Preisdruck, verändertes Kundenverhalten, künstliche Intelligenz und ein wachsender Bedarf an Video- und Content-Produktionen verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen professioneller Fotografie. Mit dem neuen bpp Business Compass will der Bund professioneller People- & Portraitfotografen dabei unterstützen, das eigene Geschäftsmodell systematisch zu überprüfen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Der bpp sieht die gegenwärtige Situation nicht ausschließlich als konjunkturelle Schwächephase. Neben schwankenden Budgets und einer schwierigeren Auftragslage verändern sich nach Einschätzung des Verbands auch grundlegende Marktstrukturen: Unternehmen produzieren visuelle Inhalte zunehmend selbst, Technologien übernehmen einzelne Produktionsschritte und die Grenzen zwischen Fotografie, Bewegtbild und kontinuierlicher Content-Produktion verschieben sich.
Fünf Ebenen der Analyse
Der Business Compass setzt deshalb nicht unmittelbar bei Weiterbildung oder einzelnen Marketingmaßnahmen an. Ausgangspunkt ist zunächst eine strukturierte Analyse der aktuellen unternehmerischen Situation.
Untersucht werden fünf Bereiche: Business und Wirtschaftlichkeit, Positionierung, Sichtbarkeit und Kundengewinnung, die eigene unternehmerische Rolle sowie die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells. Dabei sollen auch konkrete Kennzahlen wie Umsatz, Kosten, notwendiger Zielumsatz, Auftragswerte, Anfragen und die wirtschaftliche Bedeutung einzelner Geschäftsfelder einbezogen werden. Ebenso spielen Marketingkanäle, Motivation, Ressourcen und mögliche zukünftige Geschäftsfelder eine Rolle.
Auf diese Bestandsaufnahme folgt ein persönliches Strategiegespräch. Ziel ist nach Angaben des bpp nicht eine möglichst umfangreiche Maßnahmenliste, sondern die Konzentration auf wenige Faktoren, die für das jeweilige Unternehmen den größten Unterschied machen können. Weiterbildung oder Mentoring können daraus ebenso resultieren wie die Erkenntnis, zunächst grundlegende strategische Entscheidungen treffen zu müssen.
Vom Seminaranbieter zum Entwicklungspartner
Mit dem Business Compass verbindet der bpp zugleich einen veränderten Anspruch an die eigene Rolle. Der Verband will sich stärker vom reinen Anbieter eines Weiterbildungsprogramms zum langfristigen Entwicklungspartner professioneller Fotografen entwickeln. Das Angebot richtet sich daher ausdrücklich nicht nur an bpp-Mitglieder, sondern an alle professionellen Fotografen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Probleme lediglich kurzfristiger Natur sind und an welchen Stellen eine grundsätzliche Anpassung des Geschäftsmodells erforderlich ist. Gerade in einem Markt, in dem KI, neue Produktionsformen und veränderte Kommunikationsanforderungen gleichzeitig wirken, soll die Diagnose vor der Empfehlung stehen.
Das erklärte Ziel ist langfristig angelegt: Fotografen sollen Entscheidungen treffen können, die es ihnen ermöglichen, auch in fünf oder zehn Jahren wirtschaftlich erfolgreich von ihrer Arbeit zu leben.
Weitere Informationen:
bpp.photography
Abb. oben: KI-generiert















