Mit „Death in the Making“ erscheint im Herbst 2026 eine Neuauflage eines der bedeutendsten frühen Fotobücher über den Spanischen Bürgerkrieg. Die von Damiani gemeinsam mit dem International Center of Photography herausgegebene Edition rekonstruiert das 1938 erschienene Original mit Fotografien von Robert Capa und Gerda Taro – und ergänzt es um neue Forschungsergebnisse zur Entstehung und Autorenschaft der Bilder.
Ein Fotobuch über den Krieg
Das ursprüngliche „Death in the Making“ versammelte Aufnahmen aus nur einem Jahr des Spanischen Bürgerkriegs. Dennoch entstand daraus ein vielschichtiges Bild des Konflikts: von der anfänglichen Aufbruchsstimmung bis zu den zunehmend brutalen Folgen moderner Kriegsführung.
Capa und Taro richteten ihre Kameras dabei gleichermaßen auf Soldaten und Zivilisten. Das Buch verstand sich ausdrücklich als Stellungnahme gegen Francos faschistischen Aufstand und als fotografisches Zeugnis für diejenigen, die sich ihm entgegenstellten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Publikation weitgehend in Vergessenheit. Im politischen Klima des Kalten Krieges wurde die Verbindung mit dem Spanischen Bürgerkrieg in den USA zunehmend problematisch. Heute wird das Buch neu gelesen – sowohl als historisches Dokument als auch als Beispiel dafür, wie Fotografie gesellschaftliche Wahrnehmung von Krieg prägt.
Rekonstruktion der Originalausgabe
Die Neuauflage übernimmt das ursprüngliche, von André Kertész gestaltete Layout sowie Robert Capas Bildtexte und das Vorwort des Journalisten Jay Allen. Gleichzeitig wurde die Reproduktionsqualität gegenüber der Ausgabe von 1938 deutlich verbessert.
Neu hinzu kommt ein Essay von Cynthia Young über die Entstehung und Rezeption des Buches sowie eine vollständige Werkliste, die Autor, Ort und Datum der einzelnen Fotografien dokumentiert.
Dabei bringt die aktuelle Forschung auch neue Erkenntnisse zur Autorenschaft ans Licht: Einige der ursprünglich nicht gekennzeichneten Fotografien stammen von Chim, dem später unter dem Namen David Seymour bekannten Fotografen und Weggefährten Capas.
Capa, Taro und Chim
„Death in the Making“ dokumentiert damit zugleich eine entscheidende Phase in der Geschichte des modernen Fotojournalismus. Capa lernte nach seiner Flucht aus Deutschland in Paris Henri Cartier-Bresson, Gerda Taro und Chim kennen. Zwischen 1936 und 1939 reiste er mehrfach nach Spanien, um den Bürgerkrieg zu dokumentieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er gemeinsam mit Cartier-Bresson, Chim und George Rodger die Fotoagentur Magnum Photos.
Gerade die präzisere Zuordnung der Fotografien macht die Neuauflage auch zu einer Neubewertung eines Buches, das lange vor allem mit dem Namen Robert Capa verbunden wurde.
Fotografie, Wahrheit und Erinnerung
Fast neun Jahrzehnte nach seinem ersten Erscheinen besitzt „Death in the Making“ eine Aktualität, die über seine historische Bedeutung hinausgeht. Das Buch stellt Fragen nach Zeugenschaft und fotografischer Wahrheit, nach der Autorenschaft von Bildern und danach, wie visuelle Dokumente unser Verständnis politischer und militärischer Konflikte prägen.
Die neue Ausgabe umfasst 112 Seiten mit 152 Schwarzweißabbildungen, erscheint als gebundener Band mit Schutzumschlag und kostet 45 Euro.
Robert Capa – Death in the Making
Vorwort: Jay Allen
Text: Robert Capa
Essay: Cynthia Young
21,4 × 27,9 cm
112 Seiten, 152 Schwarzweißabbildungen
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-88-6208-717-9
45 Euro
Damiani / International Center of Photography
Herbst 2026




















