Mit der GR IV Monochrome bringt Ricoh eine neue Version seiner Kompaktkamera auf den Markt, die bei Sensor, Bildverarbeitung und Bedienkonzept auf einen reinen Monochrom-Workflow ausgerichtet ist.
Die GR IV Monochrome soll ab Februar 2026 für 1.799,99 Euro verfügbar sein. Kernstück ist ein APS-C Monochrome CMOS-Bildsensor mit rund 25,74 Megapixeln effektiver Auflösung. Entscheidend ist dabei der Verzicht auf den Farbfilter, der bei klassischen Sensoren die Farbinformationen trennt und über Interpolation zu einem Farbbild zusammensetzt. Bei einem Monochrom-Sensor erfasst jedes Pixel direkt die Helligkeitsinformation. Dadurch sollen eine besonders präzise Detailwiedergabe und reichhaltige Tonwertabstufungen möglich sein.
Der Empfindlichkeitsbereich reicht von ISO 160 bis ISO 409600. Damit positioniert Ricoh die Kamera ausdrücklich auch für Low-Light-Situationen und für Bildstile, die bewusst mit Korn und Struktur arbeiten.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist der physikalisch integrierte Rotfilter in der Objektiveinheit. Er lässt sich über die Fn-Taste aktivieren oder deaktivieren. Der Filter lässt nur rote Wellenlängen passieren und kann dadurch typische Effekte erzeugen, etwa dunklere Himmel und stärkere Wolkenzeichnung oder eine betonte Darstellung roter Motivanteile.
Für die kamerainterne Bildgestaltung wurden zusätzliche Image-Control-Optionen speziell für Schwarzweiß entwickelt. Ricoh nennt unter anderem „Solid“ mit harter Tonwertkurve für eine klare, präzise Anmutung sowie „Grainy“ mit starkem Körnungseffekt, der an Silberhalogenid-Abzüge und Druckästhetik erinnern soll. Die Bildsteuerung lässt sich direkt über eine Funktion der Vierwegetaste umschalten, um unterschiedliche Looks zu testen.
Die GR IV Monochrome arbeitet mit einem 18,3 mm F2,8 Objektiv, das einem Bildwinkel von 28 mm (KB-äquivalent) entspricht. Die optische Konstruktion umfasst 7 Elemente in 5 Gruppen und soll eine verbesserte Schärfe von der Bildmitte bis zu den Rändern liefern.
Zur Verwacklungskompensation ist ein 5-Achsen-Bildstabilisator integriert, der laut Hersteller bis zu sechs Blendenstufen ausgleichen kann.
Im Unterschied zum Basismodell besitzt die GR IV Monochrome zusätzlich zum mechanischen Verschluss auch einen elektronischen Verschluss, der besonders kurze Zeiten bis 1/16.000 Sekunde ermöglicht. Das ist vor allem dann relevant, wenn bei hellem Licht mit offener Blende gearbeitet werden soll oder wenn die hohe Empfindlichkeit des Monochrom-Sensors gestalterisch genutzt wird. Ricoh weist außerdem darauf hin, dass diese Funktion später auch per Firmware-Update für die GR IV nachgereicht werden soll.
Die GR IV Monochrome nutzt einen 1800-mAh-Akku DB-120 für rund 250 Aufnahmen. Zusätzlich verfügt die Kamera über 53 GB internen Speicher, was laut Ricoh für mindestens 995 RAW-Bilder ausreichen soll.
Für die mobile Anbindung wird die neu entwickelte „GR WORLD“-App genannt, die eine verbesserte Konnektivität mit Smart-Geräten ermöglichen soll.
Auch äußerlich betont Ricoh den Spezialistenstatus. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung ist ebenso wie Auslöser und Ringkappe in mattem Schwarz gehalten. Das GR-Logo erscheint in seidenmattem Schwarz und die Beleuchtung des Netzschalters wurde auf Weiß umgestellt.
Die GR IV Monochrome ist mit dem optionalen Zubehör der GR IV kompatibel. Dazu zählen der Vorsatzlinsenadapter GA-3 für den Weitwinkelkonverter GW-4 oder Filter mit 49 mm Durchmesser. Neu vorgestellt werden außerdem der GS-4 Fingerriemen aus Leder sowie der externe Blitz GF-2 mit Leitzahl 3 (ISO 100).
Mit der GR IV Monochrome adressiert Ricoh Fotografen, die Schwarzweiß nicht als nachträgliche Konvertierung verstehen, sondern als eigenständige Bildsprache. Der Monochrom-Sensor ohne Farbfilter, der integrierte Rotfilter und die neuen Bildsteuerungen zeigen, dass Ricoh hier nicht nur eine Variante der GR IV anbietet, sondern eine klar spezialisierte Kamera für tonale Präzision und monochrome Gestaltung.















