Vom 12. bis 15. November präsentiert sich die Fotostadt Düsseldorf erneut auf der Paris Photo im Grand Palais. Unter dem Titel „Düsseldorf and Photography“ rückt die Landeshauptstadt zum 200. Jubiläum der Fotografie die gegenwärtige Transformation des Mediums in den Mittelpunkt. Der prominent platzierte Auftritt im Digital Sector der internationalen Fotomesse versteht Fotografie dabei nicht allein als Bild, sondern als Material, Objekt, Prozess und zunehmend auch als Bestandteil medienübergreifender und generativer Kunstformen.
Ausgangspunkt ist eine Tradition, die Düsseldorf international geprägt hat: Fotografie wurde hier früh und konsequent als Teil der Bildenden Kunst verstanden. Die Kunstakademie, Museen, Sammlungen, Galerien, Hochschulen und unabhängige Initiativen haben über Jahrzehnte ein fotografisches Umfeld geschaffen, das weit über die Stadt hinaus Wirkung entfaltet. Zugleich soll Düsseldorf künftig Standort des Deutschen Fotoinstituts werden. „Düsseldorf and Photography“ versteht diese Geschichte ausdrücklich nicht als Rückblick, sondern als Ausgangspunkt für die Frage, wie sich fotografische Praxis gegenwärtig verändert.
„Innerhalb künstlerischer Prozesse wird Fotografie zunehmend als medienkontextualisierendes Element in einer installativen Praxis eingesetzt“, erklärt Stephan Macháč vom Kulturamt Düsseldorf. Die Präsentation auf der Paris Photo zeige diese Entwicklung und deren Auswirkungen auf das gegenwärtige und zukünftige Verständnis des Mediums.
Die gezeigten Positionen wurden auf Grundlage von Empfehlungen Düsseldorfer Kuratoren aus Museen, unabhängigen Institutionen und der freien Szene ausgewählt. Projektleitung und Konzept liegen bei Stephan Macháč und Kim-Camille Kreuz.
Thomas Ruff im Grand Palais
Ein besonderer Akzent des Düsseldorfer Auftritts ist eine monumentale Arbeit von Thomas Ruff. Der international einflussreiche Vertreter der Düsseldorfer Photoschule gestaltet in Zusammenarbeit mit fünf internationalen Galerien eine großformatige Wandinstallation im Eingangsbereich des Grand Palais. Damit erhält die historische Verbindung zwischen Düsseldorf und der internationalen Fotokunst an einem der sichtbarsten Orte der Messe eine entsprechend prominente Bühne.
Begleitet wird die Präsentation von einem Talkprogramm mit internationalen Künstlern und Akteuren, darunter Ed Atkins. Darüber hinaus gibt Düsseldorf bereits einen Ausblick auf die Biennale düsseldorf photo+ 2027. Deren Kuratorin Dr. Jana Johanna Haeckel wird erste Einblicke in ein Konzept geben, das Körperlichkeit und erweiterte Bildpraxis in den Mittelpunkt stellt.
Kunstakademie und Goethe-Institut
Auch außerhalb des Grand Palais wird der Düsseldorfer Schwerpunkt fortgesetzt. In Kooperation mit dem Goethe-Institut Paris werden aktuelle Arbeiten aus den Klassen von Prof. Peter Piller und Prof. Josephine Pryde an der Kunstakademie Düsseldorf gezeigt. Hinzu kommen Arbeiten internationaler Preisträger des Bernd-und-Hilla-Becher-Preises.
Ergänzt wird der Messeauftritt durch zwei limitierte Publikationen, die das Lehr- und Forschungsgebiet Photographie der Hochschule Düsseldorf / Peter Behrens School of Arts und die Kunstakademie Düsseldorf eigens für die Paris Photo entwickelt haben.
Mit seinem erneuten Auftritt in Paris positioniert sich Düsseldorf damit weniger als Hüter einer ruhmreichen fotografischen Vergangenheit denn als Ort, an dem über deren Fortsetzung verhandelt wird. Die Geschichte der Becher-Klasse und der Düsseldorfer Photoschule bildet dabei den Hintergrund – im Vordergrund steht die Frage, welche Rolle Fotografie künftig innerhalb einer Kunst spielen wird, deren mediale Grenzen zunehmend durchlässig werden.
Paris Photo 2026 findet vom 12. bis 15. November 2026 im Grand Palais in Paris statt.
Foto oben: Paris Photo 2025, Foto: William Basseux, Nutzungsrecht Landeshauptstadt Düsseldorf 2026















