Dell erweitert sein Angebot für professionelle Kreativanwender um das XPS 16 Creator Edition und einen kompakten Desktop. Beide Systeme kombinieren NVIDIA RTX Spark mit Windows und bis zu 128 GB gemeinsamem Speicher. Für Fotografen sind vor allem das Display, die lokale KI-Verarbeitung und die Kompatibilität mit vorhandenen Arbeitsabläufen interessant.
Mit dem XPS 16 Creator Edition bringt Dell erstmals ein Notebook seiner XPS-Reihe mit NVIDIA RTX Spark auf den Markt. Die Plattform verbindet eine NVIDIA-Grace-CPU mit einer Blackwell-RTX-GPU und einem gemeinsamen Speicherpool für beide Recheneinheiten. Anders als bei einer klassischen Kombination aus Arbeitsspeicher und separatem Grafikspeicher können CPU und GPU auf dieselben Daten zugreifen.
Dell bietet dafür Konfigurationen mit bis zu 128 GB Unified Memory an. Das schafft Spielraum für umfangreiche Kreativprojekte und speicherintensive KI-Modelle. Wie deutlich Fotografen davon bei hochauflösenden Bilddateien, komplexen Montagen oder KI-gestützter Bearbeitung profitieren, hängt allerdings von der jeweiligen Anwendung und ihrer Unterstützung der Plattform ab.
Für die mobile Bildbearbeitung dürfte zunächst das Display im Mittelpunkt stehen. Dell stattet das 17,8 Millimeter dünne Aluminiumgehäuse mit einem 3,2K-Tandem-OLED-Display aus. Nach Herstellerangaben deckt es den DCI-P3-Farbraum vollständig ab und wird ab Werk auf eine Farbabweichung von Delta E unter 2 kalibriert. Hinzu kommen eine Pantone-Validierung, die Zertifizierung VESA DisplayHDR True Black 600 und eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.000 Nits.
Die Tandem-OLED-Technologie soll höhere Helligkeit bei geringerem Stromverbrauch ermöglichen. Eine variable Bildwiederholrate zwischen 20 und 120 Hz passt sich den dargestellten Inhalten an. Für farbkritische Fotoarbeiten bleiben neben diesen Eckdaten die tatsächliche Farbstabilität, die Kalibrierungsmöglichkeiten und das Verhalten unter unterschiedlichen Arbeitsbedingungen entscheidend.
Praxisnah fällt die Anschlussausstattung aus: Ein SDXC-Kartenleser in voller Größe ermöglicht die direkte Übertragung von Kameraaufnahmen. Drei USB4-Anschlüsse im Typ-C-Format unterstützen DisplayPort 2.1 und Power Delivery. Ergänzt werden sie durch HDMI 2.1b und einen analogen Audioanschluss.
Ein Schwerpunkt der neuen Plattform ist die lokale Ausführung von KI-Modellen. Dafür stehen der NVIDIA-CUDA-Stack und die integrierte RTX-Grafik zur Verfügung. Der große gemeinsame Speicher soll auch Modelle ermöglichen, die auf herkömmlichen Notebooks an die Grenzen des verfügbaren Grafikspeichers stoßen. Lokal arbeitende Funktionen können je nach Anwendung die Übertragung von Bilddaten an externe Dienste reduzieren. Ob eine Software vollständig ohne Cloud-Verbindung auskommt, bleibt jedoch eine Frage ihrer konkreten Umsetzung.
Für professionelle Anwender verdient die Softwarekompatibilität besondere Aufmerksamkeit. RTX Spark nutzt eine ARM-basierte Architektur. Windows unterstützt darauf sowohl native ARM-Anwendungen als auch x86-Programme über die Prism-Emulation. Dell nennt unter anderem Adobe Photoshop, Adobe Premiere, DaVinci Resolve und Blender als native Kreativanwendungen.
Damit ist die Kompatibilität eines vollständigen Fotoworkflows noch nicht beantwortet. Neben der eigentlichen Bildbearbeitung müssen auch RAW-Konverter, Plug-ins, Tethering-Lösungen, Druckertreiber und Kalibrierungssoftware mit der Plattform zusammenarbeiten. Fotografen sollten deshalb vor einem Wechsel die Unterstützung ihrer konkret eingesetzten Programme und Geräte prüfen.
Parallel stellt Dell den Creator Edition Desktop vor. Er verwendet ebenfalls NVIDIA RTX Spark und bis zu 128 GB Unified Memory, ist aber für den stationären Dauerbetrieb ausgelegt. Das kompakte Desktop-Gehäuse soll gegenüber dem Notebook mehr thermischen Spielraum für längere Rechenaufgaben bieten. Dell nennt dafür insbesondere Rendering, umfangreiche KI-Projekte und dauerhaft aktive lokale KI-Agenten.
Die angegebene KI-Leistung von bis zu einem Petaflop bezieht sich auf Berechnungen mit FP4-Präzision. Sie ist kein unmittelbarer Maßstab für die Geschwindigkeit von RAW-Exporten oder Retuschearbeiten. Für Fotografen werden daher vor allem Messungen mit gängigen Fotoanwendungen zeigen müssen, welchen praktischen Leistungsgewinn die neue Architektur bietet.
Die ebenfalls angekündigte Windows-Version der Dell Pro Precision mit GB300 richtet sich vornehmlich an KI-Entwickler und Unternehmen mit besonders großen Modellen. Für klassische Fotoarbeitsplätze steht dagegen die Frage im Vordergrund, ob Notebook und Creator-Desktop eine überzeugende Verbindung aus Bildbearbeitungsleistung, Displayqualität und verlässlicher Softwareunterstützung liefern.

















