Adobe erweitert seine Creative Cloud um zahlreiche neue KI-gestützte Funktionen für Fotografie, Video, Design und Motion Graphics. Die Updates für Lightroom, Photoshop, Premiere Pro, After Effects und Illustrator sollen wiederkehrende Arbeitsschritte automatisieren, ohne dabei die kreative Kontrolle der Anwender einzuschränken.

Im Fokus steht die Optimierung zentraler Produktionsprozesse – von der Bildauswahl und -bearbeitung über Videoschnitt und Composing bis hin zur Erstellung von Vektorgrafiken. Adobe setzt dabei auf eine Kombination aus generativer KI, intelligenter Automatisierung und präzisen Steuerungsmöglichkeiten.
Für Fotografen bringt insbesondere Lightroom mehrere interessante Neuerungen. Die nun allgemein verfügbare Funktion „Assisted Culling“ unterstützt bei der Auswahl der besten Aufnahmen und bietet unter anderem eine neue Gesichtsansicht sowie individuell anpassbare Filter. Mit „Photo to Video“ lassen sich Einzelbilder direkt in Lightroom Desktop mithilfe von Adobe Firefly und Google Veo in kurze Videosequenzen verwandeln – beispielsweise für Social-Media-Reels oder B-Roll-Material.
Darüber hinaus integriert Adobe das von Topaz Labs bekannte Noise-Aware-Sharpen-Modell direkt in Lightroom. Die neue Funktion „AI Sharpen“ verbessert feine Details ohne den bislang erforderlichen Export in externe Anwendungen. Ebenfalls neu ist die Unterstützung aller RAW-Formate der kürzlich vorgestellten Sony Alpha 7R VI in Lightroom, Lightroom Classic und Adobe Camera Raw.
Videoprofis profitieren von zahlreichen Erweiterungen in Premiere Pro. Eine globale Stummschaltung ermöglicht das Abschalten sämtlicher Audiosignale mit einem Klick. Marker lassen sich künftig projektübergreifend nach Namen oder Farbe durchsuchen. Zudem erleichtert die neue Einzelwort-Bearbeitung von Untertiteln präzise Korrekturen auf Wortebene.
Für Compositing und Motion Design ergänzt Adobe neue Effekte wie Channel Blur, Gradient und Noise FX sowie zusätzliche 3D-Übergänge, darunter Spinback- und Slide-Transitions. Gleichzeitig wird die Integration von Adobe Stock und Firefly weiter ausgebaut, sodass Inhalte direkt innerhalb der Anwendung recherchiert, lizenziert und verwendet werden können.
In After Effects erhält insbesondere das Rotoskopieren ein umfangreiches Upgrade. Die neue Funktion „Object Matte“ kombiniert vier KI-gestützte Auswahlwerkzeuge und soll Freistellungsprozesse deutlich beschleunigen. Darüber hinaus erweitert Adobe die 3D-Fähigkeiten der Software um Displacement Maps, Tiefenschärfe-Effekte für Modelle und Meshes sowie neue Scripting-Schnittstellen für komplexe Motion-Design-Projekte.
Photoshop bekommt mit „Reflection Removal“ eine Funktion, die automatisch störende Spiegelungen auf Glasflächen erkennt und entfernt. Zudem kann das Entfernen-Werkzeug künftig auch auf lokal ausgeführte generative KI-Modelle zugreifen und damit unabhängig von einer Internetverbindung arbeiten.
Für Illustrator führt Adobe die neue Funktion „Concept to Vector“ ein. Sie wandelt Skizzen oder Referenzbilder direkt in editierbare Vektorgrafiken um und erzeugt auf Wunsch verschiedene Stilvarianten innerhalb des Programms.
Mit den aktuellen Erweiterungen verfolgt Adobe konsequent das Ziel, technische und zeitintensive Arbeitsschritte zu reduzieren. Die kreativen Entscheidungen sollen dabei weiterhin beim Anwender bleiben. Statt Inhalte automatisch zu erzeugen, versteht Adobe die neuen Werkzeuge als Unterstützung für effizientere Produktionsabläufe – von der ersten Idee bis zum fertigen Bild, Video oder Design.









