label jedoch die Konzeption und Qualität des Gesamtproduktes und nicht die Herkunft der Einzelteile entscheidend. Die Änderung der so genannten Warenursprungsregelung hätte zudem einen erheblichen Bürokratie- und Kostenaufwand für die Unternehmen zur Folge.

Gerade für die klein- und mittelständischen Unternehmen aus der Imaging- und Fotobranche biete die Ursprungsangabe „Made in Germany“, welches im Ausland für besondere Qualität steht, einen Wettbewerbsvorteil, urteilt der Verband. „Der Großteil der Spectaris-Unternehmen lässt in Deutschland produzieren – dennoch gibt es Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise elektronische Bauteile, deren Beschaffung in Deutschland ausgeschlossen ist, da die Herstellung ausschließlich im Ausland stattfindet. Zudem bedingt der internationale Wettbewerb die Prüfung alternativer Produktionsstandorte, um diverse Wettbewerbskriterien wie Preise, Lieferzeit und -flexibilität erfüllen zu können.“ Gleichwohl würden die Produkte für deutsche Qualität stehen, da die Entwicklung des Gesamtkonzeptes, die Qualitätsstandards und Serviceleistungen aus Deutschland stammen, erklärt Tobias Weiler, Geschäftsführer des Industrieverbandes Spectaris. Dieser Aspekt dürfe bei der Definition von „Made in Germany“ nicht außer Acht gelassen werden.

Aktuell ist die Diskussion um das Label „Made in Germany“ entbrannt, da der so genannte Zollkodex modernisiert werden soll. In diesem Kodex legt die EU die zollrechtlichen Vorschriften fest, die für die Einfuhr und Ausfuhr von Waren zwischen der Gemeinschaft und Drittländern gelten. Um eine Gefährdung von „Made in Germany“ zu vermeiden, sind alle Dachverbände bereits auf breiter Front aktiv geworden – da das Thema neben der Fotobranche auch andere wichtige Industriezweige in Deutschland umfasst.

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