Unter dem Titel „Print Collective“ stellt der innovative Art Publisher KrautIn ein kompaktes Druckformat vorgestellt, das insbesondere für Messeauftritte, Portfolio-Gespräche und institutionelle Kontakte konzipiert ist.
Mit dem neuen Publikationsangebot reagiert KrautIn auf eine Entwicklung, die viele Künstler, Fotografen und Kreativschaffende gleichermaßen betrifft: Sichtbarkeit entsteht heute nicht allein durch digitale Präsenz, sondern weiterhin durch physische Publikationen, die im persönlichen Austausch Bestand haben.
Gerade in einer Phase dichter internationaler Veranstaltungskalender – von Kunstmessen über Festivals bis hin zu Portfolio-Reviews – stellt sich für viele Kreative die praktische Frage nach einem geeigneten Medium zur nachhaltigen Präsentation der eigenen Arbeit. Digitale PDFs oder klassische Visitenkarten verlieren im direkten Austausch oft schnell an Wirkung. Ein gedruckter Katalog dagegen bleibt als physisches Objekt präsent, lässt sich weiterreichen und fungiert zugleich als langfristige Referenz.
„Print Collective“ setzt bewusst auf Konzentration statt Umfang. Gedruckt wird ein A5-Katalog mit 28 Inhaltsseiten plus vierseitigem Umschlag in einer Auflage von 100 Exemplaren. Ziel ist nicht der umfassende Werkkatalog, sondern die fokussierte Präsentation einer aktuellen Serie oder Werkgruppe. Gerade Fotografen und bildende Künstler erhalten damit ein Werkzeug, das zwischen Portfolioheft und klassischer Monografie angesiedelt ist.
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die kostenlose Vergabe einer ISBN. Dadurch erscheint die Publikation offiziell im Verlagskontext und wird langfristig zitier- und referenzierbar. Für Künstler bedeutet das nicht nur eine professionellere Außenwirkung gegenüber Kuratoren oder Galerien, sondern auch eine archivfähige Dokumentation der eigenen Arbeit.
Der wirtschaftliche Ansatz hinter „Print Collective“ basiert auf gebündelten Druckterminen. Alle teilnehmenden Projekte werden jeweils zum Monatsanfang gemeinsam produziert. Einheitliches Format, identische Seitenzahl und gleiche Auflagenhöhe ermöglichen günstigere Konditionen bei der Druckerei. Laut Anbieter lassen sich dadurch rund zehn Prozent der üblichen Produktionskosten einsparen.
Mit einem Preis von 250 Euro positioniert sich das Angebot bewusst niedrigschwellig. Gerade für Nachwuchskünstler oder Fotografen ohne institutionelle Förderung kann dies ein entscheidender Faktor sein, um professionelle Printprodukte überhaupt realisieren zu können.
Interessant ist der institutionelle Anspruch des Formats. Der Katalog soll nicht nur als Marketinginstrument funktionieren, sondern als „Signal“ innerhalb des Kunstsystems. Während Social Media schnelle Aufmerksamkeit erzeugt, bleibt die gedruckte Publikation im kuratorischen Umfeld weiterhin ein wichtiges Medium der Einordnung und Erinnerung.
Für Fotografen kann ein solcher Katalog daher mehr sein als ein Give-away. Er wird zum verlängerten Gespräch – und im besten Fall zum Einstieg in neue Kooperationen.













