Mit dem Adobe Creative Collective startet Adobe eine neue Initiative, die den tiefgreifenden Wandel kreativer Arbeit im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz aktiv begleiten und mitgestalten soll.
Im Mittelpunkt von Creative Collective soll nicht die Vorhersage künftiger Trends stehen, sondern der konkrete Blick auf die Gegenwart: Wie arbeiten Kreative heute tatsächlich? Welche Werkzeuge nutzen sie? Und wie verändert KI bereits jetzt Arbeitsprozesse, Geschäftsmodelle und kreative Entscheidungswege?
Das Creative Collective versteht sich als interdisziplinäres Netzwerk aus Gestaltern, Fotografen, Filmemachern, Technologen und Akteuren der Kreativkultur. Ziel ist es, Erfahrungswissen aus der Praxis zu bündeln und daraus Impulse für die Weiterentwicklung kreativer Werkzeuge, Programme und Bildungsangebote abzuleiten. Anstatt abstrakte Zukunftsszenarien zu entwerfen, soll ein realitätsnahes Bild der Branche entstehen – eines, das sowohl Chancen als auch Herausforderungen sichtbar macht.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Dabei geht es nicht nur um technische Möglichkeiten, sondern ebenso um Fragen der Monetarisierung, der beruflichen Positionierung und der kreativen Selbstdefinition. KI wird hier weniger als Ersatz menschlicher Kreativität verstanden, sondern als Werkzeug, das neue Formen der Zusammenarbeit, neue Ausdrucksweisen und neue ökonomische Modelle hervorbringen kann. Gleichzeitig thematisiert das Kollektiv auch Unsicherheiten, ethische Fragestellungen und strukturelle Veränderungen, die mit der zunehmenden Automatisierung kreativer Prozesse einhergehen.
Die Initiative ist eingebettet in ein breiteres Engagement Adobes für die Kreativwirtschaft. Programme wie das Creative Apprenticeship oder die Digital Academy sollen Talente fördern und den Einstieg in nachhaltige kreative Karrieren erleichtern. Plattformen wie Behance spielen dabei eine zentrale Rolle: Allein im vergangenen Jahr wurden dort kreative Aufträge im Gesamtwert von über 80 Millionen US-Dollar ausgeschrieben – ein Indikator für die wirtschaftliche Relevanz und Dynamik kreativer Arbeit in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Zu den Gründungsmitgliedern des Creative Collective zählen international bekannte Persönlichkeiten aus Design, Fotografie und visueller Kommunikation, darunter Tina Roth Eisenberg, Stefan Sagmeister, Karen X Cheng, Lindsay Adler und Scott Belsky. Ihre Perspektiven sollen nicht nur Einblicke in aktuelle Arbeitsweisen geben, sondern auch als Resonanzraum für neue Ideen und Werkzeuge dienen. Das Kollektiv fungiert damit zugleich als Beobachter, Berater und Impulsgeber.
Die Initiative markiert einen strategischen Schritt, um Kreativität als kulturellen und ökonomischen Motor in einer Phase technologischer Umbrüche zu stärken. Indem Adobe den Dialog zwischen Praxis, Technologie und Ausbildung intensiviert, entsteht ein Forum, das weniger auf Prognosen als auf konkrete Erfahrungen setzt – und damit die nächste Entwicklungsstufe kreativer Arbeit nicht nur beschreibt, sondern aktiv mitformt.













