Nach 55 Jahren und drei Generationen in Familienhand beginnt für die weltweit einzigartige IMAGO Camera eine neue Ära. Die legendäre begehbare Großformatkamera, die seit den 1970er-Jahren in künstlerischer Fotografie und Porträtkunst ihresgleichen sucht, wird ab Februar 2026 vom Fotokünstler und Unternehmer Bodo Reck und seinem Team weitergeführt. Dies teilte das bisherige IMAGO Camera Team auf Facebook mit.
Die IMAGO Camera ist ein einmaliges fotografisches Kunstwerk: Eine analoge, begehbare Großformatkamera, die großformatige lebensgroße Selbstporträts – sogenannte IMAGOgramme – auf direkten Positiv-Fotopapieren erzeugt. Anders als bei herkömmlicher Fotografie gibt es kein Negativ, wodurch jedes Bild ein originäres Unikat darstellt. Die Kamera misst mehrere Meter in der Höhe und Breite und ermöglicht es den porträtierten Personen, sich selbst zu inszenieren und ihre eigene Perspektive sichtbar zu machen.
Die Geschichte der IMAGO Camera beginnt Anfang der 1970er-Jahre, als der Physiker Werner Kraus und der Künstler Erhard Hößle dieses außergewöhnliche fotografische Instrument entwickelten. Nach Jahrzehnten der Lagerung und einem Jahrzehnt im Museum wurde die Kamera 2005 von Susanna Kraus, Tochter von Werner Kraus, wiederentdeckt und restauriert. Unter ihrer künstlerischen und unternehmerischen Leitung – zuerst mit eigener Kamera- und Studioarbeit, später mit öffentlichen Sessions – wurde die IMAGO Camera zu einem festen Bestandteil der internationalen Fotografie-Szene. Tausende lebensgroße Portraits wurden seitdem erstellt, ausgestellt und gefeiert.
Susanna Kraus, die die Kamera über 25 Jahre prägte, verstarb im März 2025. In ihrem Namen dankte das IMAGO Team allen Besucherinnen und Besuchern, Künstlerinnen und Künstlern sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern für die „wundervolle Zeit“ und die zahlreichen Begegnungen. Zugleich betonten sie, wie wichtig es sei, das einzigartige fotografische Erbe weiterzutragen und in eine neue Zukunft zu führen.
Mit dem Wechsel zu Bodo Reck und seinem Team bleibt die IMAGO Camera am bekannten Standort am Moritzplatz in Berlin erhalten. Die neuen Betreiber wollen die Kamera nicht nur als historische Fotografie-Ikone bewahren, sondern aktiv weiterentwickeln und für neue Generationen von Kunst-, Technik- und Fotografie-Begeisterten öffnen.
Foto oben: Annegret Kohlmayer











