Der Fotogipfel Oberstdorf 2026 ist eröffnet. Unter dem Motto „Abenteuer“ wird die südlichste Gemeinde Deutschlands noch bis Sonntag zum Treffpunkt für Fotografie, Austausch, Inspiration und alpine Bilderlebnisse.
- Foto: Esther Horvath
- Foto: Esther Horvath
- Ronja von Rönne, Esther Haas, Christian Popkes, Esther Horvath und Chantalle Schubert
Bereits der erste Festivaltag zeigte, was dieses Format seit Jahren auszeichnet: Der Fotogipfel verbindet Ausstellungen, Gespräche, Technik, Naturerfahrung und Begegnung zu einem Festival, das Fotografie nicht nur zeigt, sondern erlebbar macht.
Auf dem Nebelhorn, im Ort und in den Ausstellungsräumen Oberstdorfs wird das diesjährige Thema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven verhandelt. „Abenteuer“ meint hier nicht nur Expedition, Risiko und extreme Landschaft, sondern auch den Mut zum Perspektivwechsel, zur künstlerischen Zusammenarbeit und zur persönlichen Auseinandersetzung mit Bildern. Die alpinen Schauplätze liefern dafür die spektakuläre Kulisse, doch die eigentliche Stärke des Festivals liegt im Zusammenspiel von Fotografie und Publikum, von professioneller Bildkultur und offener Festivalatmosphäre.
- Ronja von Risse mit Christian Popkes
- Blick vom Gipfel des Nebelhorns
- Claudia Roth, Esther Horvath, Christian Popkes und Chantalle Schubert
Prägend für diese Verbindung ist Christian Popkes, Initiator und künstlerischer Leiter des Fotogipfels. Seit Jahren entwickelt er das Festival als Plattform, auf der Fotografie aus dem klassischen Ausstellungsraum heraustritt und in den Ort, die Landschaft und den öffentlichen Raum hineinwirkt. Großformatige Installationen am Berg, Ausstellungen im Ortszentrum, Gespräche, Workshops und Begegnungen mit Fotografen schaffen eine Nähe zur Fotografie, die weit über den reinen Bildkonsum hinausgeht.
Fotografische Schirmherrin des diesjährigen Fotogipfels ist Esther Horvath. Ihre Arbeiten aus den Polarregionen bringen das Thema „Abenteuer“ auf den Punkt, ohne es auf Spektakel zu reduzieren. Horvath zeigt Expedition als konzentrierte Arbeit, als Forschung unter extremen Bedingungen und als visuelle Erzählung über fragile Lebensräume. Dass ihre Bilder auf dem Nebelhorn inmitten der Bergwelt präsentiert werden, erzeugt eine besondere Spannung zwischen Alpenpanorama und arktischer Ferne.
- Ausstellung in Kooperation von Ronja von Rönne und Joachim Baldauf
- Ausstellung im Kurpark
- CEWE ist als einer der Sponsoren vor Ort
Die politische Schirmherrschaft hat erneut Claudia Roth übernommen. Ihre Präsenz unterstreicht die kulturpolitische Bedeutung des Fotogipfels, der sich längst als eine feste Größe im deutschsprachigen Fotokalender etabliert hat. Zugleich markiert die diesjährige Ausgabe auch lokal einen neuen Abschnitt: Mit Oberstdorfs neuer Bürgermeisterin Chantalle Schubert war zum Auftakt auch die Gemeinde sichtbar vertreten, die das Festival als kulturelles Ereignis und touristischen Impuls gleichermaßen trägt.
Ein besonderer Akzent liegt in diesem Jahr auf dem Thema Kooperation. Als Ehrengast ist die Schriftstellerin und Journalistin Ronja von Rönne Teil des Programms. Gemeinsam mit Esther Haase und Joachim Baldauf, beide frühere fotografische Schirmherren des Fotogipfels, steht sie für einen interdisziplinären Blick auf Bild, Text, Inszenierung und Zusammenarbeit. Die Ausstellung und der begleitende Austausch zeigen, wie Fotografie im Dialog mit Literatur, Gestaltung und Persönlichkeit neue Erzählformen entwickeln kann.
Auch technologisch setzt der Fotogipfel 2026 ein Zeichen. Mit Sony ist – zusätzlich zu Canon, Hahnemühle, Leica, Sigma, Tamron und OM System – ein neuer Sponsoring- und Premiumpartner an Bord, der das Festival unterstützt. Damit stärkt der Fotogipfel seinen Charakter als praxisnahes Erlebnisfestival, bei dem Besucher nicht nur Ausstellungen sehen, sondern Technik ausprobieren, fotografische Arbeitsweisen kennenlernen und direkt mit Herstellern, Fotografen und Fachleuten ins Gespräch kommen können.
- Kunsthaus Villa Jauss
- Blick in die New Talent Award Ausstellung
- Auch das aktuelle ProfiFoto Covermotiv ist in Oberstdorf zu sehen
Ein fester Bestandteil des Ausstellungsprogramms ist auch in diesem Jahr die PROFIFOTO NEW TALENT Ausstellung im Kunsthaus Villa Jauss. Dort werden aktuelle Siegerarbeiten des von Canon unterstützten Wettbewerts präsentiert. Die von WhiteWall auf Hahnemühle Fine Art Materialien produzierte Ausstellung zeigt, wie vielfältig junge und neue fotografische Positionen heute arbeiten: dokumentarisch, konzeptionell, poetisch, gesellschaftlich und experimentell. Im historischen Rahmen der Villa Jauss erhält der Nachwuchswettbewerb damit erneut einen Ort, der die Verbindung von Förderung, Öffentlichkeit und kuratorischer Sichtbarkeit sichtbar macht.
Der erste Tag machte deutlich, warum der Fotogipfel Oberstdorf eine besondere Position unter den Fotofestivals einnimmt. Hier geht es nicht allein um Ausstellungen, nicht allein um Technik und nicht allein um prominente Namen. Entscheidend ist die Mischung: Berg und Bild, Dialog und Praxis, etablierte Positionen und neue Talente, professionelle Szene und interessiertes Publikum. Gerade darin liegt der Reiz dieses Festivals.
Der Fotogipfel Oberstdorf 2026 läuft noch bis Sonntag, 21. Juni. Wer Fotografie nicht nur betrachten, sondern erleben möchte, findet in Oberstdorf in diesen Tagen ein Programm, das dem Motto „Abenteuer“ auf mehreren Ebenen gerecht wird.























