Die Rencontres d’Arles haben ihre 57. Ausgabe mit 163.000 Besuchern abgeschlossen. Damit bleibt das Fotofestival unter dem Rekordergebnis des Vorjahres, verzeichnet aber einen stärkeren September. Für 2027 kündigen die Veranstalter eine Ausgabe zum 200-jährigen Jubiläum der Fotografie an.
Vom 6. Juli bis zum 4. Oktober 2026 zählten die Rencontres d’Arles mehr als 1,9 Millionen Ausstellungsbesuche. Das regionale Begleitprogramm Grand Arles Express ist darin noch nicht enthalten. Insgesamt standen 47 Ausstellungen auf dem Festivalprogramm, ergänzt um zwölf weitere im Grand Arles Express. Mehr als 4.000 Werke wurden an 28 Orten auf einer Ausstellungsfläche von knapp 12.000 Quadratmetern präsentiert.
Mit 163.000 Besuchern lag die diesjährige Ausgabe rund 6,9 Prozent unter dem Rekordjahr 2025, als 175.000 Menschen das Festival besuchten. Gegenüber 2024 mit 160.000 und 2023 mit 145.000 Besuchern bleibt das Ergebnis jedoch auf hohem Niveau. In ihrer Abschlussbilanz verweisen Direktor Christoph Wiesner und stellvertretende Direktorin Aurélie de Lanlay auf die starke Hitzewelle, unter deren Bedingungen die diesjährige Ausgabe stattfand.
September gewinnt an Bedeutung
Während die Gesamtbesucherzahl zurückging, legte der September gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent zu. In diesen Zeitraum fiel auch die Premiere des „Septembre des Rencontres“. Vom 16. bis zum 20. September brachte das neue Format Künstler, Fotografen, Kuratoren und Publikum erneut in Arles zusammen.
Ausstellungsführungen, Gespräche, Vorträge, Screenings, Workshops und Abendveranstaltungen setzten einen zusätzlichen Akzent im Festivalverlauf. Nach Angaben der Veranstalter wurde das Angebot sehr gut angenommen. Es soll die Saison verlängern und eröffnet eine weitere Gelegenheit, die Ausstellungen mit persönlichen Begegnungen und Diskussionen zu verbinden.
Die Eröffnungswoche bleibt zugleich ein zentraler Treffpunkt der internationalen Fotoszene. Vom 7. bis zum 12. Juli nahmen 22.000 Menschen daran teil. Rund 115 öffentliche Veranstaltungen umfassten unter anderem Projektionen, Gesprächsrunden und Führungen mit Künstlern und Kuratoren. Hinzu kamen 400 Künstler, 30 Ausstellungskuratoren und 80 Verlage bei der Arles Books Fair.
Fotografie vermitteln
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vermittlungsarbeit. Im September und Oktober erreichte das Programm „Rentrée en Images“ 12.000 Kinder sowie Menschen, die von sozialen und sozialmedizinischen Einrichtungen betreut werden. Insgesamt beteiligten sich 400 Gruppen aus rund einem Dutzend französischer Départements. Während des Sommers nahmen außerdem mehr als 1.000 Kinder an Führungen und Workshops für junges Publikum teil.
Die Festivalleitung betont in ihrer Bilanz die Vielfalt fotografischer Positionen: Historische Arbeiten und junge Fotografie, persönliche Erzählungen und aktuelle gesellschaftliche Themen sollten unterschiedliche Zugänge zum Medium ermöglichen. Zugleich würdigt sie das Engagement der Künstler und Kuratoren, des Festivalteams, der Partner und Förderer sowie der Stadt.
2027: 200 Jahre Fotografie
Der Termin für die nächste Ausgabe steht bereits fest. Die 58. Rencontres d’Arles finden vom 5. Juli bis zum 3. Oktober 2027 statt und werden das 200-jährige Jubiläum der Fotografie feiern.
Zuvor setzt das Partnerfestival Jimei × Arles die internationale Zusammenarbeit fort. Dessen zwölfte Ausgabe ist vom 20. November 2026 bis zum 3. Januar 2027 im chinesischen Jimei angekündigt. Ergänzend bieten die Rencontres auch im Herbst und Winter fotografische Workshops an.



















