Mit der Z5IIC ergänzt Nikon sein Vollformatprogramm um eine kompaktere Schwester der Z5II. Sensor, EXPEED-7-Prozessor, Bildstabilisierung, Autofokus und Videoausstattung orientieren sich weitgehend am bekannten Modell. Der entscheidende Unterschied ist der Verzicht auf den elektronischen Sucher.
- Die neue Z5IIC im Vergleich zum Schwestermodell Z5II mit Sucher
Die Z5IIC ist weniger eine völlig neue Kamera als eine alternative Interpretation der Z5II. Nikon übernimmt deren wesentliche technische Eckdaten, verzichtet jedoch auf den elektronischen Sucher und setzt konsequent auf die Bildkomposition über den Monitor. Damit richtet sich die Kamera insbesondere an Fotografen, die vom Smartphone kommen und gewohnt sind, ihr Bild ausschließlich auf einem Display zu komponieren.
Im Inneren arbeitet ein 24,5-Megapixel-FX-CMOS-Sensor gemeinsam mit dem aktuellen EXPEED-7-Prozessor. Die Empfindlichkeit reicht regulär bis ISO 64.000 und lässt sich auf einen ISO-204.800-äquivalenten Wert erweitern.
Die kamerainterne Bildstabilisierung soll unter definierten Bedingungen bis zu 7,5 Blendenstufen kompensieren. Hinzu kommt der Fokusmessfeld-VR, bei dem die Stabilisierung auf den Bereich des aktiven AF-Messfelds abgestimmt wird und so insbesondere bei Motiven außerhalb der Bildmitte Vorteile bieten soll.
Das hybride Autofokussystem kombiniert Phasen- und Kontrasterkennung und erkennt automatisch Menschen, Haustiere, Fahrzeuge und Vögel. Als neue Motivklasse nennt Nikon außerdem Fische. Die AF-Empfindlichkeit reicht unter definierten Bedingungen bis -10 LW.
Monitor statt Sucher
Die Bildkomposition erfolgt über einen neig- und drehbaren TFT-Touchmonitor mit einer Diagonale von acht Zentimetern und rund 1,04 Millionen Bildpunkten. Er lässt sich auch nach vorn ausrichten und eignet sich damit für Selbstaufnahmen und Videoanwendungen.
Das Gehäuse misst rund 134 × 80,5 × 72 Millimeter und wiegt inklusive Akku und Speicherkarte etwa 620 Gramm. Nikon setzt auf einen Rahmen aus Magnesiumlegierung und eine Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit. Das flache Oberteil bezeichnet Nikon als „Flat-Top-Design“. Gespeichert wird auf einer SD-Speicherkarte.
Serienbilder und elektronischer Verschluss
Die Z5IIC arbeitet ausschließlich mit einem elektronischen Verschluss. Bei sehr schnellen Bewegungen oder unter bestimmten Kunstlichtbedingungen können deshalb Auslesegeschwindigkeit, Rolling-Shutter- oder Banding-Effekte eine Rolle spielen.
Bei Serienaufnahmen erreicht die Kamera bis zu 14 Bilder pro Sekunde, spezielle Highspeed-Modi ermöglichen bis zu 30 Bilder pro Sekunde.
N-RAW und 4K/60p
Auch für Video ist die Z5IIC umfangreich ausgestattet. Sie zeichnet 4K UHD mit bis zu 60p auf, wobei 4K/60p im DX-Bildfeld erfolgt. In Full HD sind bis zu 120p möglich. Unterstützt werden unter anderem 12-Bit-N-RAW, H.265/HEVC und H.264/AVC.
Für die Tonaufzeichnung besitzt die Kamera ein integriertes Stereomikrofon sowie Anschlüsse für ein externes Mikrofon und Kopfhörer. USB-C und Micro-HDMI stehen ebenfalls zur Verfügung.
Zur Ausrichtung auf Anwender, die ihre Aufnahmen möglichst direkt aus der Kamera nutzen wollen, passen 15 Motivprogramme, Bildrezepte aus der Nikon Imaging Cloud sowie Looks von Nikon, RED und Nikon Creators. Zusätzlich lässt sich ein kamerainterner Filmkörnungseffekt mit den Bildrezepten kombinieren. Automatische Firmware-Updates ergänzen die stärker an vernetzten Consumer-Geräten orientierte Bedienung.
Vollformat für Smartphone-Fotografen
Sucherlose Vollformatkameras sind inzwischen keine exotische Ausnahme mehr. Panasonic verfolgt mit der Lumix S9ein ähnliches Konzept, Sony mit der ZV-E1 vor allem für Video und Content Creation. Auch Nikon selbst hat mit der ZRbereits eine sucherlose Vollformatkamera im Programm, dort allerdings mit klarem Cinema- und Video-Schwerpunkt.
Die Z5IIC überträgt das Prinzip nun stärker auf die klassische Fotografie: Vollformatsensor und Wechselobjektive treffen auf eine vom Smartphone vertraute Bildkontrolle über das Display. Wer dagegen regelmäßig mit dem Auge am Sucher fotografiert, findet mit der Z5II die konventionellere Alternative.
Die Nikon Z5IIC soll ab Mitte Oktober 2026 in Schwarz und Silber erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 1.549 Euro für das Gehäuse. Das Kit mit dem Z 24–50 mm kostet 1.849 Euro, mit dem Z 24–105 mm 1.899 Euro, mit dem Z 24–70 mm f/4 2.149 Euro und mit dem Z 24–200 mm 2.349 Euro.




















