Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen widmet Ruth Orkin eine Ausstellung mit mehr als 90 Fotografien aus den Jahren 1940 bis 1960. Die amerikanische Fotografin gehörte zu den wenigen Frauen, die bereits in den 1940er- und 1950er-Jahren professionell im Fotojournalismus arbeiteten. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Bild „American Girl in Italy“ von 1951.
- Alfred Eisenstaedt, Ruth Orkin, London, 1951 © The Estate of Alfred Eisenstaedt
Zwischen Reportage und Alltag
Ruth Orkins Arbeiten zeichnen sich durch eine präzise Beobachtung des gesellschaftlichen Lebens ihrer Zeit aus. Sie fotografierte für Magazine wie Life, Look und Ladies’ Home Journal und beschäftigte sich immer wieder mit Alltag, Arbeit und gesellschaftlichen Rollenbildern.
Zu ihren bekannten Serien gehört „Who Works Harder?“, in der sie das Leben einer Hausfrau und Mutter mit dem einer berufstätigen Frau vergleicht. Daneben entstanden Reportagen über Frauen in Beautysalons, am Filmset in Hollywood oder über das Leben in New York, das Orkin aus ihrem Appartement am Central Park beobachtete.
- Ruth Orkin, Lauren Bacall, St. Regis Hotel, New York City, 1950
- Ruth Orkin, Nanette Fabray, Filmset von The Band Wagon, Hollywood, 1952
- Ruth Orkin, Geraldine Dent, New York City, 1949
„American Girl in Italy“
Eine ihrer berühmtesten Fotografien entstand 1951 während der Arbeit an der Serie „Alleinreisende“. Für „American Girl in Italy“ fotografierte Orkin die junge Kunststudentin Jinx inmitten einer Gruppe italienischer Männer. Das Bild wurde zu einer Ikone ihres Werks und steht exemplarisch für Orkins Fähigkeit, gesellschaftliche Situationen mit einem zugleich dokumentarischen und bewusst gestaltenden Blick zu erfassen.
- Ruth Orkin, Jinx und Justin auf einem Roller, Florenz, 1951
- Ruth Orkin Victory Day, Times Square, New York City, 1945
- Ruth Orkin, Tirza zwischen zwei Waschbecken, Tel Aviv, 1951
Mit 17 Jahren quer durch die USA
Orkin begann bereits im Alter von zehn Jahren zu fotografieren. 1939 studierte sie Fotojournalismus am Los Angeles City College. Schon mit 17 Jahren durchquerte sie mit Fahrrad und Kamera die USA auf dem Weg von Los Angeles zur Weltausstellung in New York.
1955 waren ihre Fotografien Teil der legendären Ausstellung „The Family of Man“ im Museum of Modern Art in New York. Trotz ihrer zahlreichen Veröffentlichungen und ihrer frühen Präsenz in bedeutenden Ausstellungen wurde ihr Werk international bislang vergleichsweise selten umfassend gezeigt.
- Ruth Orkin, Nancy Barnhardt, aus der Serie Who Works Harder, New York, 1949
- Ruth Orkin, Junge springt in den Hudson River, Gansevoort Pier, New York City, 1948
Mehr als 90 Fotografien
Die Ausstellung „Ruth Orkin – Die Welt im Fokus. Fotografien zwischen 1940 und 1960“ zeigt über 90 Arbeiten und entsteht in Kooperation mit Katharina Mouratidi vom f³ – freiraum für fotografie Berlin, Nadine Barth und dem Ruth Orkin Photo Archive. Für die LUDWIGGALERIE wurde sie von Nina Dunkmann und Kerrin Postert kuratiert.
Begleitend erscheint ein 16-seitiges Booklet mit einem Text von Nina Dunkmann und Kerrin Postert.
Ruth Orkin – Die Welt im Fokus
18. Oktober 2026 bis 14. Februar 2027
LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen
Dienstag bis Sonntag, 11–18 Uhr
Eintritt frei Presseinformation, Ruth Orkin
Foto oben: Ruth Orkin, American Girl in Italy, Florenz, 1951 © OrkinEngel Film and Photo Archive, VG Bild-Kunst, Bonn, 2026
Alle Fotos: © OrkinEngel Film and Photo Archive; VG Bild-Kunst, Bonn, 2026

























