Canon baut sein spiegelloses RF-System im Bereich extremer Brennweiten weiter aus und stellt zwei Zoomobjektive vor, die trotz ähnlicher Einsatzbereiche unterschiedliche Bildsprachen bedienen.

Während das RF 10–20mm F4L IS STM als stark korrigiertes Ultraweitwinkel für klassische Anwendungen konzipiert ist, verfolgt das RF 7–14mm F2.8–3.5L FISHEYE STM einen bewusst kreativen Ansatz mit variabler Fisheye-Charakteristik. Beide Objektive gehören zur professionellen L-Serie und sind entsprechend robust konstruiert.
RF 10–20mm F4L IS STM
Mit einem Brennweitenbereich von 10 bis 20 Millimetern deckt dieses Zoom am Vollformatsensor einen extrem weiten Bildwinkel ab, ohne die typische tonnenförmige Verzeichnung eines Fisheyes zu erzeugen. Der Fokus liegt auf geometrischer Präzision und gleichmäßiger Schärfe bis in die Bildecken – Eigenschaften, die insbesondere für Architektur-, Innenraum- und Landschaftsfotografie entscheidend sind.
Die durchgängige Lichtstärke von f/4 wird durch einen integrierten optischen Bildstabilisator ergänzt. Diese Kombination ermöglicht auch bei schwachem Umgebungslicht verwacklungsarme Aufnahmen aus der Hand, was den Einsatzbereich über klassische Stativsituationen hinaus erweitert. Gerade bei Reportage- oder Reisefotografie, bei der Geschwindigkeit und Mobilität gefragt sind, bietet der Stabilisator einen praktischen Vorteil.
Der optische Aufbau umfasst mehrere Spezialgläser und asphärische Elemente zur Reduzierung chromatischer Aberrationen und Verzeichnungen. Canon zielt damit auf eine möglichst neutrale Abbildungscharakteristik ab, die sich sowohl für Fotografie als auch für Video eignet. Der STM-Autofokus arbeitet leise und gleichmäßig, was ihn für bewegte Bildinhalte prädestiniert. Hinzu kommen L-typische Merkmale wie Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser, ein konfigurierbarer Steuerring sowie eine robuste Metall-/Kunststoff-Hybridkonstruktion.
RF 7–14mm F2.8–3.5L FISHEYE STM
Dem technisch korrigierten Ultraweitwinkel stellt Canon ein Zoom gegenüber, das gezielt mit starker perspektivischer Verzeichnung arbeitet. Das RF 7–14mm F2.8–3.5L FISHEYE STM vereint zwei klassische Fisheye-Darstellungsweisen in einem Objektiv:
Bei 7 mm erzeugt es ein kreisrundes Bild mit extremem Bildwinkel – ideal für VR-Anwendungen, Spezialeffekte oder experimentelle Fotografie. Bei 14 mm hingegen wird das Zoom zu einem diagonalen 180-Grad-Fisheye, das den Sensor vollständig ausfüllt und eine weniger extreme, aber immer noch stark stilisierte Perspektive bietet.
Die variable Brennweite erlaubt es, die Intensität der Verzerrung fein zu steuern, ohne das Objektiv wechseln zu müssen. Das ist besonders für Videoproduktionen interessant, bei denen sich der Look innerhalb einer Sequenz verändern soll. Trotz der komplexen Frontlinse integriert Canon ein Drop-in-Filtersystem, über das ND- oder Polfilter eingesetzt werden können – ein Detail, das im Fisheye-Segment selten zu finden ist.
Der STM-Antrieb sorgt auch hier für einen leisen und weichen Autofokus. Maßnahmen zur Reduktion von Fokus-Breathing unterstreichen die Ausrichtung auf hybride Anwender, die zwischen Foto und Video wechseln. Mechanisch entspricht das Objektiv den L-Serien-Standards mit entsprechendem Wetterschutz und hochwertiger Haptik.













