Ein etablierter Name im Berliner Rental verschwindet: Delight Rental Services stellt den Geschäftsbetrieb in Berlin zum 30. September 2026 ein und wird das Unternehmen anschließend geordnet abwickeln. Als Gründe nennt Delight die seit Jahren schwierigen Marktbedingungen sowie die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Für professionelle Fotografen ist das mehr als eine Randnotiz.
Delight Rental Services gehörte über viele Jahre zu den festen Adressen für professionelle Foto- und Videoproduktionen in Berlin. Das Angebot reichte von aktuellen Kameras und Objektiven über Studio- und Blitztechnik bis zu Grip, Lichtformern und umfangreichem Produktionszubehör. Gerade für Fotografen, die hochwertiges Equipment projektbezogen statt dauerhaft anschaffen, war Delight damit Teil der technischen Infrastruktur der Hauptstadt.
Nun endet diese Geschichte nach 20 Jahren. In einer aktuellen Mitteilung erklärt das Unternehmen, den Berliner Geschäftsbetrieb zum 30. September 2026 einzustellen. Bis dahin sollen Anfragen weiterhin regulär bearbeitet werden. Bereits abgeschlossene Verträge sowie Langzeitprojekte will Delight auch über den September hinaus erfüllen.
Die Standorte in Malta und Marbella bleiben nach Angaben des Unternehmens bestehen und sollen weiterhin international tätig sein. Es handelt sich damit nicht um das vollständige Ende der Marke, wohl aber um das Aus des für den deutschen Fotomarkt relevanten Berliner Standorts.
Das Ende kommt insofern überraschend, als die Berliner Gesellschaft erst 2026 nach einem Insolvenzverfahren formal fortgeführt worden war. Die Hoffnung auf einen nachhaltigen Neustart hat sich offensichtlich nicht erfüllt.
Dass Delight nun selbst von einer „geordneten Abwicklung“ spricht, macht deutlich, dass es sich nicht lediglich um eine weitere Restrukturierungsrunde handelt. Der operative Betrieb in Berlin wird beendet.
Als Ursache verweist Delight ausdrücklich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die schwierige Lage der Film- und Produktionsbranche bestehe bereits seit Jahren; hinzu komme die allgemein schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.
Gerade im professionellen Foto- und Werbemarkt treffen mehrere Entwicklungen aufeinander: Produktionsbudgets stehen unter Druck, Teams werden kleiner, Foto und Bewegtbild wachsen zusammen und bei vielen Projekten wird stärker denn je zwischen notwendiger Spezialtechnik und vorhandener eigener Ausrüstung abgewogen.
Ob und in welchem Umfang diese Faktoren konkret zur Entscheidung bei Delight beigetragen haben, lässt sich aus der Unternehmensmitteilung nicht weiter ableiten. Die Begründung zeigt aber, dass der Rentabilitätsdruck im Rental-Geschäft erheblich ist.
Zum Mietpark gehörten professionelle Kamerasysteme ebenso wie Studioequipment und Blitztechnik etwa von Profoto, Broncolor, Briese oder Elinchrom. Für Werbe-, People-, Fashion- und Editorial-Produktionen konnten Fotografen damit komplette Setups projektbezogen zusammenstellen, ohne entsprechende Investitionen dauerhaft selbst tragen zu müssen.
Rental erfüllt im professionellen Fotomarkt eine besondere Funktion: Je spezialisierter oder teurer ein Equipmentteil ist und je seltener es tatsächlich benötigt wird, desto attraktiver bleibt die Miete gegenüber dem Kauf. Das gilt für Mittelformat, Hochleistungsblitzanlagen oder Spezialoptiken ebenso wie für umfangreiche Licht- und Grip-Setups. Gerade deshalb hinterlässt das Ende eines etablierten Vollsortimenters wie Delight eine spürbare Lücke.
Ausverkauf
Im Zuge der Abwicklung wird auch der umfangreiche Mietpark verkauft. Interessenten sollen Kaufanfragen schriftlich an verkauf@delight-rent.com richten. Bearbeitet werden diese nach Unternehmensangaben ab Oktober.
Damit dürfte in den kommenden Monaten eine größere Menge professionell genutzter Kamera-, Licht- und Produktionstechnik auf den Gebrauchtmarkt gelangen. Für Fotografen kann das interessant sein – allerdings gilt bei ehemaligem Rental-Equipment naturgemäß, Zustand, Nutzungsintensität und Wartungshistorie genau zu prüfen.
Andere Rental-Anbieter
Das Ende von Delight bedeutet keineswegs, dass professionelle Fotografen in Berlin künftig ohne Mietmöglichkeiten auskommen müssen.
Mit Anbietern wie 711rent bleibt ein breit aufgestellter Rental-Dienstleister aktiv, der neben Berlin auch an mehreren europäischen Standorten vertreten ist und klassische Fotoausrüstung ebenso anbietet wie aktuelle Cinema-Technik. Auch weitere spezialisierte Anbieter bedienen den Berliner Produktionsmarkt.
Gerade dieser Unterschied könnte künftig wichtiger werden. Rental-Anbieter, die Equipment und Nachfrage über mehrere Städte und Länder verteilen können, verfügen über andere Möglichkeiten zur Auslastung ihrer Investitionen als ein stark von einem lokalen Markt abhängiger Betrieb.
Ob darin tatsächlich ein struktureller Vorteil liegt, lässt sich aus dem Einzelfall Delight allerdings nicht ableiten.
Das Ende von Delight wirft deshalb eine grundsätzlichere Frage auf, die über ein einzelnes Unternehmen hinausgeht: Verändert sich gerade das Geschäftsmodell des professionellen Foto-Rentals?
Moderne Kameras sind leistungsfähiger und vergleichsweise erschwinglicher geworden, Fotografen produzieren zunehmend hybrid, klassische Werbeproduktionen stehen unter Kostendruck und gleichzeitig steigt der Investitionsbedarf für High-End-Technik, Licht und Videoequipment.
Rental dürfte deshalb kaum verschwinden. Möglicherweise verändert sich jedoch, welche Technik gemietet wird, wie häufig sie benötigt wird und welche Größe und Struktur ein Rental-Unternehmen künftig braucht, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
Das Ende von Delight Berlin liefert darauf noch keine Antwort. Es ist aber ein Anlass, die Frage zu stellen.
Alle Fotos: Delight
www.delight-rent.com
www.711rent.com


















