Wie verändert sich Fotografie zwischen künstlerischer Praxis, neuen Technologien, Institutionen und Markt? Dieser Frage widmen sich die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) und Fotografiska Berlin am 19. September 2026 mit dem gemeinsamen Abend „Photography Today — Tomorrow?“. Auf ein prominent besetztes Panel folgt der Photo Slam „Tomorrow Will Be Yesterday“, für den eine internationale Jury aus rund 200 eingereichten Projekten ausgewählt hat.
Im Jubiläumsjahr ihres 75-jährigen Bestehens richtet die DGPh den Blick nicht nur zurück, sondern ausdrücklich nach vorn. Gemeinsam mit Fotografiska Berlin geht es um die Frage, welche Rolle Fotografie in einer Bildwelt spielen kann, die sich technisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich mit hoher Geschwindigkeit verändert.
- Der DGPh Abend im Fotografiska ist außerdem eine der letzten Gelegenheiten, die dort gezeigte Ausstellung von Anton Corbijn zu sehen, die an diesem Wochenende endet
Photography Today — Tomorrow?
Den Auftakt bildet um 18:30 Uhr das Panel „Photography Today — Tomorrow?“. Unter der Moderation von Ruediger Glatz diskutieren Claire Ducresson-Boët, Exhibitions Manager bei Fotografiska Berlin, die Fotografin Verena Brüning und der Künstler Boris Eldagsen über aktuelle und kommende Entwicklungen des Mediums.
Dabei reicht das Spektrum von neuen Technologien und Bildformen über Veränderungen des fotografischen Marktes bis zu grundsätzlichen Fragen nach Autorschaft und Erinnerung. Gerade die zunehmende Durchdringung visueller Kultur durch generative KI zwingt dazu, Begriffe neu zu verhandeln, die über Jahrzehnte selbstverständlich erschienen: Was ist eine Fotografie? Wer ist ihr Autor? Welche Bedeutung besitzt die Verbindung zwischen Bild und Wirklichkeit?
Mit Boris Eldagsen sitzt einer der Protagonisten dieser Debatte auf dem Podium. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 2023, als er einen Sony World Photography Award für ein KI-generiertes Bild ablehnte und damit eine weltweite Diskussion darüber auslöste, wie Wettbewerbe, Institutionen und Öffentlichkeit mit synthetischen Bildern umgehen sollen.
Tomorrow Will Be Yesterday
Im Anschluss wechselt der Abend vom Diskurs zum Bild. Unter dem Titel „Tomorrow Will Be Yesterday“ präsentiert ein Photo Slam ausgewählte fotografische Serien als sequenzierte Slideshows auf der großen LED-Wand im Ballroom des Fotografiska. Live-Musik begleitet die Präsentationen und macht aus den einzelnen Arbeiten eine gemeinsame visuelle Inszenierung.
Grundlage ist ein weltweiter Open Call, auf den rund 200 Einreichungen eingingen. Die Auswahl traf eine international besetzte Jury mit Kathy Ryan, der langjährigen Director of Photography des New York Times Magazine, Claire Ducresson-Boët, Wolfgang Zurborn, Thomas Gerwers und Ralph Baiker. Auch zahlreiche Mitglieder der DGPh beteiligten sich an der Ausschreibung.
Der Titel „Tomorrow Will Be Yesterday“ formuliert dabei zugleich das Leitmotiv des Abends: Was heute neu, experimentell oder möglicherweise sogar irritierend erscheint, wird morgen bereits Teil der Geschichte der Fotografie sein. Der Photo Slam versteht sich damit weniger als klassischer Wettbewerb denn als Momentaufnahme dessen, womit sich aktuelle fotografische Positionen beschäftigen.
Ein ganzer Tag für die Fotografie
Der 19. September bietet in Berlin noch einen weiteren Schwerpunkt für Fotografie-Interessierte. Bereits tagsüber veranstaltet die DGPh in der Staatsbibliothek zu Berlin das Symposium „Photobook 2026“, das sich mit der Gegenwart und Zukunft des Fotobuchs beschäftigt. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Gerhard Steidl, Markus Schaden und Nikita Teryoshin.
Der Abend im Fotografiska ist außerdem eine der letzten Gelegenheiten, die dort gezeigte Ausstellung von Anton Corbijn zu sehen, die an diesem Wochenende endet. Wer vor dem Panel kommt, kann den Besuch entsprechend mit einem Ausstellungsrundgang verbinden.
Die Veranstaltung findet am Samstag, 19. September 2026, im Fotografiska Berlin, Oranienburger Straße 54, statt. Einlass ist ab 18 Uhr, das Panel beginnt um 18:30 Uhr, anschließend folgt der Photo Slam.
Weitere Informationen:

















