Mehr als 200 Bieter und Sammler beteiligten sich an der 20. WestLicht-Auktion. Dabei wurden 94 Prozent der insgesamt 650 Lose verkauft. Der Gesamtumsatz der Kamera-Auktion beläuft sich auf etwa 2.600.000 Euro. Knapp 200 Lose wurden im Zuge der 5. Auktion für Fotografie angeboten. 83 Prozent der Lose wurden verkauft, bei einem Gesamtumsatz von 482.000 Euro.
Eine seltene Leica I mit Kalbslederbezug aus 1930, in dieser Form nur drei Mal bekannt, kletterte von 15.000 Euro auf 120.000 Euro inklusive Aufgeld. Spannend war das Bietergefecht um die Leica-Ausrüstung der berühmten österreichischen Fotografin Inge Morath, die von 2.500 Euro auf 16.800 Euro inklusive Aufgeld gesteigert wurde. Ein Foto von Inge Morath aus 1954, das sie mit dieser Kamera zeigt, wurde in der anschließenden Foto-Auktion um 3.360 Euro inklusive Aufgeld verkauft. Die schwarz lackierte Leica MP Nr. 28 für Profifotografen um 1958 gebaut, wurde um 121.200 Euro inklusive Aufgeld bei einem Startpreis von 22.000 Euro verkauft. Die für die US Army gebaute Leica KE-7A mit dem Spezialobjektiv Elcan 2/66mm erzielte 66.000 Euro, der Startpreis lag bei 12.000 Euro. Eine besondere Rarität, ein rot lackiertes Leica-Unterwassergehäuse für die US Army, erzielte das Höchstergebnis dieser Auktion. Der Startpreis kletterte von 12.000 Euro auf 150.000 Euro. Besonders gefragt waren die Sonderserien aus 2011, von Leica exklusiv zum 20-Jahre-Jubiläum des Leica Shops in Wien in einer Auflage von je 20 Stück gebaut. Die analoge M3-P wurde von 15.000 Euro auf 60.000 Euro gesteigert, das digitale Gegenstück, die M9-P, ging von 15.000 Euro auf 48.000 Euro. Beide Kameras sind mit dem lichtstarken Noctilux 0,95/50mm in Chrom ausgestattet. Eine Leica-Kopie aus China, die so genannte Red Flag, um 1977 im Auftrag von Maos Witwe gebaut, wurde um 108.000 Euro zugeschlagen (Startpreis 16.000 Euro). Die Hasselblad 500 EL/M aus der ersten Serie der motorisierten NASA-Weltraum-Kameras, für die bemannten Apollo-Mond-Missionen gebaut, erzielte 21.840 Euro inklusive Aufgeld.
Schon das erste Los der 5. Auktion für Fotografie, zwei Daguerreotypien aus 1848, kletterte auf 36.000 Euro brutto. Ein großformatiger Vintage-Abzug von Wilhelm von Gloedens Freiluft-Akt „Cain“ wurde um 33.600 Euro inklusive Aufgeld verkauft (Startpreis 15.000 Euro). Ein besonderes Highlight waren die drei einzigen Vintage-Prints der Alma-Puppe, einem lebensgroßen Abbild der berühmten Künstler-Muse Alma Mahler-Werfel, entstanden um 1919. Oskar Kokoschka, den mit Alma eine zerstörerische Amour fou verband, hatte die Puppe vier Jahre nach der Trennung 1918 in München anfertigen lassen: Die Höchstgebote mit Zuschlag für die drei Prints beliefen sich auf 60.000 Euro (Startpreis 15.000 Euro). Das Porträt Gustav Klimts von Moriz Nähr erzielte 10.200 Euro inklusive Aufgeld. Begehrt waren auch Fotografien, die Gustav Klimt privat am Attersee zeigen, darunter der einzige Vintage-Abzug einer Aufnahme von Emma Bacher, der späteren Inhaberin der Galerie Miethke: 12.000 Euro inklusive Aufgeld.
Die nächsten WestLicht Photographica Auktionen finden im Mai 2012 statt.
Fotos (von oben nach unten): Los 9 - I Mod.A Elmar 'Kalbsleder', © WestLicht Photographica Auction
Los 99 - Inge Morath beim Einstellen ihrer Leica IIIf, © WestLicht Photographica Auction
Link: www.westlicht-auction.com
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2.600.000 Euro bei Kamera-Auktion erzielt
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