Mit seinem ersten gedruckten Band setzt das MARLEY Magazine ein bewusst analoges Zeichen in einer zunehmend digitalisierten Bildkultur.
Was bislang vor allem als visuelles Projekt im Netz wahrgenommen wurde, erscheint nun als aufwendig produziertes Bookazine, das sich der zeitgenössischen Aktfotografie in opulenter Form widmet. Die Publikation versteht sich weniger als klassisches Magazin denn als kuratiertes Objekt zwischen Fotoband, Sammlerstück und Manifest für die Rückkehr des haptischen Bildes.
Hinter dem Projekt stehen die Gründer Sacha Leyendecker und Teddy Marks, die mit dem Debütband eine ästhetisch konsequente Vision verfolgen. Der Schwerpunkt liegt auf einer sinnlichen, zugleich stilisierten Bildsprache, die Aktfotografie nicht als flüchtige Konsumware, sondern als künstlerischen Ausdruck positioniert. Hochwertige Druckqualität, reduziertes Layout und eine bewusst zurückhaltende Typografie lenken den Blick konsequent auf das fotografische Werk.
Das MARLEY Magazine setzt auf starke Kontraste: Provokation trifft auf formale Eleganz, Inszenierung auf Intimität, Hedonismus auf gestalterische Disziplin. Gedruckt auf schwerem Premium-Fotopapier entfaltet der Band eine visuelle Dichte, die digitale Darstellungen kaum erreichen. Jede Doppelseite ist als eigenständige Bildkomposition angelegt und lädt zum langsamen Betrachten ein – ein Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit sozialer Medien.
Inhaltlich versammelt die Publikation eine internationale Auswahl renommierter Fotografen, darunter Kurler, Laure Sevapore, Ludo Paul, Lukas Dvorak, Martial Lenoir, Nicolas Larriere, Stefan Rappo und Victor Deweerdt. Ergänzt wird diese Auswahl durch Arbeiten der Herausgeber selbst. Die Beiträge eint eine ästhetische Haltung, die den menschlichen Körper nicht allein als Motiv, sondern als Projektionsfläche für Emotion, Identität und visuelle Erzählung begreift.
Formal überzeugt das Debüt durch seine hochwertige Verarbeitung: 224 Seiten im großzügigen Format von 30 × 22 Zentimetern, gedruckt auf 170-Gramm-Fotopapier, Softcover mit 350-Gramm-Umschlag, Fadenheftung und Schweizer Bindung. Diese Produktionsdetails unterstreichen den Anspruch, ein langlebiges Sammlerstück zu schaffen, das sich deutlich vom kurzlebigen Charakter klassischer Magazine absetzt.


















