Mit der Ausstellung „So, What Have We Got Here?“ zeigt die Berliner Galerie CHAUSSEE 36 Photography einen umfassenden Einblick in das fotografische Werk von Harf Zimmermann.
Die Präsentation versammelt Arbeiten aus vier Jahrzehnten und macht deutlich, wie konsequent Zimmermann sich dem Unspektakulären, dem Übersehenen und dem scheinbar Nebensächlichen widmet.
- Foto: Harf Zimmermann, Ohne Titel, Ehemalige Jüdische Schule, Berlin, 2008
- Foto: Harf Zimmermann,Ohne Titel, Palermo, Sizilien, 2009
- Foto: Harf Zimmermann, Kunsthaus Tacheles, Berlin, 1994
Zimmermann gehört zu den prägenden Vertretern der deutschen Großformatfotografie. Seine Bilder entstehen aus einem genauen Blick auf Wirklichkeit, der sich jeder Eindeutigkeit entzieht. Räume, Fragmente und Situationen werden nicht dokumentiert, sondern in ein Spannungsfeld aus Nähe und Distanz überführt. Dabei entsteht eine Bildsprache, die zugleich nüchtern und poetisch wirkt.
Die Ausstellung zeigt Fotografien aus internationalen Auftragsarbeiten ebenso wie aus freien Projekten, die zwischen 1994 und 2026 entstanden sind. Viele der gezeigten Arbeiten werden erstmals öffentlich präsentiert. Gemeinsam ist ihnen eine strenge formale Ordnung, die jedoch nie statisch wirkt, sondern Raum für Assoziation und Interpretation lässt.
- Foto: Harf Zimmermann, Ohne Titel, Venusberg/ Ortsteil Spinnerei, 2025
- Foto: Harf Zimmermann, Ohne Titel, Surat, Indien, 2010
- Foto: Harf Zimmermann, West Broadway at Chambers Str. NYC, 2019
Zimmermanns Ansatz basiert auf einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Moment. Er fügt Situationen und Bildfragmente so zusammen, dass jedes einzelne Motiv über sich hinausweist. Die Bilder wirken wie stille Beobachtungen, die sich erst im Zusammenspiel erschließen und dabei eine eigene, fast erzählerische Dynamik entwickeln.
Der Ausstellungstitel verweist auf eine Haltung, die sich durch Zimmermanns gesamtes Werk zieht. Die Frage „Was haben wir hier?“ wird nicht beantwortet, sondern bewusst offen gehalten. Sie beschreibt eine Form der Wahrnehmung, die sich zwischen analytischer Distanz und unmittelbarer Erfahrung bewegt.
Geboren 1955 in Dresden, begann Zimmermann seine Laufbahn zunächst im Fotolabor, bevor er in Leipzig Fotografie studierte. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete er für internationale Magazine und entwickelte parallel ein eigenständiges künstlerisches Werk, das ihn zu einem wichtigen Vertreter der zeitgenössischen Fotografie machte.
Die Ausstellung ist vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 in Berlin zu sehen. Die Eröffnung findet am 30. April statt.
Foto oben: Harf Zimmermann, Palast der Republik, Berlin, 2005













