Aftershoot hat international tätige Hochzeits-, Porträt- und Dokumentarfotografen zu den wichtigsten Fotografie-Trends für 2026 befragt. Der Report beschreibt einen spürbaren Wandel weg von perfektionierten, stark stilisierten Bildwelten hin zu Fotografien, die stärker auf Emotion, Nähe und erzählerische Substanz setzen.
- Emotion statt Perfektion
Laut den befragten Fotografen verlieren makellose, kontrollierte Bildästhetiken an Relevanz. Stattdessen rücken Momente in den Vordergrund, die roh, intim und unverstellt wirken. Unschärfe, Bewegung oder Brüche werden im Report nicht als Fehler gewertet, sondern als Teil einer glaubwürdigen Bildsprache. Der Destination-Hochzeitsfotograf Fran Ortiz beschreibt dies als Trend zu „mehr Menschlichkeit und weniger Pose“.
- Storytelling statt Einzelbild
Aftershoot beobachtet im Report eine stärkere Hinwendung zu erzählerischen Bildstrecken. Fotografen denken demnach weniger in einzelnen „Hero Shots“, sondern in Sequenzen, die gemeinsam eine Geschichte transportieren. Paul Williams verweist in diesem Zusammenhang auf den wachsenden dokumentarischen Einfluss, der Nähe und Substanz betont. In der Hochzeitsfotografie beschreibt Joy Zamora eine Abkehr von „Editorial“-Inszenierungen hin zu Bildern, die Persönlichkeit und Beziehung authentisch abbilden.
- Analoge Anmutung gewinnt an Bedeutung
Analoge Bildsprachen und filmische Looks spielen laut Report 2026 eine größere Rolle. Körnung, weichere Kontraste und eine bewusst weniger „glatte“ Ästhetik werden von den Befragten als Gegenpol zur digitalen Perfektion beschrieben. Paul Williams nennt Analogfotografie „unperfekt“ – und gerade deshalb wirkungsvoll. Fran Ortiz ordnet den Trend als Suche nach Bildern ein, die langfristig Bestand haben und nicht nur für den aktuellen Feed funktionieren.
- KI als Workflow-Werkzeug
Der Report beschreibt KI als festen Bestandteil professioneller Workflows, allerdings vor allem im Hintergrund. Automatisierung soll Auswahl, Bearbeitung und Farbkorrekturen beschleunigen, ohne die kreative Entscheidungshoheit zu ersetzen. Die Porträtfotografin Esther Kay betont im Report, dass der eigentliche Wert 2026 in Authentizität liege – in echter Textur, echten Emotionen und echter Verbindung. Aftershoot positioniert sich dabei als Lösung zur Entlastung repetitiver Arbeitsschritte.
- Identität und persönliche Marke
Als weiteren Trend nennt Aftershoot eine stärker identitätsorientierte Fotografie. Porträts sollen laut den Befragten weniger reine Abbildung sein, sondern Persönlichkeit und Haltung sichtbar machen. Esther Kay beschreibt Porträts als Ausdruck von Identität, insbesondere für Selbstständige, Kreative und Unternehmer. Fran Ortiz sieht soziale Plattformen dabei als Verstärker: Die persönliche Marke werde weniger über perfekte Oberflächen definiert, sondern über Wiedererkennbarkeit und Nähe.
Fazit
Aftershoot fasst die Ergebnisse als Verschiebung hin zu einer Fotografie zusammen, die 2026 stärker auf emotionale Wahrhaftigkeit, erzählerische Tiefe und eine menschliche Handschrift setzt. Technik und KI werden im Report als unterstützende Werkzeuge eingeordnet, während die Bildsprache nach Einschätzung der befragten Fotografen wieder stärker am realen Leben ausgerichtet ist.
Weitere Informationen:
https://aftershoot.com









