Mit dem Leitzphone powered by Xiaomi bringt Leica erstmals ein Leitzphone auf den internationalen Markt. Bislang waren Produkte unter der Bezeichnung ausschließlich in Japan erhältlich.
Während bisherige Leitzphone Modell auf einer Kooperation mit Sharp basierten, die inzwischen beendet wurde, bringt Leica das neues Modell nun auch für ausgewählte internationale Märkte und positioniert das Smartphone klar als fotografisches Werkzeug mit eigener Bedienlogik.
Triple-Kamera-System
Im Zentrum steht ein Triple-Kamera-System, das nach Leica Maßstäben entwickelt wurde. Die Hauptkamera arbeitet mit einem 1-Zoll-Sensor und LOFIC-Technologie zur Erweiterung des Dynamikumfangs. Mit 50 Megapixeln und einer effektiven 23-Millimeter-Brennweite bei Lichtstärke 1:1,67 positioniert sich das Modul klar im oberen Segment.
Hinzu kommt eine Periskop-Telekamera mit 200 Megapixeln, die einen optischen Brennweitenbereich von 75 bis 100 Millimetern abdeckt und mit optischer Bildstabilisierung arbeitet. Gerade im Telebereich, der bei Smartphones traditionell Schwächen zeigt, verspricht Leica hier hohe Kantenschärfe und reduzierte chromatische Aberrationen.
Das Ultraweitwinkelmodul deckt 14 Millimeter bei 115 Grad Bildwinkel ab. Die Kombination entspricht damit einem klassischen Reportage-Setup aus 14, 23 sowie 75 bis 100 Millimetern. Für viele fotografische Anwendungen ergibt sich daraus ein praxistauglicher Brennweitenbereich ohne digitale Interpolation.
Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem ansonsten baugleichen XIAOMI Schwestermodells ist der mechanische Kameraring. Über ihn lassen sich Zoom, ISO, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur direkt steuern. Diese haptische Schnittstelle orientiert sich bewusst an klassischen Kamerakonzepten und adressiert Fotografen, die physische Kontrolle gegenüber reiner Touch-Bedienung bevorzugen.
Im Pro-Modus sind RAW-Aufnahmen möglich. Unterstützt werden ansonsten JPG und HEIF, womit das Gerät sowohl für schnelle Workflows als auch für nachgelagerte Bildbearbeitung ausgelegt ist. Ergänzt wird das System durch zwei Leica Fotostile, „Leica Authentic“ und „Leica Vibrant“, sowie durch weitere integrierte Looks.
Mit dem Leica Essential Mode reduziert sich die Benutzeroberfläche bewusst auf fotografische Kernfunktionen. Homescreen, Widgets und Kamera-App folgen einer klaren, ruhigen Designsprache. Damit unterscheidet sich das Gerät konzeptionell von vielen Wettbewerbern, die eine Vielzahl visueller Effekte und KI-Filter in den Vordergrund stellen.
Video: 8K, Log und ACES
Auch im Videobereich positioniert sich das Leitzphone ambitioniert. 8K-Aufnahmen mit 30 fps sind ebenso möglich wie 4K in Dolby Vision oder Log-Video mit bis zu 4K bei 120 fps. Die Integration des Academy Color Encoding System verweist auf professionelle Postproduktions-Workflows.
Für hybride Fotografen, die zwischen Standbild und Bewegtbild wechseln, bietet das Gerät damit eine ernstzunehmende Option. Vier integrierte Mikrofone unterstützen anspruchsvollere Audioaufnahmen.
Content Credentials
Ein zentrales Thema ist die Vertrauenswürdigkeit digitaler Bilder. Das Leitzphone unterstützt die Content Authenticity Initiative und versieht Bilddaten mit kryptografisch gesicherten Metadaten nach C2PA-Standard. Für professionelle Anwender, die mit Fragen der Urheberschaft und Bildmanipulation konfrontiert sind, ist dies ein relevanter Schritt.
Hardware und Speicher
Die technische Basis bildet die Snapdragon 8 Elite Gen 5 Mobilplattform im 3-Nanometer-Prozess. 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 1 Terabyte interner Speicher bieten ausreichend Reserven für RAW-Serien, 8K-Video und komplexe Workflows.
Das 6,9 Zoll große OLED-Display erreicht eine Helligkeit von bis zu 3500 Nits. Für die Beurteilung von Aufnahmen im Außenbereich ist das ein entscheidender Faktor. Der 6000-mAh-Akku unterstützt kabelgebundenes Laden mit 90 Watt sowie drahtloses Laden mit 50 Watt.
Preisfrage
Mit einem Preis von 1.999 Euro positioniert sich das Leica Leitzphone powered by Xiaomi klar im Premiumsegment. Es konkurriert weniger mit klassischen Kameras als mit anderen High-End-Smartphones, richtet sich aber explizit an Anwender mit fotografischem Anspruch.
Nach dem Ende der japanischen Sharp-Kooperation markiert dieses Modell einen strategischen Neustart der Marke Leitzphone. Statt eines regional begrenzten Experiments entsteht nun ein international verfügbares Produkt, das Leica Design, optische Expertise und mobile Rechenleistung kombiniert.













