Wie entstehen Portraits, die über die äußere Erscheinung eines Menschen hinausgehen? Dieser Frage widmet sich ein Workshop mit der Schweizer Fotografin Mirjam Kluka vom 13. bis 15. November 2026 im Engadin. Im Mittelpunkt stehen der Umgang mit Menschen vor der Kamera, die bewusste Gestaltung mit Licht und Perspektive sowie die Entwicklung einer eigenständigen Bildsprache.
Ein gutes Portrait ist mehr als das Ergebnis der richtigen Brennweite und einer gelungenen Ausleuchtung. Entscheidend ist häufig, was zwischen Fotograf und fotografierter Person geschieht: Vertrauen, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, im richtigen Moment auf eine Geste oder einen Ausdruck zu reagieren. Wie sich diese Qualitäten gezielt entwickeln lassen, vermittelt die international tätige Fotografin Mirjam Kluka in einem zweieinhalbtägigen Workshop von CropFactory im schweizerischen Pontresina.
Unter dem Titel „Portraitfotografie. Zwischen Intuition und Präzision“ verbindet das Seminar praktische Aufnahmesituationen mit Fragen der Bildgestaltung und der fotografischen Haltung. Die Teilnehmer sollen lernen, Menschen ohne starre Posen anzuleiten und auch unter begrenzten zeitlichen Voraussetzungen zu ausdrucksstarken Ergebnissen zu gelangen.
Nähe statt Inszenierung
Mirjam Kluka arbeitet seit vielen Jahren als Portraitfotografin und war unter anderem mit eigenen Studios in Prag, Zürich und Hamburg tätig. Seit 2020 fotografiert sie international als Freiberuflerin. Ihre Arbeit ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Menschen und der Frage, wie sich Persönlichkeit jenseits konventioneller Portraitinszenierungen sichtbar machen lässt.
Im Workshop geht es deshalb zunächst um Kommunikation. Wie entsteht eine Atmosphäre, in der sich Menschen vor der Kamera wohlfühlen? Wie viel Anleitung ist notwendig, und wann sollte sich der Fotograf zurücknehmen? Welche Rolle spielen Körpersprache, Distanz und die eigene Präsenz?
Anhand konkreter Aufnahmesituationen sollen die Teilnehmer erfahren, wie sich diese Faktoren auf die Bildwirkung auswirken.
Fotografieren mit vorhandenem Licht
Als Arbeitsumgebung dient das Hotel Maistra 160 in Pontresina sowie dessen Umgebung im Engadin. Die Teilnehmer fotografieren überwiegend mit vorhandenem Licht und lernen, unterschiedliche räumliche und atmosphärische Situationen gestalterisch zu nutzen.
Neben Perspektive, Brennweite und Bildausschnitt geht es um die Vorbereitung von Portraitsessions, die Auswahl geeigneter Locations und ein realistisches Zeitmanagement. Auch der Umgang mit wechselndem Wetter oder unerwarteten Situationen gehört zum Programm.
Damit richtet sich der Workshop nicht allein auf die technische Umsetzung einzelner Aufnahmen, sondern auf den gesamten fotografischen Arbeitsprozess – von der ersten Begegnung bis zur abschließenden Auswahl.
Editing als fotografische Entscheidung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die gemeinsame Bildbesprechung. Welche Aufnahmen transportieren die beabsichtigte Aussage? Warum überzeugt ein bestimmter Gesichtsausdruck, während ein technisch ebenso gelungenes Bild weniger Wirkung entfaltet?
Kluka vermittelt dabei einen Ansatz, bei dem die fotografische Entscheidung möglichst früh getroffen wird. Die Nachbearbeitung soll das Ergebnis verfeinern, nicht erst nachträglich eine Bildidee herstellen.
Gerade angesichts immer umfangreicherer digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten ist dies ein interessanter Gegenentwurf: Die eigentliche Qualität eines Portraits entsteht während der Aufnahme – durch Beobachtung, Kommunikation und die bewusste Wahl des richtigen Augenblicks.
Kleine Gruppe, intensive Betreuung
Der Workshop richtet sich an ambitionierte Fotografen, die bereits sicher mit ihrer Kamera umgehen und Erfahrungen mit manueller Belichtung sowie Aufsteckblitzen oder portablen Blitzanlagen besitzen.
Die Teilnehmerzahl ist auf neun Personen begrenzt. Das ermöglicht individuelle Bildbesprechungen und ausreichend Zeit für praktische Übungen.
Mirjam Kluka ist neben ihrer kommerziellen und freien fotografischen Tätigkeit regelmäßig an Ausstellungen beteiligt, darunter 2025 beim European Month of Photography in Berlin. Sie gehört außerdem dem Fotografinnen-Kollektiv herspective an und ist seit Anfang 2026 Mitglied seines Vorstands.
Termin und Teilnahme
Der Workshop „Portraitfotografie. Zwischen Intuition und Präzision“ findet vom 13. bis 15. November 2026 im Vier-Sterne-Hotel Maistra 160 in Pontresina statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 2.750 Schweizer Franken.
Im Preis enthalten sind die Unterkunft, Verpflegung einschließlich zweier Drei-Gänge-Abendessen sowie die Honorare der für die Portraitsessions vorgesehenen Protagonisten. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und wird ab vier Anmeldungen durchgeführt.
Weitere Informationen und Anmeldung:




















