Mit einem dichten Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm startet gute aussichten – junge deutsche fotografie in das Jahr 2026. Das renommierte Förderprojekt für Absolventen fotografischer Studiengänge verbindet dabei Ausstellungstourneen, neue Preisjahrgänge und erstmals auch ein interdisziplinäres Festivalformat, das Fotografie, Poesie und Künstliche Intelligenz zusammenführt.
Mit seinem vielseitigen Programm zwischen Nachwuchsförderung, institutionellen Ausstellungen und experimentellen Formaten unterstreicht gute aussichten auch 2026 seinen Anspruch, fotografische Entwicklungen nicht nur zu präsentieren, sondern aktiv mitzugestalten.
Den Beginn macht am 27. Februar 2026 die Eröffnung der Ausstellung „gute aussichten 2024/2025“ in der Städtischen Galerie Nordhorn. Die Schau präsentiert die sechs aktuellen Preisträger und ihre Arbeiten erstmals in einem institutionellen Ausstellungskontext in Niedersachsen.
Das Förderprogramm gilt seit vielen Jahren als wichtiger Gradmesser für neue fotografische Positionen in Deutschland. Die ausgewählten Projekte zeichnen sich durch eine große thematische Bandbreite aus: gesellschaftliche Beobachtungen, persönliche Narrative, dokumentarische Strategien und experimentelle Bildsprachen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Gemeinsam ist den Arbeiten ein reflektierter Umgang mit fotografischen Medien zwischen klassischer Autorenschaft und zeitgenössischer Bildproduktion.
Die Ausstellung in Nordhorn bietet damit nicht nur einen Überblick über aktuelle Abschlussarbeiten deutscher Hochschulen, sondern auch einen Einblick in neue fotografische Denkweisen, die sich zunehmend zwischen Installation, Text, Archivmaterial und digitaler Bildkultur bewegen.
Abschied und Neubeginn
Nur zwei Wochen später folgt am 14. März 2026 ein bewusst informell angelegter Programmpunkt: das „gute aussichten heimspiel 15: Entre nous!“ in Neustadt an der Weinstraße.
Das als Umzugs- und „Alles-muss-raus-Fest“ angekündigte Treffen markiert einen Übergang innerhalb der Organisation selbst. Neben Rückblick und Austausch steht vor allem die Begegnung zwischen ehemaligen und aktuellen Teilnehmern sowie Wegbegleitern des Projekts im Mittelpunkt. Das Heimspiel versteht sich traditionell als offenes Forum jenseits klassischer Ausstellungssituationen und stärkt das Netzwerkgedächtnis der Initiative.
Neue Generation 2025/2026
Am 26. März 2026 folgt bereits der nächste Höhepunkt: Auf der Festung Ehrenbreitstein präsentiert das Landesmuseum Koblenz erstmals die Arbeiten der acht neu ausgezeichneten Preisträger des Jahrgangs 2025/2026.
Die Auftaktausstellung markiert traditionell den Beginn der mehrjährigen Präsentationstour eines neuen Jahrgangs. Sie zeigt, wie stark sich fotografische Praxis derzeit erweitert: hybride Formen zwischen Dokumentation und Inszenierung, KI-gestützte Verfahren, performative Ansätze oder Archivarbeit prägen zunehmend die Bildproduktion junger Fotografen.
Die Jury setzte auch diesmal auf Vielfalt in Perspektive und Methodik und betont damit den Anspruch des Programms, Fotografie nicht als abgeschlossenes Medium, sondern als offenes kulturelles Feld zu verstehen.
Festival für Fotografie, Poesie und KI
Im September folgt schließlich ein neues Format: Vom 10. bis 13. September 2026 veranstaltet gute aussichten gemeinsam mit zahlreichen Partnern das „1. Festival der Fotografie, Poesie & KI“.
Das über mehrere Orte verteilte Programm zwischen Neustadt an der Weinstraße, Hambach, Edenkoben, Karlsruhe und weiteren Stationen versteht sich als experimenteller Denkraum. Neben fotografischen Präsentationen sollen Texte, Performances und KI-basierte künstlerische Verfahren miteinander in Dialog treten. Workshops, Gespräche und kollaborative Formate richten sich sowohl an Künstler als auch an ein breiteres Publikum.
Das Festival greift damit eine zentrale Frage der Gegenwart auf: Wie verändert künstliche Intelligenz Autorenschaft, Bildproduktion und poetische Ausdrucksformen?
https://www.guteaussichten.org
Foto oben: Der Kopf, das Herz, die gute Seele und stete Impulsgerberin von gute aussichten, Josefine Raab. Die Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin gründete 2004 das Nachwuchsförderungs-Projekt gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography und wird hier von der renommierten Fotografin und dem Jurymitglied Herlinde Koelbl im August 2016 ins Blumenmeer gepflanzt und – treffend – ins Bild gebannt (Foto: Herlinde Koelbl)













