Die Internationale Photoszene Köln startet die fünfte Ausgabe ihres Residenz- und Ausstellungsprogramms Artist Meets Archive. Im Juli und August 2026 sind Lana Mesić, Maria Trabulo, Viktoriia Tymonova sowie das Duo Juana Awad und Luisa Ungar in Köln zu Gast, um sich künstlerisch-forschend mit fotografischen Archiven und Sammlungen auseinanderzusetzen.
Die neuen Projekte entstehen in Kooperation mit dem Archiv der Fotowerkstätte Schmölz, dem LVR-Landesmuseum Bonn und FrauenMediaTurm Köln, dem Greven Archiv Digital sowie dem Deutschen Tanzarchiv Köln. Präsentiert werden die Ergebnisse beim nächsten Photoszene-Festival im Mai 2027.
Bereits im August bietet die Photoszene zwei öffentliche Artist Talks an. Am 18. August 2026 sprechen Lana Mesić und Viktoriia Tymonova um 18 Uhr im Archiv der Fotowerkstätte Schmölz. Am 20. August 2026 folgt ein Gespräch mit Juana Awad und Luisa Ungar im Deutschen Tanzarchiv Köln. Beide Veranstaltungen finden auf Englisch statt, der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
Lana Mesić arbeitet während ihrer Residency im Archiv der Fotowerkstätte Schmölz. Die in Rotterdam lebende multidisziplinäre Künstlerin entwickelt forschungsbasierte Installationen und Formen erweiterter Fotografie. Maria Trabulo ist am FrauenMediaTurm Köln und am LVR-Landesmuseum Bonn zu Gast. Die portugiesische Künstlerin und Forscherin untersucht Archive als Orte öffentlichen Erinnerns, der Restitution und des gemeinschaftlichen Austauschs.
Viktoriia Tymonova setzt sich im Rahmen ihrer Residency mit dem Greven Archiv Digital auseinander. Die ukrainische Künstlerin arbeitet mit Fiktion, magischem Denken, Verschwörungstheorien und inszenierten Formen des Paranormalen. Juana Awad und Luisa Ungar forschen gemeinsam im Deutschen Tanzarchiv Köln. Ihre Praxis widmet sich übersehenen, ausgeschlossenen oder vergessenen Erzählungen sowie den Einflüssen des Globalen Südens auf den Norden.
Parallel startet mit Artist Meets Archive #5 Bonus Track ein Kooperationsprojekt zur Bildgeschichte des Kölner Popjournalismus. Gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln untersucht die Photoszene fotografische Archive und Bildsprachen aus dem Umfeld von Musik- und Popmagazinen wie Spex und Intro. Ausgangspunkt sind unter anderem Archivbestände des Fotografen Wolfgang Burat, Gründungsmitglied, Mitherausgeber und einer der ersten Fotografen der in Köln gegründeten Musikzeitschrift Spex.
Im Fokus stehen die Rolle der Fotografie im frühen Kölner Popjournalismus, die Arbeit beteiligter Fotografen und die Entwicklung spezifischer Bildsprachen an der Schnittstelle von Fotografie, Text und Musik. Die Ergebnisse sollen als Momentaufnahme und Zwischenstand ebenfalls im Rahmen des Photoszene-Festivals 2027 präsentiert werden.
Artist Meets Archive ist das zentrale kuratierte Programm der Internationalen Photoszene Köln zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Fotografie im Kontext von Archiven. Seit 2018 wurde das Format in Kooperation mit wechselnden fotografischen Sammlungen und Archiven in Köln und der Region realisiert. Beteiligt waren bisher unter anderem das Museum Ludwig, das Dombauarchiv, das Rautenstrauch-Joest-Museum, das Kölnische Stadtmuseum und Die Photographische Sammlung/Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn.
Einen weiteren Ausblick gibt die Photoszene auf den Kongress Not Knowing — Photography and the Unknown, der vom 22. bis 25. Oktober 2026 im Orangerie Theater Köln stattfindet. Der Kongress bildet den diskursiven Auftakt des Photoszene-Festivals 2027 und widmet sich in Vorträgen, Gesprächen, Workshops, Performances und Screenings den Potenzialen des Nichtwissens in Fotografie, Archiv, Kunst, Wissenschaft und Theorie.













