Mit ihrer elften Ausgabe beginnt für die internationale Fotokunstmesse Photo London ein neues Kapitel. Vom 14. bis 17. Mai 2026 zieht die Messe erstmals in das traditionsreiche Olympia in Kensington um, das derzeit umfassend modernisiert wird.

Courtesy of Curational Gallery & Sissi Farassat
Der neue Standort der Photo London soll nicht nur mehr Raum bieten, sondern auch eine stärkere inhaltliche Fokussierung und eine erweiterte internationale Ausrichtung ermöglichen.
Das historische Ausstellungsgelände vereint künftig Galerien, Künstler und Verlage in einer zusammenhängenden Architektur, die den Austausch zwischen Ausstellern und Publikum intensivieren soll. Die größere Fläche erlaubt zudem die Weiterentwicklung bestehender Programme sowie die Einführung neuer kuratorischer Formate.
Die Teilnehmerliste der Ausgabe 2026 unterstreicht den globalen Anspruch der Messe. Zu den wiederkehrenden Galerien zählen unter anderem The Photographers’ Gallery, Hackelbury Fine Art, Goodman Gallery, Flowers Gallery, Persons Projects, Galerie Esther Woerdehoff, Purdy Hicks und ROLF Art. Ergänzt wird das Programm durch neue Aussteller wie Paris-B, Miyako Yoshinaga oder Fulcrum.
Ein besonderer Fokus liegt auf Galerien aus Zentral- und Osteuropa sowie aus Lateinamerika, die zwischen Hauptsektion und Discovery positioniert werden. Damit möchte die Messe internationale fotografische Positionen sichtbar machen, die außerhalb klassischer Marktzentren entstehen.
Neu ist außerdem ein eigener Screening Room für Künstlerfilme. In diesem Rahmen können Galerien erstmals filmische Arbeiten als sammelbare Editionen präsentieren und in ein kuratiertes Programm einbinden.

Courtesy of Cé éditions & Eloïse Labarbe-Lafon
Mit dem Umzug nach Olympia verbindet die Messeleitung eine stärkere kuratorische Profilierung. Direktorin Sophie Parker betont, dass der neue Standort mehr Freiheit für die Weiterentwicklung bewährter Bereiche wie Discovery, Positions und Publishing geschaffen habe.
Eine zentrale Neuerung ist die Sektion Source, kuratiert von Tristan Lund. Sie widmet sich Einzelpräsentationen von Künstlern mit besonderer kultureller Relevanz. Der Fokus liegt auf bislang unterrepräsentierten Positionen sowie auf experimentellen Ansätzen innerhalb der Fotografie. Zu den ersten angekündigten Präsentationen zählen Arbeiten von Ute und Werner Mahler bei Peter Sillem, Shen Wei bei Bacqueville aus Lille, Weronika Gęsicka bei Jednostka Gallery aus Warschau sowie Roger Mayne bei der New Yorker Gitterman Gallery.
Die etablierte Discovery-Sektion kehrt 2026 in erweiterter Form zurück. Kuratiert von Charlotte Jansen, versteht sie sich weiterhin als Plattform für junge Galerien und aufstrebende Fotografen. Teilnehmer kommen unter anderem aus Buenos Aires, Barcelona, London, Istanbul und Singapur.
Das Programm Positions, unterstützt von Julius Baer und kuratiert von Maria Sukkar, richtet sich erneut an Fotografen ohne feste Galerievertretung. Ziel ist es, Sammlern einen direkten Zugang zu neuen künstlerischen Positionen zu ermöglichen.
Auch der Bereich Publishing wächst weiter. Kuratiert von Ben Goulder wird die Sektion erstmals vollständig in die Hauptmesse integriert. Damit reagiert Photo London auf die zunehmende Bedeutung des Fotobuchs als eigenständiges Medium innerhalb der fotografischen Praxis. Zu den teilnehmenden Verlagen zählen unter anderem Setanta Books, Sun Archive, Cé Editions, Replika sowie Analog Typologies aus Mexiko-Stadt.
Der Photo London x Nikon Emerging Photographer of the Year Award findet 2026 zum elften Mal statt und wird erneut mit einer Ausstellung der nominierten Arbeiten auf der Messe verbunden. Parallel dazu wird der Photo London Student Award fortgeführt, der sich an Nachwuchstalente britischer Hochschulen richtet.
Das Talks Programme, kuratiert vom Verlag Thames & Hudson, ergänzt die Messe mit Gesprächen und Präsentationen zu aktuellen Entwicklungen der Fotografie. Weitere Details zu Teilnehmern und Programmpunkten sollen in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden.
Mit dem Wechsel nach Olympia setzt Photo London ein deutliches Signal für Wachstum und internationale Vernetzung. Die Messe versteht sich zunehmend als Plattform, die Markt, Diskurs und experimentelle fotografische Praxis miteinander verbindet und zugleich neue Perspektiven auf das Sammeln und Präsentieren von Fotografie eröffnet.











