Zu den zentralen Programmpunkten der Opening Week der 57. Rencontres d’Arles gehörten erneut zahlreiche Preisverleihungen.
Der Prix de la Photo Madame Figaro 2026 – Rencontres d’Arles ging an Mallory Lowe Mpoka für „Cosmologies of the Heiresses“, präsentiert von Occurence aus Montréal im Rahmen des Discovery Award 2026 Louis Roederer Foundation im Espace Monoprix. Der seit 2016 mit den Rencontres verbundene Preis würdigt herausragende Positionen von Fotografinnen im Festivalprogramm und ist mit 10.000 Euro dotiert. Den Vorsitz der Jury hatte 2026 Isabelle Huppert.
Beim Discovery Award – Louis Roederer Foundation erhielt Magali Paulin den Jurypreis für „Matter, Phantoms“, präsentiert von Doubledummy aus Arles. Der Publikumspreis ging ebenfalls an Mallory Lowe Mpoka für „Cosmologies of the Heiresses“, präsentiert von Occurence, Montréal. Der Discovery Award richtet sich seit 2002 an aufstrebende Künstler und Fotografen und verbindet die Auszeichnung mit einer Akquisition im Wert von 15.000 Euro; der Publikumspreis ist mit einer Akquisition im Wert von 5.000 Euro verbunden.
Der Luma Rencontres Dummy Book Award 2026 wurde an Otto Hainzl für „Europastrasse“ vergeben. Gestaltung und Konzept stammen von Otto Hainzl selbst. Das Projekt entstand 2025 in Österreich. Eine besondere Erwähnung erhielt Gabriel Corredor Aristizábal für „Piedemonte“, gestaltet von Lion Mayer, Deutschland 2025. Der seit 2015 vergebene Preis ist mit einem Produktionsbudget von 25.000 Euro verbunden und richtet sich an unveröffentlichte Buchdummys mit besonderem Augenmerk auf experimentelle und innovative editorische Formen.
Auch die traditionsreichen Rencontres d’Arles Book Awards wurden während der Opening Week vergeben. Der Author’s Book Award ging an Keisha Scarville für „Passports“, erschienen bei MACK, London 2026. Das Design stammt von Keisha Scarville und Morgan Crowcroft Brown. Eine besondere Erwähnung erhielt Mathieu Van Assche für „BRRRXL“, erschienen bei Éditions Le Mulet, Brüssel 2025, gestaltet von Studio DIRK.
Den Historical Book Award erhielt Juliette Pavy für „Spirals“, erschienen bei Four Eyes éditions, Paris 2025, gestaltet von William Keo. Eine besondere Erwähnung ging an Eugène Trutat und Lia Pradal für „Chambre noire, archive blanche“, erschienen bei Editions Païen, Massat 2025, gestaltet von Lia Pradal.
Der Photo-Text Award wurde an Robby Reis, Lee-Anne Millaire Lafleur und Ralph Alerte für „Not a Cookbook“ vergeben, erschienen bei TBW Books, Oakland, USA 2025. Das Design stammt von Robby Reis und Paul Schiek. Eine besondere Erwähnung erhielt „Menú de Gaza“ von Mikel Ayestaran und der Hammad Family, erschienen bei 5W, Barcelona 2025, gestaltet von Juanjo Justicia / Underbau.
Die Preisvergaben unterstreichen einmal mehr die zentrale Rolle von Arles als internationaler Plattform für fotografische Autorenschaft, Ausstellungsformate und Fotobuchkultur. Besonders auffällig ist dabei, wie stark die Rencontres ihre Preise inzwischen als Teil eines erweiterten Ökosystems aus Ausstellung, Publikation, Sichtbarkeit und institutioneller Förderung positionieren. Arles bleibt damit nicht nur ein Ort der Präsentation, sondern auch ein Resonanzraum für Karrieren, Projekte und Diskurse, die weit über die Festivalwoche hinausreichen.
Neben den offiziellen Ausstellungen und Preisverleihungen war auch die fotografische Publikationskultur erneut ein Schwerpunkt. Auf Einladung der Rencontres organisierte France PhotoBook die vierte Ausgabe der Arles Books Fair, an der mehr als 80 internationale Verlage teilnahmen. Das Programm mit Begegnungen, Signierstunden und Präsentationen zeigte, dass das Fotobuch in Arles weiterhin eine zentrale Rolle spielt – als künstlerisches Medium, Sammlerobjekt, kuratorisches Format und Vertriebsweg zugleich.
Zum Auftakt hat die extreme Hitze allerdings zu einem Rückgang des allgemeinen Publikumsaufkommens geführt, während nach Angaben der Rencontres die Zahl der professionellen Besucher leicht um ein Prozent gestiegen ist.
Insgesamt umfasst die Ausgabe 2026 unter dem Titel „Worlds in View“ 47 Ausstellungen, davon elf im Rahmen des Programms Associated Arles. Hinzu kommen zwölf Ausstellungen im Grand Arles Express, 28 Ausstellungsorte, rund 400 Künstler, 30 Kuratoren und fast 4.000 ausgestellte Werke. Mehr als 115 öffentliche Veranstaltungen fanden während der Eröffnungswoche statt. Die Abendveranstaltungen im Théâtre Antique zählten mehr als 5.500 Besucher, ein Plus von acht Prozent gegenüber 2025.
Die 57. Rencontres d’Arles laufen noch bis zum 4. Oktober 2026. Die 58. Ausgabe des Festivals, die im Zeichen des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie stehen wird, findet vom 5. Juli bis 3. Oktober 2027 statt.





















