Die Galerie Bene Taschen in Köln zeigt ab Ende November die Einzelausstellung „Italy“ von Miron Zownir. Die zwischen 2017 und 2024 entstandenen Fotografien führen durch urbane Zentren Nord- und Süditaliens ebenso wie durch ländliche Regionen Apuliens – und verdichten unterschiedliche gesellschaftliche Wirklichkeiten zu einem ebenso direkten wie persönlichen Blick auf das Land.
- Miron Zownir, Bologna 2024
Miron Zownir gehört zu den eigenwilligsten Vertretern einer kompromisslosen, subjektiven Dokumentarfotografie. Seine Arbeiten suchen nicht nach repräsentativen Ansichten oder touristischen Chiffren, sondern nach den Rändern gesellschaftlicher Normalität. Auch „Italy“ folgt diesem Ansatz: Zownir richtet den Blick auf Menschen, Orte und Situationen, in denen sich soziale Verhältnisse, Widersprüche und Brüche unmittelbar einschreiben.
Die in der Ankündigung gezeigten Motive auf Seite 1 – Aufnahmen aus Taranto und Mailand von 2024 – geben einen ersten Eindruck von dieser Spannweite: Architektur, Straßenraum und menschliche Präsenz stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Italien jenseits der Postkarte
Die Serie entstand über einen Zeitraum von sieben Jahren. Fotografiert hat Zownir sowohl in den Metropolen des Nordens und Südens als auch in den ländlicheren Regionen Apuliens. Damit entwickelt die Ausstellung keinen homogenen Blick auf Italien, sondern zeigt ein Land zwischen urbaner Verdichtung, sozialer Realität und provinzieller Peripherie.
- Miron Zownir, Taranto 2024
- Miron Zownir, Florence 2024
- Miron Zownir, Rome 2024
Gerade diese Reibung passt zu Zownirs fotografischem Werk. Seine Bilder sind selten distanziert. Sie leben von Nähe, Direktheit und einer Haltung, die sich weder auf reine Sozialdokumentation noch auf ästhetische Beobachtung reduzieren lässt.
Internationale Ausstellungsgeschichte
Zownirs Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Zu den wichtigen institutionellen Stationen gehören „El Salvaje Europeo“ im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona 2004, „DARKSIDE I und II“ im Fotomuseum Winterthur 2008/09 sowie die Retrospektive „Miron Zownir“ im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg 2016. 2021 war „Zeit wird knapp / Non c’è più tempo“ im Centro Internazionale di Fotografia in Palermo zu sehen.
Weitere Präsentationen fanden unter anderem im Museum für Fotografie Berlin, im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, in der Weserburg Bremen und im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. 2023/24 waren 50 seiner Fotografien Teil der Ausstellung „DIX UND DIE GEGENWART“ in den Deichtorhallen Hamburg, wo sie in einen direkten Dialog mit dem Werk Otto Dix’ traten.
- Miron Zownir, Venice 2024
- Miron Zownir, Milan 2024
- Miron Zownir, Milan 2024
Ausstellung in Köln
„Miron Zownir – Italy“ wird am Samstag, 28. November 2026, von 14 bis 18 Uhr in der Galerie Bene Taschen eröffnet. Die Ausstellung läuft anschließend vom 29. November 2026 bis 6. Februar 2027.
Galerie Bene Taschen
Lindenstraße 19
50674 Köln
Geöffnet ist die Galerie mittwochs bis freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung.
Foto oben: Miron Zownir, Venice 2024
Alle Fotos: copyright Miron Zownir, courtesy Galerie Bene Taschen, Cologne






















