Sony erweitert seine Cinema Line um die neue FX5. Die kompakte Vollformatkamera kombiniert einen neu entwickelten, gestapelten Exmor-RS-Sensor mit Open-Gate-Aufzeichnung, internem 16-Bit-RAW und einem BIONZ-XR2-Prozessor mit eigener KI-Verarbeitungseinheit. Die Markteinführung ist für August 2026 angekündigt.
Die Sony FX5 zeichnet 5K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und Full HD mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde auf. Erstmals innerhalb der FX-Serie unterstützt sie sowohl die Nutzung der gesamten Sensorfläche im Open-Gate-Format als auch die interne Aufzeichnung in Sonys proprietärem X-OCN-RAW-Format.
Vollformat mit drei Basisempfindlichkeiten
Der neu entwickelte Exmor-RS-Vollformatsensor arbeitet mit einer Stacked-Architektur und erreicht im S-Log3-Modus laut Sony einen Dynamikumfang von mehr als 15 Blendenstufen. Drei Basisempfindlichkeiten von ISO 800, ISO 4000 und ISO 12.800 sollen rauscharme Aufnahmen unter unterschiedlichen Lichtbedingungen ermöglichen.
Neu innerhalb der FX-Serie ist der Dual Gain Shooting Mode. Dabei soll der Sensor seinen Dynamikumfang besser ausschöpfen und besonders gleichmäßige Tonwertverläufe liefern, ohne Details in dunklen Bildbereichen durch eine starke Rauschunterdrückung zu verlieren.
Neben dem 3:2-Full-Pixel-Readout über die gesamte Sensorfläche stehen Aufnahmeformate in 17:9 und 16:9 sowie ein Super-35-mm-Modus zur Verfügung. Open Gate erleichtert insbesondere die parallele Produktion für unterschiedliche Seitenverhältnisse, da sich horizontale, vertikale und quadratische Ausschnitte aus demselben Ausgangsmaterial ableiten lassen.
X-OCN ohne externen Recorder
Die interne 16-Bit-RAW-Aufzeichnung erfolgt in X-OCN. Neben X-OCN LT unterstützt die FX5 die neuen Varianten X-OCN C1 und X-OCN C2. Sie sollen das Datenvolumen gegenüber bisherigen RAW-Workflows reduzieren und damit Übertragung, Speicherung und Postproduktion hochauflösender Aufnahmen erleichtern. Ein externer RAW-Recorder ist dafür nicht erforderlich.
Ein für August 2027 geplantes Firmware-Update auf Version 2.0 soll unter anderem High-Frame-Rate-Aufnahmen mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde in X-OCN nachreichen. Außerdem kündigt Sony eine XAVC-S-I-Aufzeichnung im 3:2-Open-Gate-Format, eine angepasste Bedienoberfläche für vertikale Videos und eine Frame-Grab-Funktion an.
KI unterstützt Fokus und Weißabgleich
Der BIONZ-XR2-Prozessor verfügt über eine eigene KI-Einheit zur Motiverkennung. Die Kamera analysiert menschliche Körperhaltungen und berücksichtigt neben Augen auch Kopf- und Körperbewegungen. Damit soll der Autofokus Personen selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen zuverlässig erfassen und verfolgen. Real-time Tracking übernimmt die kontinuierliche Schärfenachführung.
Beim automatischen Weißabgleich kombiniert die FX5 Informationen aus Sensoren für sichtbares und infrarotes Licht mit einer auf Deep Learning basierenden Erkennung der Lichtquelle. Das sogenannte Auto Tracing White Balance soll insbesondere bei Mischlicht, in Innenräumen und in Schattenbereichen eine stabilere und natürlichere Farbwiedergabe liefern.
Für anamorphotische Produktionen bietet die Kamera eine integrierte Desqueeze-Darstellung. Unterstützt werden Objektive mit den Faktoren 1,3x, 1,5x, 1,6x, 1,8x und 2,0x.
Stabilisierung für mobile Produktionen
Das Flat-Top-Gehäuse der FX5 ist für Handheld-Einsätze, Gimbals und Drehs unter beengten Bedingungen ausgelegt. Mehrere integrierte Gewindebohrungen ermöglichen die direkte Montage von Zubehör, ohne zwingend einen zusätzlichen Cage einsetzen zu müssen.
Die kamerainterne Fünf-Achsen-Stabilisierung wurde insbesondere bei Rollbewegungen überarbeitet. Nach Angaben von Sony ist der Korrekturbereich dort etwa doppelt so groß wie beim vorherigen System. Neben der optischen Stabilisierung und dem Active Mode steht ein Dynamic Active Mode für stärker bewegte Aufnahmen aus der Hand zur Verfügung.
Ein aktives Kühlsystem mit separater Luftkammer soll auch längere Aufnahmezeiten ermöglichen. Gleichzeitig ist das Gehäuse gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Zwei USB-C-Anschlüsse unterstützen unter anderem USB Power Delivery und die Einspeisung eines Timecodes über ein optionales Adapterkabel. Ein integrierter LAN-Anschluss dient der Fernsteuerung und der stabilen Netzwerkanbindung.
Größerer Monitor und CineAlta-Bedienung
Die Bildkontrolle übernimmt ein vollständig beweglicher 3,5-Zoll-Touchscreen mit rund 2,76 Millionen Bildpunkten. Das Display ist größer und heller als der Monitor der FX3 und lässt sich nach oben, unten sowie seitlich ausklappen.
Aufnahmeinformationen können außerhalb des eigentlichen Bildbereichs an allen vier Bildschirmseiten eingeblendet werden. Der aus Sonys CineAlta-Kameras bekannte „BIG6“-Startbildschirm fasst zentrale Parameter wie Bildrate, Belichtung und LUT-Einstellungen zusammen. Das neue Menüsystem orientiert sich ebenfalls an der Bedienlogik der CineAlta-Modelle und der FX6.
Über die Monitor & Control App lässt sich die Kamera kabelgebunden oder drahtlos mit Smartphones, Tablets und Mac-Computern überwachen und steuern. Version 3.0 der Anwendung erweitert die Multikamera-Funktionen und ergänzt Workflows für vertikale Produktionen sowie EL Zone zur Belichtungskontrolle.
Optionaler OLED-Sucher und 32-Bit-Float-Audio
Parallel zur FX5 führt Sony den abnehmbaren OLED-Sucher DVF-EL1 ein. Sein 0,58-Zoll-Panel bietet rund 7,07 Millionen Bildpunkte, eine HDR-Darstellung, 10-Bit-Tonwertwiedergabe und einen Farbraum auf DCI-P3-Niveau. Der neigbare Sucher soll im Handel 749 Euro kosten.
Der neue XLR-Handgriff XLR-H2 verfügt über zwei XLR/TRS-Kombianschlüsse und ermöglicht die Aufzeichnung von vier Audiokanälen mit bis zu 96 kHz und 32-Bit-Float. Die digitale Signalübertragung erfolgt über den Multi Interface Shoe. Der Einzelpreis beträgt 899 Euro. Das USB-C-auf-BNC-Timecode-Kabel VMC-BNCU1 wird für 99 Euro angeboten.
Preis und Verfügbarkeit
Die Sony FX5 kann ab sofort vorbestellt werden und soll im August 2026 erhältlich sein. Das reine Gehäuse ILME-FX5B kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 5.399 Euro. Im Set mit dem XLR-Handgriff liegt der Preis bei 5.999 Euro.

















