Fujifilm baut das instax-System gleich an zwei Stellen aus: Mit der instax Pal 2 kommt eine extrem kompakte Digitalkamera, die bewusst auf einen einfachen Aufnahmeprozess und die spätere Ausgabe in den verschiedenen instax-Formaten setzt. Parallel erscheint mit dem instax Link WIDE 2 eine neue Generation des WIDE-Smartphonedruckers. Für Profifotografen sind beide Produkte weniger wegen ihrer technischen Leistungsdaten interessant als wegen der Frage, wie sich digitale Aufnahme, mobile Bildauswahl und physischer Print in einen schnellen, unkomplizierten Nebenworkflow integrieren lassen.
instax Pal 2
Die instax Pal 2 ist eine kleine Digitalkamera mit fest eingebautem Objektiv und stark vereinfachter Bedienung. Fujifilm kombiniert einen integrierten Sucher mit einem Hebel zur Wahl des Aufnahmeformats und einem Einstellrad für kreative Bildeffekte. Bereits vor der Aufnahme lässt sich zwischen instax mini, SQUARE, WIDE und einem rahmenlosen 4:3-Format wählen. Über die zugehörige App können insgesamt 30 Bildeffekte auf die Kamera übertragen werden.
Technisch arbeitet die Pal 2 mit einem 1/3,06-Zoll-CMOS-Sensor. Zur Verfügung stehen ein 10-Megapixel-Modus mit 3.776 × 2.832 Pixeln und ein 1-Megapixel-Modus mit 1.280 × 960 Pixeln. Das fest eingebaute Objektiv entspricht einer Kleinbildbrennweite von 28 mm und besitzt eine Lichtstärke von F2,2. Die Empfindlichkeit wird automatisch zwischen ISO 100 und ISO 1600 gewählt, die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/8000 Sekunde. Aufgezeichnet wird ausschließlich als JPEG.
Damit ist die Pal 2 eindeutig ein visuelles Notizgerät: 87 Gramm Gewicht, ein unkomplizierter Aufnahmeprozess und eine feste Weitwinkelperspektive prädestinieren sie für beiläufige Aufnahmen, Location-Scouting, Making-of-Bilder oder freie Skizzen, bei denen technische Perfektion nicht im Vordergrund steht.
Physische Ausgabe
Der eigentliche Reiz des Konzepts liegt darin, dass Fujifilm die spätere Ausgabe bereits in die Aufnahme integriert. Die Wahl zwischen mini, SQUARE und WIDE ist nicht nur eine Druckoption, sondern beeinflusst schon beim Fotografieren den Bildausschnitt.
Für professionelle Anwender kann das insbesondere dann interessant sein, wenn instax-Prints Teil eines Workflows sind – etwa für Moodboards, Casting-Situationen, Making-of-Dokumentationen oder freie Projekte. Die Kamera versteht sich insofern weniger als klassische Kompaktkamera denn als Bindeglied zwischen digitaler Aufnahme und physischem Bildobjekt.
Die Dateien lassen sich entweder per Bluetooth oder USB-C auf ein Smartphone übertragen. Über USB dauert die Übertragung laut Fujifilm rund 0,75 Sekunden pro Bild und erfolgt in voller 10-Megapixel-Auflösung. Bluetooth benötigt etwa 15 Sekunden und überträgt lediglich 1.280 × 960 Pixel.
Eine weitere Funktion richtet sich klar an hybride Bildnutzung. Wird der Auslöser gedrückt gehalten, nimmt die Kamera bis zu zehn Bilder in Folge auf. Diese können anschließend als sogenannte instax Animationgespeichert und wie ein digitales Daumenkino abgespielt werden.
Für klassische Fotografie ist das eher eine Zusatzfunktion. In Social-, BTS- oder Event-Kontexten passt sie jedoch zum Konzept einer Kamera, die weniger als isoliertes Aufnahmegerät denn als Teil eines mobilen Content-Workflows gedacht ist.
Link WIDE 2
Für Profifotografen dürfte der gleichzeitig vorgestellte instax Link WIDE 2 in vielen Fällen das praktisch relevantere Produkt sein. Der kompakte Drucker gibt digitale Bilder auf instax WIDE Film aus und erzeugt Bilder mit einer tatsächlichen Bildfläche von 62 × 99 mm.
Das WIDE-Format bietet deutlich mehr Fläche als instax mini und eignet sich deshalb besser für Gruppenaufnahmen, räumliche Situationen, Kontaktbilder oder Motive, bei denen Details und Umgebung eine Rolle spielen. Fujifilm selbst nennt insbesondere Gruppen- und Landschaftsaufnahmen als typische Anwendungsfelder.
Gedruckt wird mit einer 3-Farb-Belichtung über OLED bei 318 dpi und 256 Tonwertstufen pro RGB-Kanal. Unterstützt werden JPEG, PNG, HEIF und – bemerkenswert für einen Consumer-orientierten Sofortbilddrucker – auch DNG-Dateien.
Die Ausgabe eines Bildes dauert laut Fujifilm etwa 14 Sekunden. Eine Akkuladung reicht unter den Testbedingungen des Herstellers für ungefähr 100 Prints.
Die wichtigste Neuerung des Link WIDE 2 ist der sogenannte Photo Mixer. Über die instax Link WIDE App lassen sich bis zu sechs Bilder auswählen und zu einem gemeinsamen Print kombinieren. Die App erstellt automatisch mehrere Layout-Vorschläge, die bis zu fünfmal neu angeordnet und anschließend weiter individualisiert werden können.
Für Consumer-Anwendungen ist das primär eine Collage-Funktion. Im professionellen Umfeld lässt sie sich aber auch anders lesen: als schnelle Möglichkeit, Kontaktserien, Sequenzen, Location-Varianten oder mehrere Perspektiven kompakt auf einem physischen Blatt zusammenzufassen.
Gerade bei Meetings, Castings, Set-Abnahmen oder Konzeptgesprächen kann ein sofort verfügbarer physischer Print durchaus praktischer sein als das gemeinsame Betrachten eines Smartphone-Displays.
Rich oder Natural
Über die App bietet Fujifilm zwei unterschiedliche Ausgabemodi. instax Rich Mode soll kräftigere und intensivere Farben erzeugen, während instax Natural Mode auf eine zurückhaltendere, klassischere Wiedergabe ausgelegt ist. Zusätzlich stehen Rahmen, klassische Collagen und QR-Codes zur Verfügung, über die sich physische Prints mit digitalen Inhalten verbinden lassen.
Gerade die QR-Funktion kann für professionelle Anwendungen interessanter sein, als es zunächst klingt: Ein physischer Print kann damit als Einstiegspunkt zu weiterführenden digitalen Inhalten dienen. Für Portfolio-Präsentationen, Eventkommunikation oder kleinere Editions- und Ausstellungskonzepte eröffnet das zumindest eine unkomplizierte Verbindung zwischen analog anmutendem Objekt und digitaler Ebene.
Instax als Nebenworkflow
Weder die Pal 2 noch der Link WIDE 2 sind klassische Profiwerkzeuge. Genau deshalb wäre es aber zu kurz gegriffen, beide lediglich als Lifestyle-Produkte abzutun.
Die Pal 2 steht für eine bewusst reduzierte Form des Fotografierens: kleine Kamera, feste Brennweite, wenig technische Kontrolle und unmittelbare Weiterverwendung. Der Link WIDE 2 ergänzt diesen Ansatz um einen schnellen physischen Output.
Für professionelle Fotografen liegt der Nutzen deshalb vor allem neben dem eigentlichen Produktionsworkflow: als digitales Skizzenbuch, für BTS und Location-Scouting, als spontaner Print am Set, für Moodboards, Castings oder Präsentationen und nicht zuletzt für freie Arbeiten, bei denen das physische Sofortbild selbst Teil des Konzepts ist.
Interessant ist zudem, dass Fujifilm das instax-System zunehmend als geschlossenes Ökosystem entwickelt. Kamera, Smartphone, App und Drucker bilden keinen strikt getrennten Workflow mehr, sondern lassen sich untereinander kombinieren. Die Pal 2 kann dabei Bilder liefern, der Link WIDE 2 übernimmt die physische Ausgabe – ebenso lassen sich selbstverständlich auch Aufnahmen professioneller Kameras oder Smartphones verwenden.
Gerade darin liegt für Fotografen der größere Reiz: Nicht die Aufnahmequalität der Pal 2 ist der Maßstab, sondern die Geschwindigkeit, mit der aus einem digitalen Bild wieder ein physisches Objekt werden kann.
Die instax Pal 2 und der instax Link WIDE 2 kommen beide am 29. September 2026 in den Handel. Die Pal 2 kostet 169,99 Euro, der Link WIDE 2 174,99 Euro. Die Kamera wird in Schwarz und Weiß angeboten, der Drucker in „Duo Beige“ und „Duo Blue“.





















