Mit der Ausstellung „Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen“ richtet das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung den Blick auf eine bislang oft übersehene Seite der Moderne: die fotografischen Arbeiten von Künstlerinnen am Bauhaus. Vom 17. April bis 4. Oktober 2026 sind im Museum für Fotografie in Berlin rund 300 Werke zu sehen, die eindrucksvoll belegen, wie prägend diese Frauen für die Entwicklung der Fotografie waren.
- Marianne Brandt, Selbstportrait mit Kamera im Atelier
- Lotte Collein, Seeigel und Schatten einer Krebsschere
- Lucia Moholy, Portrait Eva Weininger
Seit der Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert haben Frauen das Medium entscheidend mitgestaltet. Auch am Bauhaus experimentierten sie mit neuen Techniken, Perspektiven und Bildsprachen. Ihre Arbeiten reichen von klassischer Porträt- und Architekturfotografie bis hin zu radikal abstrakten und experimentellen Ansätzen. Dabei entstand ein eigenständiger Blick auf die Welt, der sich bewusst von konventionellen Sehgewohnheiten löste.
Viele der gezeigten Motive sind heute bekannt, die Namen ihrer Urheberinnen hingegen kaum. Genau hier setzt die Ausstellung an: Sie würdigt das Werk dieser Künstlerinnen erstmals in einem umfassenden Zusammenhang und rückt ihre Bedeutung für die Moderne ins Zentrum. Vertreten sind unter anderem bekannte Positionen wie Lucia Moholy oder Marianne Brandt, aber auch zahlreiche weniger bekannte Fotografinnen, deren Arbeiten eine Wiederentdeckung verdienen.
- Gertrud Arndt, Selbstportrait im Atelier
- Elsa Thiemann, Berlin, Kinder am U_Bahneingang
Ergänzt wird die historische Perspektive durch Arbeiten aus dem Umfeld des New Bauhaus in Chicago, der amerikanischen Nachfolgeinstitution. Zudem treten zeitgenössische Künstlerinnen in einen Dialog mit den historischen Werken. Ihre Positionen zeigen, dass die Fragen nach Wahrnehmung, Inszenierung und Wirklichkeit im fotografischen Bild bis heute aktuell geblieben sind.
Die Ausstellung macht deutlich, dass das Bauhaus nicht nur eine Geschichte großer Meister ist, sondern auch von Frauen geprägt wurde, die mit ihren fotografischen Arbeiten neue Wege beschritten. Ihr Blick war experimentell, neugierig und oft radikal. Gerade darin liegt die anhaltende Relevanz ihres Schaffens.














