Die Nominierten des Deutschen Fotobuchpreises 26|27 stehen fest. In Regensburg hat eine international besetzte Jury mehr als 370 eingereichte Titel gesichtet und daraus die Longlist zusammengestellt. Bevor im November die Medaillen vergeben werden, gehen die nominierten Bücher auf Reisen: Erste Station ist vom 7. bis 11. Oktober 2026 die Frankfurter Buchmesse.
Der Deutsche Fotobuchpreis zeichnet jährlich herausragende Leistungen rund um fotografische Bilder in Buchform aus. Vergeben werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen in zwölf Kategorien, die von Ausstellungskatalogen und Fotoreportagen über Künstlerbücher und monografische Werkverzeichnisse bis zu Fotogeschichte, Fototechnik, Theorie, Self-Publishing und studentischen Projekten reichen. Teilnahmeberechtigt sind Personen, Verlage und Institutionen, die im deutschsprachigen Raum leben oder dort geboren wurden.
Über die diesjährigen Einreichungen entschieden Laura Ettel, Dr. Katharina Günther, Hans-Michael Koetzle, Uta Kopp, Prof. Lotte Reimann und Prof. Dr. Bernd Stiegler.
Erste Station: Frankfurt
Die frisch nominierten Titel des Jahrgangs 26|27 werden vom 7. bis 11. Oktober 2026 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Der Deutsche Fotobuchpreis ist dort in Halle 3.0, Stand J153 vertreten. Inzwischen ist die Präsenz auf der weltweit größten Bücherschau zur Tradition geworden: 2026 werden die Nominierten bereits zum vierten Mal in Frankfurt gezeigt.
Noch bevor feststeht, welche Bücher mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet werden, erhalten die Besucher damit Gelegenheit, die gesamte Longlist zu sehen und sich einen eigenen Eindruck von der Bandbreite aktueller Fotobuchproduktion zu verschaffen.
- Juryteilnehmer*in Prof. Lotte Reimann (Hochschule München) Foto: Susanne Suttner, Schwandorf
- Juryteilnehmerin Laura Ettel (Künstlerin und Kuratorin, Leica Galerie Wien) Foto: Susanne Suttner, Schwandorf
Fotobuch-Talks am Messestand
Begleitend zur Ausstellung veranstaltet der Deutsche Fotobuchpreis mehrere Live-Gespräche mit Akteuren aus Fotografie, Verlag, Gestaltung und Buchkunst. Die jeweils rund 30-minütigen Gespräche widmen sich unter anderem der Frage, wie Fotobücher entstehen, warum sie gemacht werden und welche Relevanz sie heute besitzen.
Den Auftakt macht am Mittwoch, 7. Oktober, um 16 Uhr Rüdiger Glatz, Künstler, Verleger, Unternehmer und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Unter dem Titel „Fotografie und Buch 2026“ geht es um seine Sicht auf die Fotografie, die Rolle des Fotobuchs und seine Arbeit an der Spitze der DGPh.
Am Donnerstag, 8. Oktober, um 15 Uhr spricht Markus Hartmann von Hartmann Books über das Verlegen von Fotobüchern. Eine Stunde später folgt Buchgestalterin Uta Kopp mit einem Gespräch über die Gestaltung von Fotobüchern und die Wechselwirkung zwischen Inhalt und Form.
Am Freitag, 9. Oktober, um 16 Uhr diskutiert der Frankfurter Designer Victor Balko unter dem Titel „Warum Fotobücher?“ darüber, was ein gutes Fotobuch ausmacht, welche Rolle Gestaltung spielt und warum bestimmte Bücher überhaupt in die Hand genommen werden.
Der Samstag steht schließlich im Zeichen von Theorie und Buchkunst. Um 15 Uhr spricht Dr. Helene Roth, Kunsthistorikerin an der LMU München und Goldpreisträgerin des Deutschen Fotobuchpreises 2025, über ihr ausgezeichnetes Buch und den aktuellen Markt für Fototheorie. Um 16 Uhr folgt Birte Kreft, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst, mit einem Gespräch anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Stiftung.
- Juryteilnehmerin Dr. Katharina Günther (Kuratorin am Zentrum für verfolgte Künste, Solingen) Foto: Susanne Suttner, Schwandorf
Fachbesuch zum Sonderpreis
Für Abonnenten und Gäste des Deutschen Fotobuchpreises steht zudem ein vergünstigtes Fachbesucher-Ticket zur Verfügung. Mit dem Rabattcode fotopreisfbm26 kostet das Tages-Ticket 40 Euro statt regulär 91 Euro und beinhaltet die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Der Rabatt wird erst am Ende des Bestellvorgangs im Ticketshop der Frankfurter Buchmesse berücksichtigt.
Preisverleihung in Regensburg
Die Medaillenvergabe des Deutschen Fotobuchpreises 26|27 findet am 21. November 2026 um 18.30 Uhr in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg statt. Seit 2023 ist der Preis fest in das Internationale Festival Fotografischer Bilder integriert.
Der Wettbewerb selbst blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte Geschichte zurück. Er wurde 1975 als Kodak Fotobuchpreis gegründet, 2003 offiziell in Deutscher Fotobuchpreis umbenannt und später von der Hochschule der Medien Stuttgart weitergeführt, bevor er 2023 nach Regensburg wechselte.
Fotobücher auf Reisen
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die anschließende Ausstellungstour. Der Jahrgang 25/26 ist noch bis 14. November 2026 in der Stadtbibliothek Reutlingen zu sehen. Nach Angaben der Veranstalter haben mindestens 35.000 Besucher die ausgezeichneten Bücher des vergangenen Jahrgangs während der letzten zwölf Monate gesehen und in die Hand genommen.
Nach Frankfurt folgen für die aktuelle Präsentation weitere Stationen: Das Goethe-Institut Hongkong zeigt die Bücher vom 23. Oktober bis 13. November 2026, anschließend folgen die Stuttgarter Buchwochen vom 12. bis 29. November und die Zentralbibliothek Düsseldorf vom 8. Dezember 2026 bis 29. Januar 2027.
Die ausgezeichneten Bücher werden darüber hinaus dauerhaft im Fotobuchpreis-Archiv in Regensburg bewahrt. In Kooperation mit der Staatlichen Bibliothek Regensburg werden die eingereichten Titel inventarisiert und langfristig für Öffentlichkeit und Forschung zugänglich gemacht.
Foto oben: Jurysitzung Deutscher Fotobuchpreis 2026 Städtische Galerie im Leeren Beutel Regensburg
v.l.n.r: Juryteilnehmer*innen Prof. Prof. Lotte Reimann (Hochschule München), Uta Kopp (Buchgestalterin, Köln), Laura Ettel (Künstlerin und Kuratorin, Leica Galerie Wien), Hans-Michael Koetzle (Autor und Publizist, München), Dr. Katharina Günther (Kuratorin am Zentrum für verfolgte Künste, Solingen)
Foto: Susanne Suttner, Schwandorf



















