Von Otto Steinert über Ute Eskildsen und Timm Rautert bis zu einer Generation international tätiger Fotokuratoren: Rund um das Museum Folkwang und die Krupp-Stiftung ist über Jahrzehnte ein weitreichendes personelles und institutionelles Netzwerk entstanden. Ehemalige Stipendiaten des Essener Krupp-Programms besetzen heute Schlüsselpositionen im deutschen und internationalen Fotobetrieb. Die Vergabe des DGPh-Kulturpreises 2026 an Timm Rautert und die personellen Überschneidungen bei der jüngsten Vorstandswahl der Deutschen Gesellschaft für Photographie werfen Fragen nach dem Einfluss solcher Verbindungen und der Transparenz institutioneller Entscheidungen auf.
Die deutsche Fotografieszene ist überschaubar. Wer Ausstellungen kuratiert, Sammlungen leitet, Fördermittel vergibt oder über Auszeichnungen entscheidet, begegnet häufig denselben Personen. Berufliche Beziehungen entstehen während des Studiums, setzen sich in Museumsprojekten fort und reichen nicht selten über Jahrzehnte. Aus früheren Lehrern werden Kollegen, aus Assistenten Museumsdirektoren und aus ehemaligen Stipendiaten Mitglieder jener Auswahlgremien, die über die Förderung nachfolgender Generationen entscheiden.
Die Macht der Verbindungen
Ein besonders weitreichendes Geflecht solcher Beziehungen lässt sich rund um die Fotografie in Essen rekonstruieren. Es verbindet die fotografische Ausbildung an der Folkwangschule, die Fotografische Sammlung des Museums Folkwang, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und Persönlichkeiten, deren beruflicher Einfluss weit über das Ruhrgebiet hinausreicht.
Die Bezeichnung „Essen-Connection“ beschreibt dabei keine geheime Organisation und unterstellt keine gemeinsamen Interessen sämtlicher Beteiligter. Gemeint ist ein historisch gewachsenes Netzwerk, dessen Verbindungen sich anhand von Ausbildungswegen, beruflichen Stationen, Förderprogrammen und gemeinsamen Projekten nachvollziehen lassen.
Dass solche Netzwerke existieren, ist im Kulturbetrieb weder ungewöhnlich noch grundsätzlich problematisch. Interessant wird ihre Untersuchung dort, wo fachliche Verbindungen auf institutionelle Entscheidungen treffen.
- Otto Steinert und seine frühere Schülerin Ute Eskildsen bei der Sichtung fotografischer Arbeiten, 1972. Eskildsen baute später die Fotografische Sammlung des Museums Folkwang zu einer international bedeutenden Institution aus. Foto: © Michael Wolf
Von Otto Steinert zu Ute Eskildsen
Die Geschichte beginnt mit Otto Steinert, der seit 1959 an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen lehrte und eine der einflussreichsten fotografischen Ausbildungsstätten der Bundesrepublik prägte. Seine Schüler und sein Verständnis von Fotografie als künstlerischem wie gesellschaftlichem Ausdrucksmittel begründeten eine Tradition, deren Wirkung weit über den Hochschulbetrieb hinausreichte.
Zu den prägenden Persönlichkeiten dieser Entwicklung gehört Ute Eskildsen. Sie baute die Fotografische Sammlung des Museums Folkwang über Jahrzehnte zu einer international angesehenen Institution aus. Historische Bestände, dokumentarische Positionen und zeitgenössische Fotografie fanden hier gleichermaßen Berücksichtigung. Eskildsens Ausstellungen, Publikationen und kuratorische Arbeit trugen maßgeblich zur musealen Anerkennung des Mediums bei.
2020 würdigte die Deutsche Gesellschaft für Photographie Eskildsens Lebensleistung mit ihrem Kulturpreis. Die Auszeichnung unterstrich die Bedeutung einer kuratorischen Arbeit, die Essen über Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Standorte der Fotografie in Deutschland gemacht hatte.
Dabei beruhte der Einfluss des Standorts nicht allein auf prägenden Persönlichkeiten wie Steinert und Eskildsen. Entscheidend war das Zusammenspiel von fotografischer Ausbildung, einer international angesehenen Museumssammlung und einer Stiftung, die gezielt in die Förderung des künstlerischen und kuratorischen Nachwuchses investierte.
Die Krupp-Stiftung als Karrierefaktor
Seit 1982 fördert die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung zeitgenössische deutsche Fotografie mit eigenen Stipendien. 1999 kam das Programm „Museumskuratoren für Fotografie“ hinzu, das den wissenschaftlichen und kuratorischen Nachwuchs qualifiziert.
Die zweijährige Ausbildung führt die Teilnehmer durch bedeutende fotografische Sammlungen und Museen. Neben dem Museum Folkwang gehören beziehungsweise gehörten dazu das Münchner Stadtmuseum, das Fotomuseum Winterthur und internationale Einrichtungen wie das Getty Research Institute in Los Angeles, das Centre Pompidou in Paris oder das Victoria and Albert Museum in London. Die jeweiligen Ausbildungsstationen variieren nach Jahrgang.
Das Programm vermittelt nicht nur praktische Erfahrungen mit Sammlungen, Ausstellungen und wissenschaftlichen Publikationen. Es eröffnet seinen Absolventen zugleich Zugang zu einem internationalen Netzwerk von Museumsdirektoren, Kuratoren und Wissenschaftlern.
Wie nachhaltig diese Förderung wirkt, zeigen zahlreiche spätere Karrieren.
Felix Hoffmann absolvierte das Programm Anfang der 2000er-Jahre und prägte anschließend über viele Jahre die C/O Berlin Foundation als Hauptkurator und zeitweiliges Vorstandsmitglied. Seit 2022 leitet er als Artistic Director das FOTO ARSENAL WIEN.
Agnes Matthias gehörte dem Stipendienjahrgang 2004/2005 an. Nach Stationen unter anderem am Museum Folkwang und am Dresdner Kupferstich-Kabinett ist sie heute an der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden tätig, wo sie Verantwortung für Sammlung und Infrastruktur trägt.
Sophia Greiff durchlief das Programm von 2011 bis 2013. Seit 2023 gehört sie zur Programmleitung von C/O Berlin und übernahm damit eine leitende Funktion in jener Institution, die zuvor bereits durch den ebenfalls mit einem Krupp-Stipendium geförderten Felix Hoffmann geprägt worden war.
Dr. Franziska Scheuer, Stipendiatin von 2013 bis 2015, arbeitet am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg und ist mit der Fachzeitschrift „Rundbrief Fotografie“ verbunden.
Linda Conze absolvierte das Programm von 2015 bis 2017. Seit 2019 leitet sie die Fotografische Sammlung am Kunstpalast Düsseldorf. Auch Franziska Kunze, eine weitere Absolventin, übernahm 2020 eine bedeutende Position als Kuratorin für Fotografie und Medienkunst an der Pinakothek der Moderne in München.
Nadine Isabelle Henrich gehörte dem Jahrgang 2021 bis 2023 an. Nach Ausbildungsstationen unter anderem am Museum Folkwang, am Fotomuseum Winterthur und am Getty Research Institute wechselte sie an das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, wo sie als Kuratorin tätig ist.
Besonders aktuell ist die Karriere von Clara Bolin. Sie absolvierte das Krupp-Programm ab 2023 und übernahm im Oktober 2026 die Leitung der Photographischen Sammlung der Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn als Nachfolgerin von Gabriele Conrath-Scholl.
Damit besetzen ehemalige Stipendiaten heute wichtige Positionen in Wien, Berlin, München, Düsseldorf, Dresden, Hamburg und Köln. Ihr beruflicher Erfolg spricht für die Qualität des Programms. Gleichzeitig zeigt sich, wie eine in Essen verankerte Förderung die personelle Entwicklung zahlreicher Fotoinstitutionen nachhaltig beeinflusst.
- © Krupp-Stiftung, Foto: Peter Gwiazda
Vom Stipendiaten zum Jurymitglied
Die Wirkung des Krupp-Programms endet nicht mit dem Abschluss der Ausbildung. Ehemalige Stipendiaten übernehmen später selbst Verantwortung in Auswahlgremien.
So gehörte Kathrin Schönegg mehrfach Jurys des Programms an. Sophia Greiff war 2026 an der Auswahl für das Krupp-Stipendium für zeitgenössische deutsche Fotografie beteiligt. Dabei handelt es sich zwar um ein anderes Förderprogramm als dasjenige für Museumskuratoren, beide sind jedoch im institutionellen Umfeld der Krupp-Stiftung angesiedelt.
Dass ehemalige Stipendiaten ihre Erfahrungen später als Juroren einbringen, ist naheliegend und kann die Qualität von Förderentscheidungen verbessern. Zugleich entsteht eine personelle Kontinuität, in der sich berufliche Förderung und spätere Entscheidungskompetenz miteinander verbinden.
Bereits im Dezember 2023 hatte ProfiFoto unter dem Titel „Foto-Kuratoren: Monokultur im Kunstbetrieb?“ die Frage aufgeworfen, ob die auffällige Präsenz ehemaliger Krupp-Stipendiaten in führenden Positionen ausschließlich Ausdruck eines erfolgreichen Ausbildungsprogramms ist oder zugleich zur Konzentration beruflicher Zugangswege beiträgt.
Eine systematische Bevorzugung einzelner Personen lässt sich daraus nicht ableiten. Die Häufung erfolgreicher Karrieren macht jedoch deutlich, welche Bedeutung dieses Förderprogramm innerhalb einer vergleichsweise kleinen Fachöffentlichkeit gewonnen hat.
Ein Netzwerk dokumentiert seine Institutionen
Wie eng die beruflichen und wissenschaftlichen Verbindungen inzwischen reichen, zeigt der 2024 erschienene Sammelband „Die Fotografie und ihre Institutionen. Von der Lehrsammlung zum Bundesinstitut“.
Herausgegeben von Anja Schürmann und Kathrin Yacavone und unter anderem von der Krupp-Stiftung gefördert, beschäftigt sich die Publikation mit fotografischen Sammlungen, Archiven und der Entwicklung des Mediums als eigenständigem musealem und wissenschaftlichem Fachgebiet. Auch die Debatte um ein Deutsches Fotoinstitut wird aufgegriffen.
Zu den Autoren und Gesprächspartnern gehören unter anderem Clara Bolin, Anna Gripp, Stefan Gronert, Bertram Kaschek, Hubert Locher, Steffen Siegel und Miriam Zlobinski sowie Ute Eskildsen und Agnes Matthias.
Die Publikation versammelt damit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Generationen und Institutionen, deren berufliche Wege sich an verschiedenen Stellen kreuzen. Ein gemeinsamer wissenschaftlicher Sammelband belegt selbstverständlich keine abgestimmte Interessenvertretung. Er dokumentiert jedoch konkrete fachliche Arbeitszusammenhänge, die über einzelne Bekanntschaften hinausreichen.
Mehrere Beteiligte werden später auch im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen innerhalb der DGPh öffentlich in Erscheinung treten.
Der Streit um das Deutsche Fotoinstitut
Welches institutionelle Gewicht der Standort Essen besitzt, zeigte die Auseinandersetzung um ein nationales Fotoinstitut.
Eine von der damaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters eingesetzte Expertenkommission empfahl im März 2020 Essen als geeigneten Standort für ein Bundesinstitut für Fotografie. Ausschlaggebend waren die vorhandenen Sammlungen, die wissenschaftliche Infrastruktur und die enge Nachbarschaft bedeutender Einrichtungen.
Bemerkenswert ist auch die Zusammensetzung der Expertenkommission. Ihr gehörten neben Ute Eskildsen der Kunsthistoriker Thomas W. Gaehtgens, Katrin Pietsch und Thomas Weski an. Gaehtgens hatte von 2007 bis 2018 das Getty Research Institute in Los Angeles geleitet, das zugleich zu den internationalen Kooperationspartnern des Krupp-Stipendienprogramms für Museumskuratoren für Fotografie gehört. Damit bestand eine weitere institutionelle Verbindung zum internationalen Umfeld der Essener Fotografie. Ob diese Beziehung bei der Auswahl der Kommissionsmitglieder oder der Standortempfehlung eine Rolle spielte, ist nicht dokumentiert.
Auch in der medialen Auseinandersetzung um den Standort Essen lassen sich personelle Verbindungen nachzeichnen. Der Kunstjournalist Stefan Koldehoff, Chefreporter Kultur beim Deutschlandradio und Autor unter anderem für DIE ZEIT, beschäftigte sich wiederholt mit der Standortfrage. Im März 2021 interviewte er Monika Grütters für den Deutschlandfunk zur Machbarkeitsstudie, die Essen gegenüber Düsseldorf bevorzugte.
In seinem Beitrag „Warum ist es am Rhein so schön“, der am 16. August 2021 bei ZEIT ONLINE erschien, vertrat Koldehoff deutlich die Position, dass die beiden fachlichen Gutachten zugunsten Essens respektiert werden sollten. Zugleich kritisierte er die politischen Bemühungen aus Düsseldorf, die Standortentscheidung zu beeinflussen.
Koldehoff steht zudem in einem dokumentierten beruflichen Austausch mit Timm Rautert. Erst am 11. Oktober 2026 führte er in der Galerie Parrotta auf Burg Lede in Bonn ein öffentliches Gespräch mit dem Fotografen anlässlich dessen Ausstellung „Früher oder Später“. Die Galerie verweist ausdrücklich auf frühere publizistische Beschäftigungen Koldehoffs mit Rauterts Werk. Damit besteht eine weitere nachweisbare Verbindung zwischen der öffentlichen Debatte über den Standort Essen und dem beruflichen Umfeld Rauterts. Ob persönliche Beziehungen Koldehoffs seine journalistische Positionierung beeinflussten, ist nicht belegt.
Das Museum Folkwang, die Folkwang Universität der Künste, das Ruhr Museum und die Krupp-Stiftung bildeten die Grundlage einer Bewerbung, die auf bereits vorhandene fotografische Kompetenz setzte. Dabei ging es neben öffentlicher Förderung um die grundsätzliche Frage, wie das fotografische Kulturerbe Deutschlands künftig bewahrt, erschlossen und wissenschaftlich bearbeitet werden sollte.
Zu den einflussreichen Persönlichkeiten der Essener Kulturpolitik gehört auch Oliver Scheytt, der von 1993 bis 2009 Kulturdezernent der Stadt war und anschließend als Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 die kulturelle Profilierung des Ruhrgebiets mitgestaltete. Seit 2019 steht er der Kulturstiftung Essen vor. Mit seinem Unternehmen KULTUREXPERTEN ist er zudem auf die Besetzung von Führungspositionen und die strategische Beratung von Kulturinstitutionen spezialisiert. Seine Biografie steht exemplarisch für die über Jahrzehnte gewachsenen kulturpolitischen Strukturen Essens. Eine konkrete Beteiligung Scheytts an der Standortempfehlung für das Bundesinstitut für Fotografie oder an den im vorliegenden Beitrag untersuchten Personalentscheidungen ist bislang allerdings nicht dokumentiert.
Die Essener Bewerbung wurde auch auf höchster landespolitischer Ebene unterstützt. Zu ihren öffentlichen Fürsprechern gehörte der Essener Rechtsanwalt, Medienunternehmer und damalige NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten Stephan Holthoff-Pförtner. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Kufen begrüßte er am 25. Mai 2020 die von Monika Grütters angekündigte Machbarkeitsstudie für ein Bundesinstitut für Fotografie auf Zollverein. Holthoff-Pförtner war zugleich Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Zollverein, auf deren Gelände das Institut entstehen sollte. Auch seine damalige Beteiligung an der Essener Funke Mediengruppe und seine langjährigen Verbindungen zur CDU verdeutlichen seine besondere Stellung im regionalen politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Eine persönliche Kampagne gegen Düsseldorf oder eine Einflussnahme auf die Standortentscheidung beziehungsweise die Berichterstattung der Funke-Medien lässt sich daraus allerdings nicht nachweisen.
Die politische Entscheidung fiel dennoch zugunsten Düsseldorfs. Das löste innerhalb der Fotografieszene Kritik aus, weil die fachlichen Empfehlungen zuvor Essen bevorzugt hatten. Diskutiert wurden insbesondere Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Entscheidungsverfahrens.
Für die Betrachtung der „Essen-Connection“ ist dieser Vorgang doppelt aufschlussreich: Er dokumentiert die institutionelle Stärke des Standorts ebenso wie die Grenzen seines Einflusses. Trotz erheblicher Unterstützung setzte sich Essen am Ende nicht durch.
Die Standortentscheidung beendete allerdings nicht die institutionellen Verbindungen zwischen beiden Städten. Der beratenden Gründungskommission, die im Juli 2025 ihr Konzept für das Deutsche Fotoinstitut in Düsseldorf vorlegte, gehörte mit Peter Gorschlüter auch der Direktor des Essener Museums Folkwang an. Mit der Fotorestauratorin Katrin Pietsch war zudem ein Mitglied jener Expertenkommission vertreten, die 2020 Essen empfohlen hatte. Die weitere Planung des Düsseldorfer Instituts vollzieht sich damit unter Beteiligung von Persönlichkeiten, die zuvor mit der Essener Bewerbung verbunden waren. Nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung vom Frühjahr 2026 sollte das Institut 2027 seine Arbeit aufnehmen; Fragen der Finanzierung, Betriebskosten und personellen Ausstattung waren zu diesem Zeitpunkt noch in Klärung.
Timm Rautert, Florian Ebner und das Museum Folkwang
Eine besonders dichte Verbindungslinie führt über Timm Rautert.
Der 1941 geborene Fotograf studierte von 1966 bis 1971 bei Otto Steinert an der Folkwangschule. Später entwickelte er seine Bildanalytische Photographie, arbeitete als Fotojournalist für bedeutende Magazine und lehrte von 1993 bis 2008 als Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Diese Berufung war Teil einer grundlegenden Neuordnung der Hochschule für Grafik und Buchkunst nach der Wiedervereinigung. Während die Düsseldorfer Becher-Schule seit den 1980er-Jahren international zunehmend die Wahrnehmung der deutschen Fotografie bestimmte, gelangten 1993 mit Rautert und Joachim Brohm gleich zwei Absolventen der Essener Folkwangschule auf Professuren an der Leipziger Hochschule. Dass dieser Prozess keineswegs konfliktfrei verlief, schilderte die Leipziger Fotografin Ricarda Roggan später mit Blick auf die Berufung westdeutscher Professoren. Leipzig verfügte bereits zu DDR-Zeiten über eine eigenständige fotografische Tradition, die nun mit neuen künstlerischen Positionen konfrontiert wurde. Für die Essener Fotografie bedeutete diese Entwicklung zugleich, dass sich ein Teil ihrer Ausbildungs- und Denkansätze über Leipzig in eine neue Fotografengeneration fortsetzte.
Rauterts Ehefrau Ute Eskildsen leitete über Jahrzehnte die Fotografische Sammlung des Museums Folkwang. Ihr Nachfolger Florian Ebner war zuvor von 2000 bis 2006 als künstlerischer Assistent in Rauterts Leipziger Fotografieklasse tätig gewesen.
- Timm Rautert bei den DGPh Photography Awards 2026
2012 übernahm Ebner die Leitung der Fotografischen Sammlung in Essen. Später wechselte er an das Centre Pompidou in Paris.
Eine weitere Verbindung führt über Adrian Sauer, der von 1999 an bei Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierte und 2005 als dessen Meisterschüler abschloss. Sauer ist der Sohn des Chemikers Joachim Sauer und damit Stiefsohn der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deren langjährige Kulturstaatsministerin Monika Grütters galt als enge politische Vertraute Merkels und war für die Einsetzung jener Expertenkommission verantwortlich, die 2020 Essen als Standort eines Bundesinstituts für Fotografie empfahl. Auch zwischen Sauer und dem Essener Umfeld besteht ein unmittelbarer fachlicher Zusammenhang: Steffen Siegel, Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste und seit 2024 Vorsitzender des Zentrums für Fotografie Essen, veröffentlichte 2023 einen Essay über Sauers Werk.
Damit reichen die dokumentierten Verbindungen von Rauterts Leipziger Fotografieschule über die Essener Fotowissenschaft bis in das familiäre Umfeld der damaligen Bundeskanzlerin. Dass diese Beziehungen bei der Standortentscheidung für das Deutsche Fotoinstitut eine Rolle spielten, ist allerdings nicht belegt.
Eine besonders enge institutionelle Bindung zwischen Rautert und Essen wurde 2025 auch dauerhaft verankert: Der Fotograf übertrug nahezu sein gesamtes Lebenswerk als Vorlass an das Museum Folkwang. Der umfangreiche Bestand umfasst Tausende Abzüge, Negative und Dias sowie Installationen, Publikationen, Korrespondenzen und Arbeitsmaterialien. Im Februar 2026 wurde die Übernahme öffentlich vorgestellt.
Für die Sammlung ist der Vorlass ein bedeutender Gewinn. Zugleich schließt sich damit ein biografischer Kreis: Das Werk eines Fotografen, dessen Ausbildung in Essen begann und dessen Ehefrau die dortige Fotografische Sammlung geprägt hatte, wird dauerhaft am Museum Folkwang bewahrt.
Diese Beziehungen gewinnen eine zusätzliche Bedeutung im Zusammenhang mit einer Entscheidung, die im August 2026 öffentlich bekannt wurde.
Der DGPh-Kulturpreis: Eine Jury und ihre Verbindungen
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie gab am 20. August 2026 bekannt, Timm Rautert mit ihrem Kulturpreis auszuzeichnen. Die feierliche Preisverleihung fand am 24. Oktober im Museum für Angewandte Kunst Köln statt.
An der Entscheidung war auch Florian Ebner beteiligt. Damit gehörte ein früherer künstlerischer Assistent Rauterts zu jener Jury, die seinen ehemaligen Vorgesetzten auszeichnete. Hinzu kommen die familiäre Verbindung Rauterts zu Ute Eskildsen und Ebners spätere Nachfolge in der von ihr geleiteten Fotografischen Sammlung.
Die Frage liegt nahe, ob diese Beziehungen innerhalb der Jury bekannt waren und bei der Entscheidung berücksichtigt wurden.
- Timm Rautert bei der Verleihung des DGPh Kulturpreis 2026 im Kreis der übrigen Preisträger und Teilen der Jury
ProfiFoto wandte sich deshalb an den damaligen Juryvorsitzenden Rüdiger Glatz. In seiner schriftlichen Stellungnahme vom 2. November 2026 erklärte er, ihm seien die früheren beruflichen Verbindungen zwischen Ebner und Rautert während der Entscheidung nicht präsent gewesen. Nach seiner Einschätzung hätten auch die meisten übrigen Jurymitglieder davon keine Kenntnis gehabt.
Auf die Frage, ob die Beziehungen offengelegt oder innerhalb des Gremiums erörtert worden seien, antwortete Glatz, dass dies nach seiner Kenntnis nicht geschehen sei. „Rückblickend wären sie ohne großen Aufwand zu recherchieren gewesen. Nach meinem Eindruck waren sie aber den meisten Jurymitgliedern nicht bewusst.“
Zugleich bestätigte er, dass für die Vergabe des Kulturpreises bislang keine verbindlichen Regeln zum Umgang mit möglichen Interessenkonflikten oder zur Befangenheit von Jurymitgliedern existieren. Die Entscheidung sei dennoch entsprechend den geltenden Regularien getroffen worden.
Glatz spricht sich für die Einführung verbindlicher Offenlegungsregeln aus. Frühere enge berufliche Beziehungen sollten dem Gremium bekannt sein, damit dessen Mitglieder ihre Bedeutung selbst beurteilen könnten.
Damit wird ein Unterschied sichtbar, der für die Bewertung des Vorgangs entscheidend ist: Eine nach den geltenden Regularien ordnungsgemäße Entscheidung muss nicht zwangsläufig einem Verfahren entsprechen, das sämtliche möglichen Interessenkonflikte transparent behandelt.
ProfiFoto hat auch Florian Ebner um eine Stellungnahme zu seiner Rolle innerhalb der Jury und seinen früheren Beziehungen zu Rautert gebeten. Bis zum Abschluss dieser Recherche am 3. November 2026 lag keine Antwort vor.
Welche Rolle Ebner bei der Nominierung und Beratung im Einzelnen spielte, ist damit nicht abschließend geklärt. Ein Nachweis für eine unzulässige Einflussnahme liegt nicht vor. Die fehlende Offenlegung zeigt jedoch, dass der Jury eine gemeinsame Informationsgrundlage für die Beurteilung möglicher Interessenkonflikte fehlte.
Eine solche Offenlegung hätte keineswegs zwangsläufig den Ausschluss Ebners von der Entscheidung bedeutet. Sie hätte zunächst ermöglicht, die Konstellation innerhalb des Gremiums zu besprechen.
Der offene DGPh-Brief und die Vorstandswahl
Nur wenige Tage vor der Kulturpreisverleihung wurde eine weitere personelle Überschneidung sichtbar.
Am 21. Oktober 2026 wandte sich eine Gruppe von DGPh-Mitgliedern mit einem offenen Brief an die Gesellschaft. Das Schreiben kritisierte die Entwicklung unter dem Vorsitz von Rüdiger Glatz, beklagte vereinsinterne Konflikte und sprach sich für personelle Alternativen bei der Vorstandswahl am 25. Oktober aus.
Zu den Unterzeichnern gehörten Timm Rautert, Ute Eskildsen und Florian Ebner. Damit unterstützten drei Personen denselben Brief, deren persönliche und berufliche Verbindungen bereits im Zusammenhang mit der Kulturpreisvergabe von Bedeutung sind.
Hinzu kamen mit Clara Bolin und Franziska Scheuer zwei ehemalige Krupp-Stipendiaten. Auch Anja Schürmann, Anna Gripp, Stefan Gronert, Steffen Siegel und Miriam Zlobinski unterzeichneten das Schreiben. Sie alle waren an der 2024 erschienenen, von der Krupp-Stiftung geförderten Publikation „Die Fotografie und ihre Institutionen“ beteiligt.
Das zeigt eine weitere Überschneidung zwischen gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeitszusammenhängen und einer konkreten vereinsinternen Positionierung.
Der offene Brief warb für mehrere Kandidaten, darunter Bernd Stiegler, Hubert Locher und Rainer Schlautmann. Alle drei wurden bei der Mitgliederversammlung am 25. Oktober in den Vorstand gewählt. Auch die übrigen im Schreiben unterstützten Kandidaten setzten sich durch; andere zur Wiederwahl angetretene Vorstandsmitglieder erhielten keine Mehrheit.
Bemerkenswert sind die beruflichen Verbindungen der drei genannten Kandidaten zum Essener Umfeld.
Bernd Stiegler, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Konstanz und ausgewiesener Fotohistoriker, hat mehrfach mit Steffen Siegel zusammengearbeitet, der an der Folkwang Universität der Künste in Essen Theorie und Geschichte der Fotografie lehrt. Gemeinsam mit Reinhard Matz kuratierten sie die Ausstellung „Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980“. Siegel gehörte zu den Unterzeichnern des offenen Briefs.
Dass diese beruflichen Verbindungen bereits seit Jahren bestehen, dokumentiert das internationale Symposium „Arbeit am Bild – Otto Steinert und die Felder des Fotografischen“, das 2015 anlässlich von Steinerts 100. Geburtstag von der Folkwang Universität der Künste und dem Museum Folkwang in Zusammenarbeit mit der DGPh veranstaltet wurde. Neben Stiegler und Siegel wirkten daran auch Florian Ebner und Linda Conze mit. Die Veranstaltung belegt damit einen gemeinsamen fachlichen Zusammenhang zwischen mehreren Persönlichkeiten, deren berufliche Wege und institutionelle Funktionen auch in der aktuellen Recherche eine Rolle spielen.
- DGPh Mitgliederversammlung 2026
Hubert Locher, Kunsthistoriker und langjähriger Leiter des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, ist über wissenschaftliche Projekte und Publikationen mit dem erweiterten Netzwerk verbunden. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Franziska Scheuer, einer ehemaligen Krupp-Stipendiatin, die ebenfalls den offenen Brief unterzeichnete. Beide sind im Umfeld der Fachzeitschrift „Rundbrief Fotografie“ tätig.
Rainer Schlautmann wiederum studierte unter anderem an der Universität Essen. Seine Magisterarbeit beschäftigte sich mit Heinrich Hausers fotografischer und publizistischer Darstellung des Ruhrgebiets. Später kuratierte er Fotoausstellungen in Essen und Oberhausen. Seine Verbindung zum Standort ist damit biografisch und beruflich belegt, ohne dass daraus eine Zugehörigkeit zum engeren Kreis um Museum Folkwang und Krupp-Stiftung folgen würde.
Die drei Kandidaten stehen folglich in unterschiedlich intensiven Beziehungen zum Essener Fotografie-Umfeld. Während bei Stiegler und Locher konkrete wissenschaftliche Arbeitszusammenhänge erkennbar sind, ist Schlautmanns Verbindung vor allem durch Studium und kuratorische Tätigkeit begründet.
Die Vorstandswahl erhält durch diese Überschneidungen eine zusätzliche Dimension. Mehrere Personen, die über gemeinsame Ausbildungswege, Publikationen oder institutionelle Tätigkeiten miteinander verbunden sind, unterstützten eine Kandidatengruppe, die sich anschließend vollständig durchsetzte.
Die Vorstandswahl folgte zudem nur einen Tag auf die feierliche Verleihung des DGPh-Kulturpreises an Timm Rautert, über den bereits im August ein Gremium unter Beteiligung von Mitgliedern des bisherigen Vorstands und Florian Ebner entschieden hatte. Aus dieser zeitlichen und personellen Nähe ergibt sich allerdings kein Nachweis einer Verbindung zwischen beiden Entscheidungsprozessen.
Der offene Brief behandelte konkrete Konflikte über Führung, Zusammenarbeit und strategische Ausrichtung der DGPh. Aus der gemeinsamen Unterzeichnung lässt sich weder eine abgestimmte Strategie des Essener Netzwerks noch eine gezielte Einflussnahme auf die Wahl ableiten.
Die personellen Überschneidungen zeigen jedoch, dass die beruflichen Verbindungen innerhalb der Fotografieszene nicht an den Grenzen von Museums- und Förderinstitutionen enden. Sie reichen auch in die Selbstverwaltung ihrer Fachgesellschaften.
Wie weit reicht der Einfluss der Essen-Connection?
Was lässt sich aus den dokumentierten Verbindungen tatsächlich ableiten?
Die fotografische Tradition Otto Steinerts, die Sammlungspolitik Ute Eskildsens, die Förderung durch die Krupp-Stiftung und die Karrierewege zahlreicher Absolventen bilden eine institutionelle Struktur, die die deutsche Fotografie über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Ihr Einfluss zeigt sich besonders deutlich in der Besetzung wichtiger Positionen des Museums- und Ausstellungsbetriebs. Hinzu kommen personelle Kontinuitäten in Fördergremien, gemeinsame wissenschaftliche Publikationen und berufliche Beziehungen zwischen Akteuren, die auch innerhalb der DGPh Verantwortung übernehmen.
- Auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen war die Errichtung eines Bundesinstituts für Fotografie vorgesehen
Allerdings verlaufen diese Verbindungen nicht entlang einer einheitlichen institutionellen oder persönlichen Interessenlage. Schon die unterschiedlichen Positionen im Streit um das Deutsche Fotoinstitut zeigen, dass sich die Beteiligten nicht zwangsläufig auf gemeinsame Ziele oder Strategien festlegen lassen.
Die personellen Überschneidungen beim DGPh-Kulturpreis und der anschließenden Vorstandswahl sind bemerkenswert, aber kein Nachweis einer koordinierten Einflussnahme. Dafür wären konkrete Absprachen, dokumentierte Eingriffe in Entscheidungsprozesse oder andere belastbare Belege erforderlich.
Das eigentliche Problem liegt an anderer Stelle.
In einem kleinen Fachgebiet sind persönliche Bekanntschaften, frühere Arbeitsverhältnisse und wissenschaftliche Kooperationen kaum zu vermeiden. Sie können Entscheidungen fachlich bereichern, weil erfahrene Persönlichkeiten über besondere Kenntnisse verfügen. Dieselben Beziehungen können aber Fragen nach der Unabhängigkeit aufwerfen, wenn sie bei Auswahl- und Preisentscheidungen nicht offengelegt werden.
Dabei muss zwischen unterschiedlichen Formen der Nähe unterschieden werden. Eine gemeinsame Publikation ist anders zu bewerten als ein langjähriges berufliches Abhängigkeitsverhältnis. Nicht jede Verbindung begründet einen Interessenkonflikt, aber manche verdienen zumindest eine Prüfung durch das zuständige Gremium.
Die Kulturpreisvergabe 2026 liefert dafür ein konkretes Beispiel. Nach Darstellung des Juryvorsitzenden wurden die früheren Beziehungen zwischen einem Jurymitglied und dem späteren Preisträger weder offengelegt noch diskutiert, obwohl sie für die Beurteilung einer möglichen Befangenheit relevant sein konnten.
Der Vorgang wirft damit weniger Fragen nach der Berechtigung von Rauterts Auszeichnung auf als nach den Regeln, unter denen solche Entscheidungen zustande kommen.
Transparenz statt Generalverdacht
Die „Essen-Connection“ ist weder eine neu entdeckte Organisation noch der Nachweis einer verborgenen Machtstruktur. Ihre wesentlichen beruflichen und institutionellen Beziehungen sind öffentlich dokumentiert. Gerade darin liegt ihre Bedeutung für die Untersuchung des deutschen Fotobetriebs.
Die Recherche macht sichtbar, wie ein erfolgreiches Ausbildungs- und Fördersystem über Generationen wirkt, wie sich berufliche Beziehungen in Sammlungen und wissenschaftlichen Projekten fortsetzen und wie Personen aus diesem Umfeld schließlich auch in Gremien und Fachgesellschaften aufeinandertreffen.
Solche Verbindungen sind nicht per se problematisch. Sie können fachliche Kompetenz bündeln, Kontinuität sichern und die Qualität institutioneller Entscheidungen verbessern.
Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass relevante Beziehungen dort offengelegt werden, wo persönliche Nähe mit Entscheidungsverantwortung zusammentrifft.
Dazu braucht es nachvollziehbare Verfahren: klare Regeln für mögliche Interessenkonflikte, transparente Auswahlprozesse und die Möglichkeit für Gremien, über Befangenheit auf einer gemeinsamen Informationsgrundlage zu entscheiden.
Die deutsche Fotografieszene wird auch künftig von persönlichen Beziehungen, gemeinsamen Ausbildungswegen und langjähriger Zusammenarbeit geprägt sein. Ihr professioneller Anspruch entscheidet sich nicht daran, ob diese Verbindungen existieren, sondern daran, wie offen sie mit ihnen umgeht.
Je enger ein kulturelles Netzwerk geknüpft ist, desto wichtiger werden transparente Regeln für Entscheidungen, die über seinen eigenen Kreis hinaus Bedeutung besitzen.
Foto oben: Otto Steinert bei der Korrektur, Folkwangschule. 1965 (Foto: Karl Peters, Quelle: dgph.de)
Transparenzhinweis: Der Autor Thomas Gerwers ist Chefredakteur und Herausgeber von ProfiFoto sowie langjähriges Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie, in der er verschiedene Funktionen übernommen hat, darunter den Vorsitz der Sektion Kunst, Markt und Recht. Er gehörte selbst der Jury an, die 2026 über die Vergabe des DGPh-Kulturpreises an Timm Rautert entschied. Die Recherche betrifft damit auch ein Gremium, an dessen Entscheidung der Autor beteiligt war. Grundlage des Beitrags sind öffentlich zugängliche Dokumente sowie schriftliche Stellungnahmen der Beteiligten.






















