Der 9. Marta Hoepffner-Preis für Fotografie geht in diesem Jahr gleich an zwei Künstler. Die Jury zeichnete Daniela Duckwitz und Zexuan Zeng gemeinsam aus. Beide erhalten jeweils ein Preisgeld von 3.000 Euro.
Mit der doppelten Preisvergabe würdigt die Jury zwei fotografische Positionen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit Erinnerung, familiärer Geschichte und historischen Spuren auseinandersetzen. Beide Arbeiten verbinden dabei dokumentarische Elemente mit konzeptuellen und experimentellen Verfahren.

Daniela Duckwitz o.T., (aus der Serie frur, C-Print, 2025
Die eingereichten Serien entstanden zum diesjährigen Thema „Hinter dem Spiegel“. Nach Ansicht der Jury überzeugten beide Künstler insbesondere durch ihren reflektierten Umgang mit fotografischen Materialien und Techniken sowie durch die Verdichtung unterschiedlicher Bild- und Bedeutungsebenen.
Daniela Duckwitz arbeitet mit teils verblassten Fotografien aus Familienarchiven und thematisiert Bewegung, Flucht und Bedrohung früherer Generationen. Zexuan Zeng bewegt sich fotografisch innerhalb von Festungsruinen aus dem Zweiten Weltkrieg und verbindet historische Räume mit gegenwärtigen Krisenerfahrungen. Beide Positionen arbeiten mit Leerstellen, Spiegelungen, Fragmenten und Überlagerungen und suchen das Verborgene im Sichtbaren.
Da der Vorstand der Marta Hoepffner-Gesellschaft das ursprünglich von The Gingko Foundation gestiftete Preisgeld nicht teilen wollte, wurde spontan einstimmig beschlossen, ein zweites Preisgeld in gleicher Höhe bereitzustellen.
Die ausgezeichneten Arbeiten werden vom 12. Juli bis 30. August 2026 im Rahmen der Ausstellung „Hinter dem Spiegel. 9. Marta Hoepffner-Preis für Fotografie“ im Stadtmuseum Hofheim präsentiert. Neben den beiden Preisträgern zeigt die Ausstellung auch ausgewählte Arbeiten weiterer von der Jury nominierter Künstler, darunter Jule Ehlenz, Alime Ertürk, Jette Held, Cenney Höhn, Reyhan Kolosoglu, Alexander Meyer und Anika Spereiter.
Parallel dazu erinnert eine Kabinettausstellung an das 25-jährige Bestehen der Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie und zeigt Arbeiten früherer Preisträger aus den Jahren 2002 bis 2023.
Die 2001 gegründete Marta Hoepffner-Gesellschaft widmet sich der Förderung künstlerischer Schwarzweißfotografie und erinnert an die Fotografin Marta Hoepffner, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung künstlerischer Fotografie spielte. 1949 gründete sie in Hofheim die erste private Fotoschule der Region und knüpfte damit an die Traditionen des Bauhauses und der avantgardistischen Fotografie der 1920er Jahre an.
Der Marta Hoepffner-Preis wird seit 2002 alle drei Jahre bundesweit ausgeschrieben und richtet sich gezielt an junge künstlerische Positionen innerhalb der zeitgenössischen Fotografie.
Foto oben: Zexuan Zeng Untitled (aus der Serie How to Cross the Strait) No.3, analoge Schwarzweißfotografie, Pigmentdruck, 2025











