Mit „Guten Morgen Sonnenschein“ präsentiert Contemporary Fine Arts (CFA) in Berlin vom 27. Juni bis 29. August 2026 die fünfte Einzelausstellung von Juergen Teller in der Galerie. Die Schau versammelt aktuelle fotografische Serien, Videos und Installationen und rückt insbesondere die enge kreative Zusammenarbeit des Fotografen mit seiner Frau Dovile Drizyte in den Mittelpunkt.

Juergen Teller, “Iggy Pop No.23, Miami”, 2022
Ausgangspunkt der Ausstellung ist die gleichnamige Serie „Guten Morgen Sonnenschein“, eine Folge von Diptychen, die aus Tellers morgendlichem Ritual der Kaffeezubereitung entstanden sind. Die Aufnahmen verbinden alltägliche Szenen mit persönlichen Erinnerungen und Fundstücken – Bücher, Kunstwerke, Kinderzeichnungen oder Fotografien seiner schlafenden Frau werden zu einem intimen visuellen Tagebuch und einer Liebeserklärung in Bildern.
Ein zentrales Werk der Ausstellung ist die Serie „Symposium of Love“ (2025), die auf Aristophanes’ berühmte Rede über die Liebe in Platons Symposion Bezug nimmt. Fotografien der nackten Körper von Teller und Drizyte verschmelzen in den Dünenlandschaften zu einer beinahe mythischen Figur. Naturaufnahmen, Sonnenuntergänge und Tierdarstellungen ergänzen die Bildfolge und reflektieren die enge Verbindung von persönlichem Leben und gemeinsamer künstlerischer Praxis.

Juergen Teller, “Pope Francis in Venice No.3, Giudecca Women’s Prison”, 2024
Typisch für Teller ist dabei die konsequente Aufhebung der Grenzen zwischen Auftragsarbeit und persönlicher Fotografie. Besonders deutlich wird dies in der Serie „Sono Qui“ (2026), die ursprünglich für Harper’s Bazaar Italia entstand. Aktaufnahmen von Dovile Drizyte stehen neben Stillleben, Modefotografien und Stadtansichten aus Venedig. Porträts von Persönlichkeiten wie Sandra Hüller, Lars Eidinger, Florentina Holzinger, Danh Võ, Iggy Pop, Katharine Hamnett, Constance Debré, Slavoj Žižek oder Michael Olise verdeutlichen einmal mehr Tellers demokratischen und unmittelbaren Blick auf seine Motive.
Gleichzeitig zeigt die Ausstellung eine sehr persönliche Seite seines Werks. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Arbeiten über das Familienleben mit Tochter Iggy. Von Fotografien ihrer Schwangerschaft über religiöse Feste bis hin zu humorvollen Neuinterpretationen ikonischer Teller-Bilder entsteht ein vielschichtiges Porträt familiärer Beziehungen. Ergänzt wird dies durch das Video „Men“ (2023), in dem Alexander Skarsgård und Juergen Teller Fragen von Männlichkeit, Erinnerung und familiären Prägungen nachgehen.
Die Berliner Ausstellung knüpft an jüngere Präsentationen des Fotografen in Athen, Paris, Mailand und Sabbioneta an und verdeutlicht einmal mehr, warum Juergen Teller zu den einflussreichsten Fotografen seiner Generation zählt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Mode, Kunst, Dokumentation und persönlichem Tagebuch. Gerade in einer Zeit von KI-generierten Bildern und digitaler Perfektion behauptet Teller die Bedeutung des Unmittelbaren, Unperfekten und Authentischen.
Juergen Teller, 1964 in Erlangen geboren, lebt und arbeitet in London. Seit den 1990er Jahren prägt er mit seinem unverwechselbaren Stil die internationale Mode- und Porträtfotografie und hat zugleich ein umfangreiches künstlerisches Werk geschaffen, das regelmäßig in Museen und Galerien weltweit gezeigt wird.
Foto oben:
Juergen Teller – Guten Morgen Sonnenschein
27. Juni bis 29. August 2026
Contemporary Fine Arts (CFA), Berlin












