Mit der Ausstellung JESSICA BACKHAUS. SHADOWS MIGHT DANCE widmet das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) einer der profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen Fotografie in Deutschland eine umfassende Retrospektive.
Die Schau vereint ab 30. Januar Arbeiten aus 25 Jahren künstlerischen Schaffens und zeichnet die Entwicklung einer Fotografin nach, deren Werk zwischen dokumentarischer Beobachtung, poetischer Verdichtung und zunehmender Abstraktion angesiedelt ist.
„Shadows Might Dance“ ist die erste umfassende Überblicksausstellung von Jessica Backhaus im Fotografie Forum Frankfurt. Präsentiert werden acht Serien sowie eine Auswahl ihrer Publikationen, die im Zusammenspiel einen konzentrierten Einblick in die künstlerische Entwicklung geben.
Die Ausstellung reicht von frühen dokumentarischen Arbeiten wie „Jesus and the Cherries“ über die schrittweise Hinwendung zu reduzierten, abstrakteren Bildwelten, etwa in „Once, Still and Forever“, bis hin zur neuesten Serie „Papyrus“, die im Rahmen der Schau erstmals präsentiert wird. Damit entsteht ein Gesamtbild, das sowohl die thematische Bandbreite als auch die formale Konsequenz ihrer Arbeit sichtbar macht.
Backhaus’ Werk steht in der Tradition der Dokumentarfotografie, erweitert diese jedoch durch eine unverwechselbare, lyrische Bildsprache. Statt spektakulärer Motive interessieren sie häufig das Unscheinbare und scheinbar Nebensächliche: Details, Materialien und Situationen, die eine stille Rätselhaftigkeit entwickeln. Gerade darin liegt die Stärke ihrer Fotografie – im präzisen Blick auf das Alltägliche und in der Fähigkeit, aus Beobachtung eine eigenständige Bildpoesie zu formen.
Jessica Backhaus wurde 1970 in Cuxhaven geboren und stammt aus einer Künstlerfamilie. Bereits mit 16 Jahren zog sie nach Paris, wo sie später Fotografie und visuelle Kommunikation studierte. 1995 führte sie ihr Weg nach New York. Dort arbeitete sie als Assistentin für renommierte Fotografen, entwickelte eigene Projekte und lebte bis 2009 in der Metropole.
Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem in der National Portrait Gallery, London, sowie im Martin-Gropius-Bau, Berlin. Fotografien von Backhaus befinden sich zudem in zahlreichen privaten und institutionellen Sammlungen, darunter die Deutsche Börse Photography Foundation.
Ein wichtiger Bezugspunkt ihrer Bildsprache liegt in der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Künstler wie Josef Albers oder Sonia Delaunay dienten Backhaus als Inspirationsquelle für Komposition, Farbklang und formale Reduktion. Auch die frühe Freundschaft mit der Schriftstellerin und Dokumentarfotografin Gisèle Freund prägte ihre Perspektive auf Fotografie als künstlerisches Medium.
Backhaus entwickelt ihre Arbeiten häufig über intuitives Experimentieren und widmet sich Themen wie Lebendigkeit, Abwesenheit und Erinnerung. Ihre Bilder zeigen eine ausgeprägte Sensibilität für Materialität, Textur und feine Nuancen von Farbtönen. Collagen, Erkundungen und sorgfältig komponierte Stillleben eröffnen eine Bildwelt, die sich im Spannungsfeld zwischen Fotografie, Malerei und Objektkunst bewegt.
Die Ausstellung wird kuratiert von Celina Lunsford und Andrea Horvay in Zusammenarbeit mit der Künstlerin. Ergänzt wird „Shadows Might Dance“ durch ein Rahmenprogramm mit Gesprächen, Führungen und einem Workshop.
Aktuelle Termine des Rahmenprogramms und der FFF Akademie sind auf der Website des Fotografie Forum Frankfurt zu finden:
(Foto oben: Cut Out 46, aus der Serie „Cut Outs“, 2020, © Jessica Backhaus, 2026, courtesy of Robert Morat Galerie)











